Kinopremiere am 23. Juni

Ludwigstraße... und die Frage nach dem Wea bischtn du und wos megschn Du?

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Ludwigstraße... und die Frage nach dem Wea bischtn du und wos megschn Du? Der Film von Jo Jonietz feiert am Freitag Premiere.

GAP – Eine Kino-Premiere feiert der Film „Ludwigstraße“ von Jo Jonietz am Freitag, 23. Juni, um 20 Uhr im Hochland-Kino Partenkirchen. Die historische Ludwigstraße in Partenkirchen sei die „schönste Straße der Welt“, behauptet einer der Protagonisten des Films. Ein anderer schlägt den Abriss ihrer Häuser ab, damit etwas „ganz Neues entstehen“ könne.

In seinem neuesten Film „Ludwigstraße... und die Frage nach dem Wea bischtn du und wos megschn Du?“ besucht Jo Jonietz Menschen, Handwerker und Künstler, die hier leben und arbeiten. Den Filmemacher, der immer mehr seine Wurzeln auch in Bayern entdeckt, interessiert in all seinen Filmen vor allem das Zwischenmenschliche, er möchte über seine Filmarbeit „mit den Leuten ins Gespräch kommen, sie näher kennen lernen, vielleicht sie auch zusammenbringen. "Obwohl oder gerade weil ich selbst ja nicht von hier bin“, wie der gebürtige Oberschlesier sagt. 

Jonietz, der seit über 30 Jahren in der Marktgemeinde am Fuße der Alpspitze, 20 Jahre im Ortsteil Garmisch, seit zehn Jahren in Partenkirchen lebt, kennt die Konflikte und die Problematik der Ludwigstraße. In seinem Film spürt er der Frage nach, wie diese Straße und wie die Menschen in ihr wirklich ticken. Er durchbricht dabei so manch eine Fassade, entdeckt vieles hinter den Kulissen. Auch wenn viele Touristen diese einst so wichtige Handelsstraße längst als Geheimtipp und Alternative zum Ortsteil Garmisch für sich entdeckt haben, so stehen doch einige der Geschäfte dort leer – und während in früheren Zeiten ein florierender Handel betrieben wurde, wirkt die Ludwigstraße mit ihren bunt bemalten Fassaden und ihren verwinkelten Häusern fast ein wenig verwaist, eigenartig hinterwäldlerisch. 

Flair der Straße wird eingefangen

Doch hinter den Mauern, da herrscht auch geschäftiges, oft Inhaber geführtes Treiben, dem Jonietz mit seiner sanften Kameraführung nachspürt. Seine einfühlsamen Geschichtenerzählungen sind gerühmt, schon der frühere Bundespräsident Horst Köhler war darauf aufmerksam geworden und hatte Jonietz nach Berlin eingeladen. „Ludwigstraße“ ist ein atmosphärisch dichter Film, der den einzigartigen Charme und das Flair dieser Straße einfängt. Jonietz besucht die Tochter des Goldschmieds, die den Betrieb ihres Vaters mit viel Liebe und Engagement fortführt, den Seiler, der im Hinterstübchen in die Geheimnisse seiner Arbeitsweise einweiht und einen Blick in seinen wohl gehüteten Hinterhof gewährt. Den Herrn Pfarrer überrascht der Filmmann bei der Gartenarbeit, schaut bei Barbara und ihrem Sohn vorbei, die in ihrem traditionellen Schuhladen noch maßgeschneiderte Schuhe anfertigen. Und er blickt Uschi, die es nach vielen Jahren Abwesenheit doch wieder in die geliebte Ludwigstraße zurückgezogen hat, über die Schulter und sieht ihr beim Töpfern zu. Auf seiner filmischen Reise kommt er auch am Grantlereck-Stammtisch im Gasthof Fraundorfer und in der modernen Schokoladenmanufaktur vorbei. Dabei entstehen einfühlsame, liebevolle Porträts, die einen spannenden, aber auch immer wieder humorvollen Einblick in die Arbeitswelt und in die Seele der Ludwigstraßler gewähren. 

Es ist diese spontane Authentizität, dieser liebevolle Blick hinter die Fassaden der Alltäglichkeit, der Jonietz Arbeiten, und insbesondere diesen, seinen neuen – in nur acht Tagen gedrehten - Film, so besonders, so wertvoll macht und auf die schwierige Frage nach dem „wea bischtn Du und wos megschn Du?“ eine Antwort sucht. Doch sehen Sie selbst.

Termine im Hochlandkino: Premiere: Freitag, 23. Juni, um 20 Uhr.

Weitere Spieltermine: Sa., 24.6., 20 Uhr, So. 25.6., 17:30 + 20 Uhr, Di. 27.6., 17:30 + 20 Uhr, Mi. 28.6., 17:30 + 20 Uhr, Do. 29.6., 17:30 Uhr Fr. 30.6., 17:30 Uhr.

Von Von Alma Jazbec

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