Vorbereitungen zur Bayerische Landesausstellung 2018 laufen auf Hochtouren

Kelten-Einbaum in Ettal eingetroffen

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Präsentieren das wichtigste Exponat der Landesausstellung 2018 erstmals der Öffentlichkeit – einen 3 000 Jahre alten Kelten-Einbaum; v. li.: Landrat Anton Speer, Dr. Richard Loibl (Direktor des Hauses der Bayerischen Geschichte), Pater Johannes (Kloster Ettal), Dr. Margot Hamm (Kuratorin der Landesausstellung), Professor Rupert Gebhard (Direktor der Archäologischen Staatssammlung), Nikolaus Stöger (Bayr. Saatsforsten Oberammergau).

Ettal – Wir schreiben das Jahr 900 vor Christus. Frieden und Stille liegen über den Wäldern und Seen im Land vor den Alpen. Keltenfamilien siedeln an beiden Ufern des Starnberger Sees. Eines Abends platschen Paddelschläge auf das Wasser. Von der Roseninsel aus, sind zehn Männer mit ihrem Einbaum gestartet. Umsichtig landen sie drüben im Osten an und rauben geschwind eine keltische Jungfrau, die dort zum Brombeer zupfen unterwegs war. Reiche Beute, grinsen die Entführer. Beim Clan auf der Westseite wird demnächst Hochzeit gefeiert...

Halt, so war es natürlich nicht! Aber der Einbaum, der 1989 im flachen Wasser vor der Roseninsel im Starnberger See gefunden worden war, regt die Phantasie an, und ist schon etwas ganz besonderes, findet Professor Rupert Gebhard: „Das war kein normales Fischerboot. Vielleicht hat sich damit ein keltischer Herrscher über den See schippern lassen – sowas wie ein urzeitlicher Märchenkönig?“

Das Trumm ist gewaltig: 13,5 Meter lang, massive Eiche und zwei Tonnen schwer. Das Alter kann man ziemlich genau festlegen, sagt Professor Rupert Gebbard, Direktor der Archäologischen Staatssammlung in München: „Dendrochronologische Untersuchungen – bei denen die Jahresringe genau vermessen und erforscht werden – datieren den Einbaum auf das Jahr 900 v. Chr. Er ist also nahezu 3 000 Jahre alt.“ Nach der Bergung aus dem See, lag der Einbaum zwei Jahrzehnte lang in einer Konservierungslösung und färbte sich mit der Zeit schwarz.

In diesem Jahr wird der Kelteneinbau zum ersten Mal öffentlich gezeigt. Er wird Zentralpunkt der Bayerischen Landesausstellung im Kloster Ettal sein; der Titel „Wald, Gebirg und Königstraum – Mythos Bayern“. Dr. Richard Loibl, Direktor des Hauses der Bayerischen Geschichte: „Der Einbaum steht für die Ewigkeit von Landschaft und Wald. Er wird das Bindeglied zwischen gestern, heute und morgen sein.“

Das Wasserfahrzeug ist vor Kurzem als erstes Exponat der Landesausstellung in Ettal angekommen. Es wird in der sogenannten „Rosner-Aula“ des Klosters ausgestellt werden. Die Projektleiterin der Ausstellung, Dr. Margot Hamm erzählt: „Wir werden in der Aula einen Gebirgswald am See aufbauen. So umreißen wir die Entwicklung der Forstarbeit von der Urzeit bis heute.“ Der Einbaum ist dabei nicht nur das älteste Ausstellungsstück, sondern auch das größte. Winzig werden sich dem gegenüber die zwei Zentimeter langen Markierungsnägel ausmachen, mit denen heute Waldarbeiter ihre zu fällenden Bäume kennzeichnen.

Eröffnet wird die Bayerische Landesausstellung am Mittwoch, 2. Mai 2018. Die Kuratorin ist Dr. Margot Hamm: „Das Zentrum der Ausstellung liegt im Kloster Ettal. Wir werden aber selbstverständlich in die Region hinausgehen; zum Beispiel mit einem Themenweg durch das Graswangtal zum Schloss Linderhof. In diesem Rahmen wollen wir die Träume des Märchenkönigs Ludwig II. aufzeigen, mit seinen Plänen für weitere Paläste im orientalischen und chinesischen Stil.“ Zu dieser Gelegenheit wird ein Pavillon vor das Kloster gestellt, mit einem 360-Grad-Rundumpanorama. Weitere Schwerpunkte sind die Fragen zur Forstwirtschaft und zur Umweltproblematik. Es wird der bayerische Alpenraum auch als Anziehungspunkt für Sommerfrischler dargestellt. Die Gemeinden im Landkreis Garmisch-Partenkirchen beteiligen sich mit einer dicht gedrängten Folge von Veranstaltungen am Rahmenprogramm.

Dr. Richard Loibl: „In diesem Jahr begeht der Freistaat Bayern seinen 100. Geburtstag. Unsere Landesausstellung in Ettal ist bei den Feierlichkeiten der größte und kulturell wichtigste Pfeiler.“ Informationen im Internet: www.landesausstellung-ettal.de.

von Günter Bitala

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