Forschungsprojekt "FRIDA" im Landkreis Garmisch-Partenkirchen

Junge Frauen, bringt eure Themen in die Kommunalpolitik ein

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Um den Frauenanteil in der Kommunalpolitik mit wirksamen Maßnahmen zu erhöhen, möchte der Forschungsverband "ForDemocracy" mit dem Projekt "FRIDA" den Ursachen der mangelnden weiblichen Beteiligung auf den Grund gehen.

Der Landkreis Garmisch-Partenkirchen wurde als eine von vier „Modellkommunen“ in Bayern für das Forschungsprojekt FRIDA ausgesucht. FRIDA verfolgt das Ziel, mehr Frauen für die Kommunalpolitik im ländlichen Raum zu begeistern und zu aktivieren.

Ulrike Leimig, die Gleichstellungsbeauftragte im Landkreis, ist begeistert: „Das ist eine tolle Chance.“ Einen kleinen Haken gibt es dann doch, denn die Altersgruppe ist festgelegt und reicht von 16 bis 27 Jahren. „Und das ist dann auch schon unser Problem“, sagt Leimig. Denn Jugendliche und Frauen dieser Zielgruppe sind für ein Engagement schwer zu ermutigen, weil sie eben neben Ausbildung oder Studium auch in der Familienfindungsphase sind. „Bei einer älteren Altersgruppe hätten wir keine Schwierigkeiten, Frauen zu finden, die sich einbringen wollen.“ Ein erster öffentlichkeitswirksamer Aufruf sowie die Nutzung eines großen Verteilers (Schulen, Jugendzentrum, Berufsfachschule, Vereine) hat lediglich zwei Interessentinnen gebracht. 

Ulrike Leimig unterstreicht: „Mindestens zehn junge Frauen brauchen wir, damit die Studie aussagekräftig wird.“ Sie hofft, dass der nochmalige Aufruf weitere junge Frauen ermutigt, sich bei ihr zu melden. Der erste Kontakt ist ganz unverbindlich und verpflichtet zu nichts, verspricht sie. Das Projekt FRIDA, durchgeführt von der Hochschule Landshut für den Forschungsverband „ForDemocracy“, widmet sich dem Problem der geringen Repräsentation von Frauen in den politischen Gremien und Ämtern auf kommunaler Ebene. „Ein Ziel des über drei Jahre laufenden Forschungsprojektes ist die Herausarbeitung der Ursachen für die mangelnde Beteiligung von Frauen in der Kommunalpolitik“, beschreibt Projektleiterin Prof. Dr. Barbara Thiessen von der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Landshut. So sollen Maßnahmen zur Motivation junger Frauen für kommunalpolitisches Engagement und Konzepte für die Stärkung junger Frauen entwickelt werden, um so den Anteil junger Frauen in politischen Gremien künftig zu erhöhen. Dazu soll in den nächsten Wochen ein „Beirat Junge Frauen“ im Landkreis Garmisch-Partenkirchen gebildet werden – eine Arbeitsgruppe, in der interessierte Mädchen und Frauen zwischen 16 und 27 Jahren die Abläufe in der Kommunalpolitik kennenlernen und gemeinsam mit der Gleichstellungsbeauftragten Themen diskutieren und Aktivitäten beraten und mit­anregen. Ulrike Leimig sieht die Auswahl als Modellkommune auch ein Ergebnis des vorangegangenen Interreg-Projekts „Frauen.Forum.Zukunft“, in dem die politische Teilhabe von Frauen in der Region bereits untersucht wurde. 

Junge Frauen, die sich angesprochen fühlen und sich an dem Projekt FRIDA beteiligen möchten, nehmen bitte Kontakt zur Gleichstellungsbeauftragten auf: Tel. 08821/751-441 oder Ulrike.Leimig@lra-gap.de. Ob Schülerin oder Auszubildende bzw. Studentin, ob berufstätig, mit oder ohne Kinder und gern mit unterschiedlichen kulturellem Hintergrund – traut euch. Regelmäßige Treffen (fünf bis sechs im Jahr) und ein Grund­interesse an gesellschaftlichen Themen, wie Mobilität und Freizeit, Arbeit und Bildung, Familie und Gesundheit – mehr braucht es nicht. Ein Termin steht schon fest: Am Dienstag, 16. Juli, wird es von 14 bis 17.30 Uhr beim Landratsamt eine Auftaktveranstaltung mit Vertreterinnen der Hochschule Landshut geben. Leimig hofft, dass sie dann mehr als nur die ersten beiden Interessentinnen vorweisen kann. Falls nicht, wird der Termin genutzt, um nochmals Netzwerke zu mobilisieren. Doch es wäre mehr als schade, wenn Garmisch-Partenkirchen für das Projekt schon ein Ergebnis vorausgreifen würde: Nämlich dass es schwierig ist, junge Frauen überhaupt zu gewinnen. kb

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