Gelebte Solidarität: Hilfsgüter an Klinik und an den Vatikan übergeben

Kloster Ettal organisierte Corona-Hilfe für Italien

Corona-Hilfe Rom
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Landrat Anton Speer und Pater Johannes Bauer bei der Übergabe der Hilfsgüter in Rom.

Landkreis / Ettal – Akteure und Unternehmer aus dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen hatten sich in den vergangenen Wochen zusammengeschlossen, um die deutlich stärker von der Corona-Pandemie betroffenen europäischen Nachbarn in Italien mit Hilfsgütern zu unterstützen. Desinfektionsmittel, Schutzmasken und Schutzanzüge konnten nach Rom geliefert werden.

Am Pfingstmontag erreichte unsere Region über die Deutsche Botschaft in Rom ein Hilferuf. Dr. Niklas Wagner, der als gebürtiger Garmisch-Partenkirchner inzwischen die Politische Abteilung der Deutschen Botschaft leitet, fragte an, ob dringend benötigte Desinfektionsmittel und Schutzausrüstung zur Unterstützung der Arbeit in der römischen Klinik Fatebenefratelli geliefert werden können. Bereits drei Tage später war ein erster Hilfstransport vom Kloster Ettal nach Rom unterwegs, der nicht nur die Klinik, sondern auch die Armenmission im Vatikan beliefern konnte. Eine zweite Lieferung an die Klinik und den Vatikan erfolgte am 26. Juni durch Landrat Anton Speer in seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender des Klinikums Garmisch-Partenkirchen und Pater Johannes Bauer, den Cellerar des Ettaler Klosters. Zahlreiche Institutionen des Landkreises hatten sich zusammengeschlossen, um schnell und unbürokratisch zu helfen. Das Kloster Ettal und das Klinikum Garmisch-Partenkirchen stellten 1.200 Liter Desinfektionsmittel zur Verfügung. Die Benediktiner Weißbräu GmbH lieferte zusammen mit dem Kloster 1.000 Schutzmasken und das Trachtenhaus Grasegger 100 Schutzanzüge. Dr. Niklas Wagner ist dankbar für die Unterstützung. „Vor dem Hintergrund der engen menschlichen Verbindungen zwischen Deutschland und Italien sowie der mitunter knappen Versorgungslage mit medizinischen Gütern in den hiesigen Krankenhäusern hatte ich Elisabeth Koch, meine ehemalige Nachbarin in Garmisch-Partenkirchen, mit der Bitte um Unterstützung für das „älteste Krankenhaus der Welt“ auf der Tiberinsel in Rom, das staatliche Krankenhaus  „Fatebenefratelli“, kontaktiert. Nicht nur im Kloster Ettal, das die Hilfstransporte organisiert hat, sondern im gesamten Werdenfelser Land gibt es viele Verbindungen nach Italien. Die Transporte sind ein wichtiges Zeichen gelebter Solidarität zwischen europäischen Nachbarn. Vielleicht ergeben sich künftig auch kommunale Partnerschaften von Garmisch-Partenkirchen oder Ettal mit italienischen Gemeinden.“

Italien ist bis heute eines der am stärksten von der Covid-19-Pandemie betroffenen Länder mit aktuell über 238.000 infizierte Personen und über 34.600 Todesopfer. Für Landrat Anton Speer und alle Beteiligten ist die Unterstützung daher eine Selbstverständlichkeit. „Die Bilder aus Italien haben uns alle sehr bewegt und wir sind froh, dass wir einen kleinen Beitrag zur Verbesserung der Situation leisten konnten.“  kb

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