Immer mehr Tiere – Wirtschaftlicher Druck lastet schwer auf Tierheim

Wieder gewählt: Die Vorstandschaft mit (hi.v.li.) Wolfgang Emmerz, Hanns Hummelsheim, Gaby Pfluger, Dr. Fritz Kren, Gitta Wünsch, Martha Schwaiger, Christine Führler-Wolf, Birgit Reitz, Melanie Neuner, Wolfgang Merten, Dr. Hinrich Hinrichs, Max Kastenberger, (vo.v.li.)Tessy Lödermann, Max Lehner und Christina Tobiasch (ohne Helene Fastner). Foto: Privat

Auf der Mitgliederversammlung des Tierschutzvereins des Landkreises Garmisch-Partenkirchen legte die Vorsitzende Tessy Lödermann einen umfangreichen Rechenschaftsbericht vor. Das Tierheim, so konnte Lödermann verkünden, sei nach acht Jahren Bauzeit nun fertiggestellt. Für die insgesamt 1500 m2 bebaute Fläche habe der Verein Gesamtkosten von 1,8 Mio. Euro aufbringen müssen,  80000 Euro kamen vom Landkreis.  In derselben Zeit seien dem Verein über 700 neue Mitglieder beigetreten, so dass er jetzt knapp 1000 zähle. Lödermann bedankte sich bei allen Spendern und Freunden des Tierheims, ohne die „das oft nervenzerfetzende und kräfteraubende Abenteuer Neubau der Arche Noah am Kramerhang nicht hätte realisiert werden können“.

Das Garmischer Tierheim kümmert sich engagiert um die Tiere. 2010 wurden in der Einrichtung 1600 Tiere aufgenommen: 458 Hunde, 676 Katzen, 235 Kleintiere, 65 Ziervögel, 61 Exoten und 99 Wildtiere. Sie kamen als Fund-, Abgabe- oder Verwahrtiere. Die einzigen Tiere, die Geld in die Tierheimkasse bringen, seien die Pensionstiere, die ins Tierheim kommen, weil ihre Halter z.B. beruhigt in den Urlaub fahren wollen oder ins Krankenhaus müssen. Auch nutzten nach Lödermanns Angaben viele Urlauber die Tagesbetreuung für Hunde im Tierheim, um Ausflüge zu unternehmen. „Der Landkreis Garmisch-Partenkirchen ist aber keine Insel der Seeligen, wenn es um Tierquälerei, ums Zurücklassen oder ums Aussetzen von Tieren geht“, wollte die Vorsitzende dennoch nichts beschönigen. Betroffen reagierten die Anwesenden auf  Bilder, die zeigten, aus welchen verwahrlosten Wohnungen und Grundstük- ken die Tierschützer Tiere retten mussten. „2011 werden die Tierzahlen aller Voraussicht nach noch steigen. Wir haben derzeit viele Tage, in denen Tiere im zweistelligen Bereich bei uns abgegeben werden. Auch wir spüren die wirtschaftliche Lage. Immer mehr Tiere, immer weniger Geld“, so die Vorsitzende. Zwar habe der Verein auch letztes Jahr schwarze Zahlen geschrieben. Allerdings sei das Tierheim dringend angewiesen auf Spenden, da gerade einmal ein Viertel der jährlichen Betriebskosten durch Tierabgaben und Pensionstiere erwirtschaftet werden könne. Der Justitiar des Vereins, Dr. Hinrich Hinrichs, stellte auch die seit zwei Jahren bestehende „Gertrud-Hickethier-Stiftung“ vor. 2010 konnte das Stiftungskapital durch ein Vermächtnis von 50000 auf 70000 Euro aufgestockt werden.

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