Kleines Budget kein Problem – SCR-Trainer Axel Kammerer im Interview

Der neue SCR-Trainer Axel Kammerer. Foto: Sehr

Herr Kammerer, bei der U20-Weltmeisterschaft in Garmisch-Partenkirchen waren Sie im Dezember als Co-Trainer von Ernst Höfner tätig. Werden Sie diesen Posten nun aufgeben?

Axel Kammerer: Klar, das geht nicht mehr. Es hat mir viel Spaß gemacht, das war ein super Job. Es war eine sehr gute Mannschaft, ein sehr williges Team und ein sehr interessantes Turnier, eine super Erfahrung für mich. Hatten Sie auch Angebote von anderen Vereinen? Kammerer: Klar, gab es auch andere Angebote. Aber das spielt jetzt keine Rolle, es zählt nur die Unterschrift. Was hat Sie schlussendlich überzeugt, dass Sie hier den Job annehmen bei einer Mannschaft, die in erste Linie um dem Klassenerhalt kämpft? Kammerer: Auf jeden Fall war es auch eine familiäre Entscheidung, dass ich wieder daheim wohnen kann. Dann ist Garmisch-Partenkirchen einfach ein Eishockeyort. Es ist nur schade, dass hier zu wenig Nachwuchs da ist. Wenn du einmal ein paar Verletzte hast, dann könnte es Probleme geben. Hier ist das Reservoire einfach nicht so wie in Bad Tölz. Das Problem ist, dass hier eine DNL-Mannschaft fehlt. Da werden die Spieler richtig gefördert und gefordert. Wie ist es mit einer Mannschaft zu spielen, die einen kleinen Etat hat? Kammerer: Ich konnte mit einem Bad Tölzer Etat gut arbeiten genauso wie mit einem Schwenninger und nun mit einem Garmisch-Partenkirchner. Klar ist es einfacher, wenn du mehr Geld zur Verfügung hast, aber das spielte am Ende keine Rolle. Wir haben genauso 21 oder 22 Spieler im Kader wie die anderen Mannschaften. Entscheidend ist, dass man aus dem Kader das Optimale herausholt. Da wird der Schlüssel sein, dass du als Team sehr stark bist, aber darauf werde ich sehr großen Wert legen, dass wir als Einheit auftreten. Man kann das auch ein bisschen mit dem FC Augsburg im Fußball vergleichen. Sehen Sie den Job hier beim SC Riesserse auch als Herausforderung? Kammerer: Ja, klar, ich denke, dass man in Garmisch-Partenkirchen schon etwas bewegen kann, auch wenn die Voraussetzungen nicht so einfach sind. Wichtig ist aber, dass es hier einen sehr engagierten Geschäftsführer gibt, das ist sehr viel wert. Der hat eine klare Linie, der macht klare Aussagen und der trifft auch die Entscheidungen. Er hatte immer Ideen gehabt, er hat das Eishockey hier immer am Leben erhalten. Ich habe oft gesagt, so einen wie den Bader, den bräuchten wir in Bad Tölz, als ich dort noch Trainer war. Sie haben die Mannschaft des SC Riessersee ein paar Mal in der vergangenen Saison gesehen. Was haben Sie Gutes in der Mannschaft gesehen, wo sehen Sie noch Verbesserungen? Kammerer: Da möchte ich mich jetzt nicht äußern. Dazu habe ich die Mannschaft zu selten gesehen. Aber ich denke, man sollte jetzt nicht zurückschauen, sondern nach vorne. Entscheidend ist, was im August ist, wenn wir in die Saison starten. Jetzt steht erst einmal der Sommer an…< Kammerer: Das ist die wichtigste Zeit für die Spieler. Eines ist klar, die Fitness muss bei uns stimmen. Die Fitness ist das leichteste zum Trainieren, da brauchst du nur den Fleiß dazu. Wenn man mit Powerplay oder etwas anderem anfängst, ist das schon etwas anderes. Ich muss auch sagen, dass ich in letzter Zeit damit auch gute Erfahrungen gemacht habe. Die Spieler werden immer professioneller. Die haben es schon kapiert, dass es ihr Kapital ist. Sie werden auch schon im Nachwuchsbereich da hingeführt und machen viele Dinge richtig. Aber trotzdem: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Mit Markus Keller steht schon ein Neuzugang fest. Was sagen Sie zur neuen Nummer eins im Tor des SC Riessersee? Kammerer: Ich habe ihn nur als Zuschauer gesehen, ich kenne ihn nicht persönlich. In den Spielen, in denen ich ihn in Bad Tölz gesehen habe, hat er mich aber sehr überzeugt. Von der Statur her schon, auch wie er sich auf dem Eis bewegt, und die Ruhe und Souveranität, die er auf dem Eis ausstrahlt, sind bei ihm top. In der vergangenen Saison war Andreas Raubal Co-Trainer beim SC Riessersee. Wird er auch bei Ihnen bleiben? Kammerer: Ich werde mich mit ihm bald mal treffen und dann werden wir reden. Auch mit Harti Wild, der als Torwarttrainer für uns tätig sein wird. Ich möchte mich vorstellen, dass wir dann ab jetzt in Kontakt sind. Wären Spiele gegen ihren Ex-Verein Bad Tölz ganz besondere Begegnungen? Kammerer: Klar wäre das reizvoll, wenn wir viermal gegen Bad Tölz spielen würden. Aber man darf die Saison auch nicht nur auf vier Spiele reduzieren. Denn jedes Spiel ist ein Festtag.

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