Starke Gemeinden - erfolgreicher Staat

200 Jahre Gemeinde-Edikt: Grundstein für die moderne kommunale Selbstverwaltung in Bayern

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Beim Festabend in Krün (v.l.): Dr. Franz Dirnberger (Geschäftsführer des Bayerischen Gemeindetags), Thomas Schwarzenberger (Bürgermeister Krün), Dr. Florian Herrmann (Chef der Staatskanzlei), Dr. Uwe Brandl ( Präsident des Bayerischen Städtetages) und Josef Steigenberger (Vorsitzender des Oberbayerischen Gemeindetages).

Krün – Der Besuch von Ministerpräsident Dr. Markus Söder im Isarort Krün sollte eigentlich ein „großer Bahnhof“ werden. Das Kurhaus hatte sich mit Personal und Bewirtung auf den Festabend eingestellt – doch der Ministerpräsident ließ sich wegen eines anderen wichtigen Termins entschuldigen. In Krün wollte er über „200 Jahre Gemeinde-Edikt im Freistaat“ sprechen, das war einst auch Thema seiner Doktorarbeit.

Im Kurhaussaal konnte Söder dennoch die Gäste der Veranstaltung begrüßen, denn er war über Internet zugeschalten. Von den eingeladenen bayerischen Bürgermeistern waren viele fern geblieben, so auch die Bürgermeister Hornsteiner (Mittenwald) und Zahler (Wallgau). Der Vorsitzende des Oberbayerischen Gemeindetags, Josef Steigenberger, meinte zu Beginn des Festabends launig: „Es hätte uns auch schlimmer treffen können“, was für große Heiterkeit sorgte. Er sprach über die Verbundenheit zwi schen Gemeindetag und bayerischer Staatskanzlei und die Entwicklung der kommunalen Selbstverwaltung im Freistaat. Bürgermeister Thomas Schwarzenberger als Hausherr und Mitveranstalter des Abends, fand ebenfalls erklärende Worte zum „Gemeinde-Edikt“ und zeichnete die Entwicklung des Isarortes von der Flößerei und dem Rottrecht, bis zum beginnende Fremdenverkehr um 1900, nach. „Damals wie heute waren und sind die Wiesen und Berge eine Erholung für Körper und Seele“, so Schwarzenberger.

Als Stellvertreter von Markus Söder trat Dr. Florian Herrmann, Chef der Staatskanzlei, ans Mikrofon. Er referierte über die sich entwickelnde kommunale Selbstverwaltung und nannte den bayerischen Staatsmann Graf von Montgelas, 1799 leitender Minister unter Maximilian I., der durch Anschluss an das napoleonische Frankreich (1801) das Anwachsen Bayerns zum größten deutschen Mittelstaat erreichte. Herrmann sah hierin die frühe Sonderrolle Bayerns. Den Wohlstand, sozialen Frieden und Zusammenhalt in Bayern sei auch der Idee der gemeindlichen Selbstverwaltung, für die das Gemeindeedikt von 1818 den Boden bereitet hat, zu verdanken. Der letzte Politiker, der das Wort ergriff, war Dr. Uwe Brandl, der Präsident des Bayerischen Städtetages. Die Gemeinden mit ihren Bürgermeistern und Gemeinderäten an der Spitze kümmern sich um viele Aufgaben – die kommunale Selbstverwaltung sei heute lebendiger denn je.

von Kornelia Wehmeier

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