Kein Durchbruch in Sicht – Lockergestein verhindert weitere Arbeiten, Absenkung des Grundwasserspiegels wird erwägt

Schicht im Schacht am nördlichen Ende der Baustelle. Foto: Sehr

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ELISABETH GOEBEL, GAP – Nach exakt 576,5 m ist für den Erkundungsstollen am nördlichen Ende der Garmischer Ortsumfahrung Schluss. Bei den Bohrarbeiten stießen die Arbeiter dort auf Lockergestein. Dazu kommt, dass über dem Stollen mehr als 40 m Grundwasser stehen. Vom insgesamt 3,6 km langen Erkundungsstollen liegen etwa 200 m in genau diesem Bereich. Ein weiterer Vortrieb mittels Sprengungen ist nicht mehr möglich, zu groß ist die Gefahr, dass sich Gestein lösen könnte und Wasser in den Stollen läuft. Darum werden die Bauarbeiten vorerst eingestellt, wie das Staatliche Bauamt Weilheim bei einem Termin vor Ort am Mittwoch bekannt gab. Jetzt konzentrieren sich die Arbeiten auf die Baustelle im Süden oberhalb des Tierheims. 550 m ist er bereits lang, 500 weitere sollen dazu kommen, bis auch dort auf Lockergestein gestoßen wird, so Projektleiter Martin Maier. „Es wird aber nicht durchgefahren“, ergänzt er. Das verbleibende Stück zu durchbrechen ist erst dann geplant, wenn die Mittel dafür vom Bund freigegeben sind. Wann das sein wird, ist noch nicht klar. Maier jedoch glaubt, nicht die schlechtesten Karten dafür zu haben. Der Kramertunnel sei eines der Projekte mit „vordringlichem Bedarf für Bundesstraßen“. Bevor es aber so weit ist, gilt es zu entscheiden, wie es weitergehen kann. Im Moment werden vor allem zwei Möglichkeiten untersucht. Eine Option wäre, die Tunnelwände zu vereisen, um den Eintritt von Wasser und Geröllstürze zu verhindern. „Diese Variante hat Dr. Andreas Keller (BN) vorgeschlagen. Sie ist aber technisch sehr aufwendig und würde deshalb wohl auch sehr teuer werden“, sagte Maier. Er plädiert mit Günther Grafwallner, Leiter des Bauamtes, für eine Absenkung des Grundwasserspiegels. In ihren Augen die „wirtschaftlichste Lösung“. Um die sensiblen Hangquellmoore im Bereich des Schmölzersees zu erhalten, wird gerade untersucht, ob Wasser aus Richtung Pflegersee oder aus dem Bergsturzbereich bzgl. Temperatur und Qualität geeignet ist, um diese Moore zu speisen.

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