Laura Dahlmeier im Interview nach ihrer dritten Goldmedaille

"Es ist unglaublich"

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Nach einem kurzen Schwächeanfall kam Laura Dahlmeier doch noch zur Pressekonferenz und stelle sich den Fragen der zig Journalisten.

GAP – Es war ein ungewohntes Bild bei der Pressekonferenz nach dem Einzelrennen am Mittwochnachmittag in Hochfilzen. Die Siegerin Laura Dahlmeier fehlte – etwas später kam sie dann doch noch. Nach ihrem Sieg musste die Partenkirchnerin ein paar Minuten behandelt werden (siehe Interview nebenan). „Es war alles ein wenig viel für sie“, sagte Damen-Bundestrainer Gerald Hönig „Der Rummel, die hohen Temperaturen und ihr Kampfgeist.“ Zuvor hatte sich Dahlmeier erneut ein spannendes Duell mit Gabriela Koukalova geliefert. Dabei erhöhte die Partenkirchnerin auf 2:1. Nachdem die Tschechin den Sprint und die Deutsche die Verfolgung gewonnen hatte, siegte Laura auch über die 15 Kilometer. Dazu hatte die Partenkirchnerin auch noch Gold mit der Mixed-Staffel gewonnen.

 „Sie läuft unglaublich und schießt super. Sie ist unschlagbar“, meinte die Tschechin, die sich ärgerte, dass sie ihre Trainer in die frühere Startgruppe gesteckt hatten. „Da kannst Du als Sportler nichts machen.“ Die 23-Jährige Laura Dahlmeier setzte sich bei Kaiserwetter vor Koukalova und der Italienerin Alexia Runggaldier durch. „Schon wieder ganz oben, ich kann es kaum glauben“, meinte die Siegerin in der ARD direkt nach dem Rennen, vor dem Schwächeanfall. „Ich bin heute total k.o. Die 15 km waren super anstrengend. Vor so einer Kulisse, ich kann es gar nicht glauben. Ich glaube, die Lockerheit ist schon das Geheimnis. Von Runde zu Runde wurde die Strecke stumpfer. Die Crux beim Biathlon ist es, dass man nach einem Schießfehler gleich einen Haken setzen muss.“ Laura Dahlmeier gewann die neunte WM-Medaille in Folge. Das gelang zuvor nur Tora Berger. Die Norwegerin schaffte das 2012 und 2013. Dahlmeiers Erfolgsbilanz begann 2015 in Oslo.

Eine Viertelstunde nachdem die Pressekonferenz mit den beiden anderen Medaillengewinnern vorbei war, kam auch Laura Dahlmeier und stellte sich den Fragen der Presse, auch denen von Titus Fischer.

Laura Dahlmeier, wie geht es Ihnen? 

Laura Dahlmeier: „Es geht wieder, ich musste ein bisschen entspannen. Es ist nun besser. Ich bin aber super ko und kaputt, das Rennen war sehr anstrengend. Es war sehr warm heute, fast wie ein Sommerrennen, so haben wir auch unsere Ärmel an den Trikots abgeschnitten. Wir haben viel getrunken. Nach dem Rennen habe ich mich sehr, sehr müde und etwas krank gefühlt. Ich hatte Probleme mit dem Blutdruck.“ 

Sind die nächsten Rennen gefährdet? 

Dahlmeier: „Es sieht jetzt schlimmer aus, als es ist. Erfahrungsgemäß ist mein Körper ganz schlau und sagt mir auch, wenn er eine Pause bracht. Da muss ich einfach auf ihn hören, dann geht es schon wieder. Ich bin sehr froh, dass morgen kein Rennen ist und ich entspannen kann.“

Kommen wir zum Rennen, wie wars? 

Dahlmeier: „Es war nicht einfach. Aber es ist überragend, dass ich jedes Rennen mein Potential abrufen kann. Es ist toll, dass es auch heute wieder mit der Medaille geklappt hat.“ 

War es ein Vorteil, dass Sie weit hinten gestartet sind und wussten, wie Gabriela Koukalova gelaufen ist? 

Dahlmeier: „Das ist immer die Frage. Auf der einen Seite bekommt man die Informationen, aber auf der anderen Seite heißt es auch, dass man weiß, man darf sich keinen Fehler mehr leisten, weil sie einen Fehlschuss hatte. Für mich denke ich, dass es ein Vorteil war später als Gabi gelaufen zu sein.“ 

Wie besonders ist es für Sie, dass Sie nun schon drei Goldmedaillen gewonnen haben? 

Dahlmeier: „Ich habe den Film „Mit den Waffen einer Frau“ über Magdalena Neuner gesehen, als sie drei Goldmedaillen gewonnen hat. Das war für mich unfassbar damals. Ich dachte mir, wie kann man das nur schaffen? Nun bin ich hier und habe auch drei Goldmedaillen bei einer WM gewonnen und dazu noch eine Silbermedaille. Es ist unglaublich.“ 

Haben Sie das alles schon realisiert? 

Dahlmeier: „Ich habe das alles noch nicht so realisiert. Wenn ich in ein paar Tagen die ganzen Medaillen in meinem Zimmer anschauen, wird es wahrscheinlich anders sein.“ 

Es war Ihr dritter Sieg im dritten Einzelrennen dieses Winters. Gefällt Ihnen diese Disziplin?

Dahlmeier: „Nein, normalerweise mag ich das Einzelrennen nicht so besonders. Es ist unglaublich hart, aber so ist es für alle. Es gibt viele Passagen auf der Strecke wo es bergauf und bergab geht. Man muss sich noch mehr auf das Schießen konzentrieren, als bei den anderen Rennen, wegen der Strafminute. Aber auch wenn ich es nicht so mag, schlage ich mich eigentlich gut.“

Von Titus Fischer

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