Jubiläum der Mittenwaldbahn – Der 100. Geburtstag wird 2012 grenzübergreifend gefeiert

V.li.: Die Bürgermeister Werner Frießer (Seefeld), Johannes Marthe (Reith), Vizebürgermeisterin Johanna Stieger (Zirl), und die Bürgermeister Thomas Schwarzenberger (Krün) und Adolf Hornsteiner (Mittenwald). Foto: Kornelia Wehmeier

Die Feierlichkeiten im Zeichen „100 Jahre Mittenwaldbahn“ im Juli 2012 werfen ihre Schatten voraus. Um dieses grenzübergreifende Ereignis mit Veranstaltungen und Aktivitäten vorzustellen, trafen sich die Bürgermeister der Anrainergemeinden Mittenwald, Krün, Scharnitz, Seefeld, Reith und Zirl im ehemaligen Gasthof „Kaiser Maximilian“ auf 922 Metern Höhe am Bahnhof Hochzirl.

Zur Durchführung des Jubiläumsjahres schließen sich die Gemeinden mit dem Tourismusverband Olympiaregion Seefeld, der Tourist-Information Mittenwald, den beiden Bahngesellschaften ÖBB und DB Regio und dem Verkehrsarchiv Tirol zu einer gemeinsamen Projektgruppe zusammen. Diese wird mit europäischer Regionalförderung als Interreg-Projekt mit einem bayerischen und einem Tiroler Partner abgewickelt. Günther Denoth, Leiter des Verkehrsarchivs Tirol, wurde als gemeinsamer Projektkoordinator und Ansprechpartner bestellt. Am 28. Oktober 1912 konnte das Teilstück der Mittenwaldbahn – Innsbruck-Mittenwald – dem Verkehr übergeben werden. Es war eine der kühnsten und modernsten Bahnverbindungen seiner Zeit, die nach Garmisch-Partenkirchen, Reutte und weiter nach München führte. Anfang des 20. Jahrhunderts setzten sich der Eisenbahnvater Tirols, Ing. Josef Riehl mit Ing. Wilhelm Carl von Doderer, stark für die Trasse über den Seefelder Sattel Richtung Deutschland und Außerfern ein. 1904 wurde der Staatsvertrag mit Finanzierung und Regelung des Betriebsablaufes unterzeichnet und 1907 war die Summe von 17.849.000 Kronen an Aktienkapital vorhanden und der Bau konnte beginnen. Im März 1910 erfolgte der erste Spatenstich zum Durchbruch der sagenumwobenen Martinswand und am 16. Mai 1911 war der 1808 Meter lange Tunnel fertig. Zweieinhalb Jahre nach Baubeginn konnte die Mittenwaldbahn ihren Betrieb auf der gesamten Strecke zwischen Innsbruck und Garmisch aufnehmen. Auch gilt die Mittenwaldbahn als erste elektrische Vollbahn für spätere Bahnelektrifizierung. Heute ist die Mittenwaldbahn eine ganz moderne, normale Bahn. Ab Dezember 2013 soll der Fuhrpark dann teilweise aus niederflurigen Triebwagen bestehen. Mittenwalds Bürgermeister Adolf  Hornsteiner begrüßte die „Renaissance“ der Bahnstrecke. Sie sei ein wichtiger Faktor für Wirtschaft und Tourismus, außerdem nehmen Bahnreisen wieder zu. Und die zirka 63 km von Mittenwald nach Innsbruck durch Galerien und Tunnel ist ein Erlebnis nicht nur für Eisenbahnliebhaber. Von Mai bis September 2012 sind viele Veranstaltungen geplant. Am offiziellen Jubiläumswochenende, am 29. / 30. September und am 2. Oktober, kann in historischen Zügen das Reisen von anno dazumal und mit den heutigen „Stars der Schiene“ erlebt werden.

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