Mit historischer Werkstätte

Jahresausstellung zum Motto "Mythos Bayern" im Heimatmuseum Uffing

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Modell einer Prunkkutsche von Märchenkönig Ludwig II.

Uffing – Das letzte Exponat bringt Gottfried Heldwein mit. Kurz vor Ausstellungsbeginn übergibt der Uffinger einen kleinen Schusterhammer an Museumsleiter Franz Huber; der sagt: „Ab sofort können wir in unserem Museum die historische Schusterwerkstätte der Familie Heldwein präsentieren.“

Diese Schuhmacherei war in der Uffinger Kirchstraße seit drei Generationen betrieben worden. Der letzte Schuster war Franz Heldwein jun. Als dieser vor wenigen Jahren wegen Krankheit den Beruf aufgeben musste, wurde für Maschinen und Geräte eine neue Heimat gesucht. Jetzt finden die Schuhprobierbank, das Nietengerät, Schuhleisten und Sohlen das passende Plätzchen im ersten Stock des Uffinger Heimatmuseums.

Das Motto der Jahresausstellung dieser Museumssaison – die vor wenigen Tagen von Bürgermeister Rupert Wintermeier eröffnet worden war – bezieht sich auf die Bayerische Landesausstellung in Ettal: ‚Wald, Gebirg und Königstraum‘. Während es dort im Benediktinerkloster um den großen Überblick zum ‚Mythos Bayern‘ geht, gibt es im kleinen Uffinger Heimatmuseum einen detaillierten Einblick in das alltägliche Leben der Menschen in der Staffelsee-Region – vor allem in der Abteilung der Dauerausstellung.

Raritäten und Besonderheiten

Die beiden Museumsleiter, Franz und Josef Huber – die Huaba-Buam, wie sie Bürgermeister Wintermeier nennt – haben eine sehenswerte Sammlung zusammengetragen; aus dem Museumsbestand, der Kunstsammlung der Gemeinde und aus privaten Leihgaben. So gibt es Regionalkarten aus dem 10. Jahrhundert zu sehen, Hinterglasbilder und Wachsstöclerl. Das Kutschenmodell Ludwig II ist ebenfalls mit dabei; anzunehmen dass der Märchenkönig seinerzeit mit einem solchen Gefährt durch Uffing fuhr, auf dem Weg nach Schloss Linderhof. Gezeigt werden Modelle der Lokalbahn-Lokomotiven, die von Murnau nach Oberammergau tuckerten. Interessant, dass es auf einer Trasse nach Kohlgrub auch eine torfbetriebene Lokomotive aus dem Jahr 1865 gab – sie trug den Namen ‚Murnau‘. 1992 ist die Achkapelle abgebrannt; sie steht mittlerweile wieder. Vom alten Gotteshaus geblieben ist eine völlig verkohlte Madonna, die jetzt im Heimatmuseum gezeigt wird. Ganz weit in die Geschichte reicht der sogenannte ‚Tassilo-Kelch‘ zurück. Im Jahr 777 gründete der Herzog das Kloster Kremsmünter und stiftete einen Hochzeitskelch. Das ‚Uffinger Modell‘ ist eine Nachbildung, die Klaus Balsen1989 anfertigen ließ, anlässlich des 1250-jährigen Jubiläums des Dorfes Uffing.

Der Leiter des Uffinger Heimatmuseums Franz Huber (li) zeigt dem Koordinator des Landkreisweiten Rahmenprogramms zur Bayerischen Landesausstellung in Ettal, Dr. Nikolaus Faulstroh, Dokumente aus der Geschichte der Staffelsee-Region.

Mit großem Engagement

Weil die Jahresausstellung in Uffing zum landkreisweiten Rahmenprogramm der Landesausstellung in Ettal gehört, ist Dr. Nikolaus Faulstroh zur Museums­eröffnung nach Uffing gekommen: „Es ist bemerkenswert, mit wieviel Engagement in Uffing der frühere Alltag den Menschen im ländlichen Oberbayern dargestellt wird.“ Als Dankeschön überreichte der Landesausstellungs-Rahmenprogramm-Koordinator im Landratsamt ein Gebinde mit Ettaler-Klosterbier an Museumsleiter Franz Huber.

Im Gegenzug bedankte sich Bürgermeister Rupert Wintermeier bei Nikolaus Faulstroh für die hervorragende Zusammenarbeit in der Ausstellungsvorbereitung mit einer originalen Uffinger-Kaffeetasse - und lud in gleich zu einem Rundgang zu den Uffinger Sägemühlen ein.

Öffnungszeiten und Führungen

Das Heimatmuseum Uffing (Hauptstraße 16, gegenüber Maibaum) ist bis zum 16. September 2018 geöffnet. Samstags & Sonntag von15 bis 18 Uhr; mittwochs von 16 bis 18 Uhr.

Wer sich näher informieren will oder Interesse an einer Führung hat, erreicht Museumsleiter Franz Huber per Email: franz-huber1@gmx.net.

von Günter Bitala

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