Im Garmisch-Partenkirchener Tierheim wird sich um die Welpen gekümmert

Illegaler Welpenhandel boomt

Welpen
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Sobald die 11 Welpen aufgepeppelt wurden, sollen sie in gute Hände vermittelt werden.

GAP - Innerhalb von einer Woche nahm das Garmischer Tierheim elf Welpen aus zwei verschiedenen Transporten auf. Der erste Transport wurde am 28. Juni 2021 von der Bundespolizei am Grenzübergang Waidhaus kontrolliert. In dem Fahrzeug befanden sich 47 Hundewelpen aus Tschechien, die augenscheinlich zu jung und nicht gechipt waren und über keinerlei Impfpapiere verfügten. Drei Cocker-Spaniel- und drei Fox-Terrier-Welpen holte das Garmischer Tierheim in seine Tollwutquarantäne ab.

Bereits zwei Tage später wurde am Grenzübergang Walserberg ein Transporter aus Ungarn kontrolliert, in dem sich dreizehn Malteserwelpen befanden. Fünf der Hunde wurden vom zuständigen Veterinäramt in die Quarantäne unseres Tierheims eingewiesen. Die Tiere waren nicht gechipt und die mitgeführten Impfpässe stimmten nicht mit den Tieren überein. Alle Welpen waren erst zwischen sechs und zehn Wochen alt. Da eine gültige Tollwutimpfung erst mit 15 Wochen gewährleistet ist, befinden sich die Hund weiterhin in Quarantäne. Während das Eigentum an den Cocker-Spanielen und Fox-Terrierer bereits auf das Tierheim übergegangen ist und sie nach Ablauf der Quarantänezeit vermittelt werden können, ist die Rechtslage bei den Maltesern noch unklar. Tessy Lödermann: „Der Welpenhandel boomt. Seit Januar 2021 wurden schon weit mehr illegale Welpen aufgegriffen als im ganze Jahr 2020. Die Quarantänezimmer in den Bayerischen Tierheimen sind voll.“

Gerade in Zeiten von Corona haben sich viele Menschen Welpen über das Internet gekauft. Der osteuropäische Markt war so leer gefegt, dass die Hunde immer jünger ihren Müttern weggenommen wurden. Die jüngsten waren erst vier Wochen alt, berichtet Tessy Lödermann. Nach Aussage der Vorsitzenden des Tierschutzvereins ist der Handel mit Hunde-, aber auch vermehrt Rassekatzenwelpen, ein lukratives Geschäft. Die „Produktionskosten“ für einen Welpen betragen ca. 50 Euro, der Verkaufserlös pro Tier zwischen 500 und 1.500 Euro. Tessy Lödermann: „Beim Welpenhandel beträgt die Gewinnspanne zwischen 1.000 und 3.000 Prozent. Da ist der Schwund durch Aufgriffe gut zu verkraften, zumal der Fahrer meist nur einen kleinen Geldbetrag bezahlen muss und dann weiterfahren darf. Jeder, der sich einen Welpen aus diesen Kreisen kauft, macht sich mitschuldig am schmutzigen Geschäft und am Elend der Tiere.“ Im Tierheim werden die kleinen Hunde nun aufgepäppelt und es bleibt zu hoffen, dass dann alle elf in gute Hände vermittelt werden können. kb

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