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Kloster Ettal und ukrainische Flüchtlinge feierten gemeinsam den Unabhängigkeitstag

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Kloster Ettal
Im Kloster Ettal leben seit Mitte März rund 50 Personen aus der Ukraine. © Kloster Ettal

Ettal – Der 24. August ist ein ganz besonderer Tag für die Ukraine. Seit 31 Jahren wird im Land der Unabhängigkeitstag gefeiert, normalerweise mit großen Paraden und Festen. Seit dem Kriegsbeginn im Februar dieses Jahres sind schätzungsweise über 5,5 Millionen Ukrainer aus dem Land geflohen, 180.000 davon nach Bayern. Auch im Kloster Ettal leben seit Mitte März rund 50 Personen aus der Ukraine, die hier die Hoffnung auf Frieden und Sicherheit suchen.

Um diesen Menschen einen denkwürdigen Unabhängigkeitstag ihres Heimatlandes zu bescheren, fand am Mittwochabend ein Friedensfest für die Menschen statt. Um 18 Uhr begann zum Fest des Apostels Bartholomäus ein Gebet, bei dem für den Frieden auf der ganzen Welt und im Besonderen in der Ukraine gebetet wurde. Dieser wurde von Pater Johannes Bauer OSB und Pfarrer Peter Sachi von der evangelisch-lutherischen Gemeinde feierlich gestaltet.

Da Pfarrer Sachi neun Jahre lang Pfarrer in der ukrainischen Hauptstadt Kiew war, konnte er auch einige Elemente des Gebets in der Landessprache der Gäste gestalten. Außerdem beteiligten sich die Ukrainer/innen mit Fürbitten und dem Glaubensbekenntnis auf Ukrainisch am Gottesdienst. Und es gab noch weiteres denkwürdige zu vermelden, denn genau am 24. August brachte eine der Ukrainerinnen, die in Ettal leben, einen jungen Sohn auf die Welt – ein weiteres Zeichen der Hoffnung in diesen schweren Zeiten für die Menschen.

Nachdem der Gottesdienst beendet war, fand dann im Innenhof vor der Basilika ein Fest statt. Die Menschen aus der Ukraine hatten sich nicht nur um die Dekorationen in den Landesfarben gelb und blau gekümmert, sondern vor allem auch um das leibliche Wohl. So kamen allerhand ukrainischer Spezialitäten auf den Tisch, unter anderem die Suppe „Borschtsch“, ein Nationalgericht. Die rund 120 Gäste, die dem Gottesdienst und dem Fest beiwohnten, wurden so bestens umsorgt und es konnte – auch in diesen für die Menschen aus der Ukraine so schweren Zeiten – gelacht und gefeiert werden. Die ein oder andere Gesangseinlage der Ukrainer/innen zu traditionellen und modernen ukrainischen Liedern trug zur guten Stimmung bei. Auch ein Gruß von Ettals Bürgermeisterin Vanessa Voit, die nicht persönlich anwesend sein konnte, wurde auf Ukrainisch übersetzt und den Menschen so überbracht.

„Unser Ziel war es, den Menschen aus der Ukraine zu zeigen, dass wir für sie da sind. Sie leben seit fast einem halben Jahr bei uns in Ettal und haben sich toll eingelebt, sie sind unsere Freunde geworden. Gemeinsam mit diesen Freunden wollten wir zeigen, dass das Kloster Ettal sich auch weiterhin für Frieden auf der ganzen Welt einsetzt und ganz nach benediktinischer Klosterkultur weiterhin für Hilfsbedürftige da ist. Das Fest war rundum gelungen, unsere ukrainischen Freunde haben wunderbar gekocht und so sah man viele lachende Gesichter – das war genau das, was wir uns erhofft haben“, zog Cellerar Pater Johannes Bauer OSB ein Fazit zum gelungenen Fest.

Ein besonderer Dank gilt dem Klosterhotel Ludwig der Bayer in Ettal, das die Terrasse des „Café 1330“ zur Verfügung stellte und die Gäste ebenfalls mit leckerem Essen versorgte, der Klosterbrauerei Ettal für die Getränke und der Bereitstellung der Festzeltgarnituren, Pfarrer Peter Sachi für die würdevolle und kurzweilige Gestaltung des Gebets und natürlich den Gästen aus der Ukraine für die leckeren Speisen. kb

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