Landratsamt hat die Praxis im Impfzentrum am Alpspitz-Wellenbad überprüft

Impfpriorität wird in Garmisch-Partenkirchen beachtet

Spritze Oberarm
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Das Landratsamt hat die Praxis im Impfzentrum am Alpspitz-Wellenbad in Garmisch-Partenkirchen überprüft: Impfdrängler haben hier keine Chance.
  • vonIlka Trautmann
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Immer wieder ist deutschlandweit zu hören, dass sich Menschen beim Impfen vordrängeln. Politikern wurde der Vorwurf schon gemacht, auch kirchliche Würdenträger wurden dabei ertappt. Im Impfzentrum Garmisch-Partenkirchen haben Impfdrängler keine Chance.

Der Impfstoff von AstraZeneca hat die Diskussion zur Impfreihenfolge befeuert. Denn AstraZeneca darf – zumindest im Moment – nur an Personen unter 65 Jahren abgegeben werden. Deshalb ist er besonders geeignet für Impfwillige, die etwa aus beruflichen Gründen schneller als andere an die begehrte Spritze kommen sollen, zum Beispiel Pflegepersonal, pflegende Angehörige, Mitarbeitende in Arztpraxen, aber auch Lehrkräfte und Beschäftigte in Kindertageseinrichtungen. Das Problem ist, dass immer wieder Personen, die eigentlich für AstraZeneca vorgesehen waren, dann doch den Impfstoff von BionTech erhalten. Diese Konstellation kann eintreten, wenn jemand bereits für einen Impftermin vorgesehen ist, aber erst sehr kurzfristig den Termin annehmen kann und dann „nur“ BionTech zur Verfügung steht. Stephan Scharf, Sprecher des Landrats­amtes Garmisch-Partenkirchen kann beruhigen: „Dies ist kein Betrug, sondern der Tatsache geschuldet, dass im Moment noch nicht jeder Impfstoff auch langfristig verfügbar ist. Unser Impfzentrum rechnet jedoch mit einem deutlichen Anstieg der Lieferungen, sodass künftig wirklich jeder auch den Impfstoff bekommt, der für ihn eingeplant wurde.“

Wirkliche Impfdrängler, die z.B. bei der Anmeldung falsche Angaben machen, sollen dagegen im Impfzentrum am Alpspitzwellenbad keine Chance haben. Landrat Anton Speer betont: „Der verantwortliche Impfarzt sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Impfzentrum werden alle Angaben prüfen.“ Dazu gehören zum Beispiel Bestätigungen des Arbeitgebers über das hohe Risiko eines Mitarbeiters, sich am Arbeitsplatz mit Corona anzustecken oder auch Atteste des Hausarztes. Klemens Reindl vom BRK-Kreisverband Garmisch-Partenkirchen hofft, dass Versuche, sich einen Vorteil beim Impftermin zu verschaffen, die große Ausnahme sind: „Es ist ein ethisches Gebot, dass wir zuerst diejenigen impfen, die den Impfstoff am Nötigsten brauchen, weil sie das höchste Risiko tragen, schwer oder gar lebensgefährlich an COVID-19 zu erkranken.“ tra

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