Interregionales Projekt zur Gegenwart und Zukunft von Frauen in Bayern und Tirol

"Frauen.Forum.Zukunft"

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Die Projektpartner freuen sich über eine gelungene Auftaktveranstaltung. V.l. Klaudia Henn-Meßmer (BASIS Frauenservice und Familienberatung Außerfern), Beate Löw-Schneyder (Katholisches Kreisbildungswerk e.V.), Evelyn Mages (BASIS Frauenservice), Ulrike Leimig (Gleichstellungsbeauftragte des Landkreis Garmisch-Partenkirchen) und Christine Nußhart (Frau und Beruf plus e.V.).

Region – Im Bereich der Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen gibt es noch einige Schritte zu gehen. Ganz besonders bei beruflichen Chancen und der Bezahlung. Das interregionale Projekt „Frauen.Forum.Zukunft“ nimmt sich dieser Themen an und sucht nach Lösungen für die Frauen im Landkreis und der Nachbarregion Tirol.

Der Projektverbund „Frauen.Forum.Zukunft“ hatte Anfang Oktober zur Auftaktveranstaltung nach Wängle/Tirol eingeladen. Angelika Hörmann vom Verein BASIS Frauenservice und Familienberatung Außerfern konnte über 60 Frauen, unter ihnen viele Vertreterinnen von Organisationen aus Tirol und Bayern, begrüßen.

„In beiden Ländern steigt die Zahl der Beschäftigten und gleichzeitig gibt es hüben wie drüben auch Menschen, die armutsgefährdet sind. Obwohl sie einer Arbeit nachgehen, reicht das Einkommen nicht zu einem würdigen Leben. Dies trifft in besonderer Weise auf alleinerziehende Frauen sowie Migrantinnen zu. Weitere Risikofaktoren sind auch Teilzeitbeschäftigung und sachgrundlos befristete Arbeitsverträge. Infolge dieser ungünstigen Rahmenbedingungen wandern viele qualifizierte Frauen ab in die Metropolen, weil sie im ländlichen Raum keinen Arbeitsplatz finden, der ihnen Perspektiven bietet. Darum braucht es ein solches Projekt. Hier sind Frauen gefragt, die ihre Erfahrungen und ihre Ideen einbringen und bereit sind, die notwendigen Veränderungen mitzugestalten“, so Christine Baur, Landesrätin für Frauen und Gleichstellung des Landes Tirol bei ihrem Statement.

„Für die Frauen ist das Leben in den bayerisch-österreichischen Grenzregionen sowohl durch die Infrastruktur, als auch durch Tradition und Rollenbilder geprägt. In unserem bayerisch-österreichischen Projekt geht es um genau die Fragen, die Frauen und ihre Angehörigen bewegt: Was bestimmt das Leben der Frauen im Außerfern und im Landkreis Garmisch-Partenkirchen? Wie sind ihre Arbeits- und Verdienstmöglichkeiten, wie ihre Chancen für eine berufliche Weiterentwicklung? Wie sind sie an den Entscheidungen über die wirtschaftliche Entwicklung in ihren Regionen beteiligt?“, ergänzt Christine Nusshart, Projektleiterin aus Garmisch-Partenkirchen. Weil Frauen ihre Situation am besten kennen und wissen, was sich wie verändern muss, waren die Teilnehmerinnen aufgefordert, ihre Erfahrungen und ihre Wünsche einzubringen. Dabei kam so manches Thema zur Sprache: Wo bleiben qualifizierte Arbeitsplätze für die vielen gut ausgebildeten Frauen? Warum wird für Pflegeleistungen innerhalb der Familie nichts bezahlt oder zumindest angerechnet? Ich brauche Arbeit, um wenigstens ein bisschen unabhängig zu sein! Wir brauchen eine Talenteschmiede für SchülerInnen! Pendelzeiten zur Arbeit erschweren Vereinbarkeit! Die „Wahlfreiheit“ (Kinder/Beruf) ist in Wirklichkeit keine! Kein Auto – abgehängt! Ich wünsche mir, dass meine Töchter dieselben Chancen haben, wie die Buben. Frauen wählen keine schlechtere Bezahlung, sie bekommen sie.

Die Künstlerin Sarah Pfeiffer näherte sich den Themen der Frauen auf künstlerisch-akrobatische Art und Weise an. Der Seilakt am Vertikalseil geriet zu einer heiter-melancholischen, mitunter auch atemlosen Spiegelung der „Knackpunkte“ im Leben einer Frau.

Die Ergebnisse der Auftaktveranstaltung in Wängle fließen in konkrete Arbeit der Projektgruppe ein. Damit sich die unterschiedlichen Situationen, Erfahrungen und Wünsche von Frauen im Projekt wiederfinden, sind verschiedene Veranstaltungen geplant, hier sind auch Vereine, Verbände mit ihren Schwerpunkten und Zielen gefragt. Ein erster dieser „Runden Tische“ findet am 21. Februar 2018 in Reutte/Tirol statt. Im Zentrum steht hier die Frage, wie eine qualifizierte und flexible Kinderbetreuung eine möglichst stressfreie Vereinbarkeit von Familie und Erwerbsarbeit sichern kann. In weiteren Veranstaltungen geht es um die Frage von Berufschancen, Verdienstmöglichkeiten und der Partizipation von Frauen bei der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung der Region, wobei den Akteuren des Arbeitsmarktes und den VertreterInnen aus der Wirtschaft eine besondere Bedeutung zukommt.

Im November 2018 findet dann die Abschlussveranstaltung des Projekts „Frauen.Forum.Zukunft“ statt. Dies soll aber nicht das Ende der Arbeit markieren, sondern eher eine Zwischenbilanz sein. Zunächst werden die Ergebnisse aus den verschiedenen Untersuchungen, der erstellten IST-Analyse und den „Runden Tischen“ vorgestellt. Anschließend sollen konkrete Veränderungsmöglichkeiten erarbeitet und Schritte zur Umsetzung eingeleitet werden. Frauen, die ihre Erfahrungen und ihre Ideen ins Projekt einbringen wollen, ebenso wie Organisationen, sind willkommen. Ansprechpartner im Landkreis Garmisch-Partenkirchen und im Außerfern: Frau und Beruf plus e.V., Brunntalstraße 2, in 82467 Garmisch-Partenkirchen; Christine.Nusshart@frau-und-beruf.net, Tel. +49 8821/798027. BASIS Frauenservice und Familienberatung, Planseestraße 6, A 6600 Reutte/Tirol; Office@basis-beratung.net , Tel. +43 5672/72604.

von Kreisbote

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