Traditionsveranstaltung schweren Herzens abgesagt

Kein Hornschlittenrennen in Garmisch-Partenkirchen

Hornschlitten
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Das traditionsreiche Hornschlittenrennen wurde abgesagt.

Es gehört zum Dreikönigstag wie die Alpspitze zu Garmisch-Partenkirchen: Das Hornschlittenrennen. Doch in diesem Jahr ist alles anders - auch im Wintersport. So muss die Partenkirchner Traditionsveranstaltung ausfallen. 

Zum 52. Mal hätte der Wettbewerb am 6. Januar 2021 stattfinden sollen. Auch wenn es in einigen Jahren fast keinen Schnee gab, die fleißigen Helfer rund um den 1. Vorstand des Hornschlittenvereins Partenkirchen e.V., Peter Strodl hatten es immer geschafft, die weiße Pracht auf die Strecke zu bringen um ein fantastisches und spektakuläres Rennen auf die Beine zu stellen. Einige Tausend Besucher standen immer an der Rennstrecke. Auch 2021 sollte es wieder „Horn heil“ über dem „Hohen Weg“ an der Partnachalm in Partenkirchen schallen. Am Eriestich, dem steilsten Stück der Strecke mit einem Gefälle von 25 Prozent, sollten die Schlitten eine Höchstgeschwindigkeit von 80km/h erreichen.

Doch all dies ist am 6. Januar aufgrund der derzeitigen unsicheren Corona-Lage nicht möglich. Die Vorbereitungszeit vom wochenlangen Herrichten der Strecke mit Banden und Technik, über die Sponsorensuche bis hin zur Informationenweiterleitung an Funk und Fernsehen ist einfach zu kurz. „Ein nie dagewesenes und unerwartetes Ereignis hat nun leider uns und unser Rennen, das bisher noch nie ausgefallen ist, in die Knie gezwungen und wir müssen schweren Herzens das Hornschlittenrennen 2021 absagen“, erklärt ein sehr trauriger Peter Strodl. Er und sein Team haben alles gegeben und versucht, doch ein Rennen auf die Beine zu stellen, war unmöglich: „Wir haben bei vielen Sitzungen und Gesprächen bis zuletzt alle erdenklichen Möglichkeiten abgewogen, aber leider blieb uns aus sportlicher und wirtschaftlicher Sicht nur die Absage.“ Pro Jahr waren rund 100 Schlitten am Start gewesen, Männer wie Frauen.

Das erste Rennen fand am 6. Januar 1970 statt. Der Startschuss wurde damals vom Balkon aus mit einem Gewehr vom Taubervater abgefeuert – dabei wurde das Vordach durchbohrt. Sieben Schlitten waren am Start, gestoppt wurde mit zwei normalen Armbanduhren und Fackeln leuchteten den Fahrern den Weg ins Tal. Die Siegesfeier im Gasthaus „Fugger“ beeindruckte gewaltig. Die Siegerzeit lag damals bei rund vier Minuten. Inzwischen liegt der Streckenrekord bei 1:25,35 Minuten, aufgestellt im Jahr 2018 von der Mannschaft „D´Unheimlich Feirigen – Garmisch“ mit Bernhard Maurer, Josef Bader, Anton Ostler und Bernhard Ostler. Bei den Frauen halten die „Werdenfelser Schneehasn Partenkirchen/Grainau“, mit Barbara Erhardt, Kathrina Neuner, Antonia Ebner und Kathrin Hosp den Streckenrekord seit 2011, als sie nach 1:38,52 Minuten glücklich im Ziel waren. „Alle Vorbereitungen mit den vielen Sponsoren und der Technik liefen bereits seit Sommer 2020 auf Hochtouren und wir hofften bis zuletzt auf gute Nachrichten, aber leider können auch wir den Auswirkungen dieser Pandemie nicht trotzen, wirklich sehr schade“, bedauert auch Christian Herzog der Schriftführer und Pressesprecher des Rennens die Absage. „Wir möchten trotzdem unseren Mitgliedern, Gönner, Spendern und Sponsoren recht herzlich danken und ganz besonders den freiwilligen Helfern, ohne die solch eine Großveranstaltung nicht umsetzbar wäre. Wir sehen uns hoffentlich alle mit noch mehr Elan gesund zum Rennen 2022 wieder.“

Auch die Mitgliederversammlung des Vereins, die für den 27.11.2020 im Hotel Mercure in Partenkirchen geplant war, kann nicht durchgeführt werden. Sie wird auf Sommer 2021 verschoben und soll im Juni oder Juli stattfinden. Dann ist auch die 50 Jahr-Feier des Hornschlittenvereins geplant. tf

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