Das Bayerische Rote Kreuz im Kampf gegen Corona: „Wir verimpfen was wir haben“

Der entscheidende Piks im Impfzentrum des Landkreises Garmisch-Partenkirchen

Andreas Kumeth
+
Andreas Kumeth koordiniert das Impfen des Roten Kreuzes am Impfzentrum Alpspitz-Wellenbad.

Landkreis – Seit einem Jahr hält das Thema Impfen das Rote Kreuz im Landkreis auf Trab. Anfang Dezember 2020 begannen die Planungen für das Impfzentrum, seit dem 27.12.20 wird geimpft. Und ein Ende ist nicht abzusehen.

Die Einarbeitungszeit betrug ein paar Stunden. Dann war Andreas Kumeth im Roten Kreuz angekommen. Anfang Dezember wechselte er aus der Privatwirtschaft zum BRK Kreisverband, als Assistent der Geschäftsführung. Kaum am Arbeitsplatz, übertrug ihm Kreisgeschäftsführer Klemens Reindl die Aufgabe, das Personal für das Impfzentrum des Landkreises am Alpspitzwellenbad zu suchen. Als langjähriger Leiter der Bereitschaft Garmisch ist Kumeth ein Rotenkreuz-Urgestein. Man kennt ihn, vor allem aber kennt er viele seiner Kolleginnen und Kollegen. Und das hilft, wenn man kurzfristig geeignetes Personal zum Impfen sucht. Vom ersten Tag an stellt das Rote Kreuz das nicht-ärztliche Personal im Impfzentrum. Rotkreuzler nehmen die Impfwilligen in Empfang, registrieren sie, stellen die Bescheinigungen aus, ziehen Impfstoff in Spritzen auf und setzen am Ende den entscheidenden Piks.

Über 27.000 Arbeitsstunden sind seit dem offiziellen Impfstart so bereits zusammengekommen. Das entspricht der Jahresarbeitsleistung von 15 vollangestellten Mitarbeitern. Viele von ihnen arbeiten seit Jahresbeginn ehrenamtlich mit. So wie Elisabeth Watson. Ihre Fluglinie stellte sie während des Shutdowns frei, aber die Flugbegleiterin wollte nicht einfach nur zu Hause sitzen. „Ich wollte etwas Sinnvolles tun und helfen, dass wir möglichst schnell einen Weg aus der Pandemie finden.“ Seit Mai 2021 sitzt sie regelmäßig an einem der Computerarbeitsplätze im Impfzentrum, verwaltet die Daten der Impfwilligen und erstellt die Impfbescheinigungen. Dafür erhält sie eine Aufwandsentschädigung. Maximal 3.000 Euro können Ehrenamtliche so im Jahr steuerfrei hinzuverdienen. Im September hat sie die Obergrenze erreicht. Doch die 46-Jährige übernimmt weiterhin Dienste, jetzt auch ohne Bezahlung. „Auch wenn es komisch klingt, aber es macht wirklich Spaß im Impfzentrum zu arbeiten.“ Das bestätigt auch Andi Kumeth: „Viele arbeiten ehrenamtlich wie Elisabeth Watson.“

Die vierte Welle und die Diskussion um eine Impfpflicht in Deutschland sorgen auch in unserem Landkreis für einen steigenden Bedarf – das Rote Kreuz hat seine Impfkapazitäten erhöht. Viele Impfwillige warten aktuell vor allem auf ihren Boostertermin. „Wir verimpfen, was wir haben“, sagt Andi Kumeth. Eine Impfung gegen das Corona­virus ist im Impfzentrum Garmisch-Partenkirchen nur noch mit Terminvereinbarung möglich:
– Tel. 08821/751-900;
– Email: Impfzentrum@lra-gap.de;
– Registrierung unter https://impfzentren.bayern/
„Wir tun deutlich mehr als im September zwischen uns und dem Landratsamt vereinbart wurde“, bedankt sich Klemens Reindl beim Team des Impfzentrums Garmisch-Partenkirchen. tra

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Sabotage der Loipen im Bereich Oberammergau und Ettal
Garmisch-Partenkirchen
Sabotage der Loipen im Bereich Oberammergau und Ettal
Sabotage der Loipen im Bereich Oberammergau und Ettal
Kutschenunfall am Schloss Elmau
Garmisch-Partenkirchen
Kutschenunfall am Schloss Elmau
Kutschenunfall am Schloss Elmau
Mittenwald: Ohne eigene Zugfahrkarten – dafür mit fremden Kfz-Kennzeichen
Garmisch-Partenkirchen
Mittenwald: Ohne eigene Zugfahrkarten – dafür mit fremden Kfz-Kennzeichen
Mittenwald: Ohne eigene Zugfahrkarten – dafür mit fremden Kfz-Kennzeichen
König-Ludwig-Lauf wird vorbereitet
Garmisch-Partenkirchen
König-Ludwig-Lauf wird vorbereitet
König-Ludwig-Lauf wird vorbereitet

Kommentare