Musterbeispiel der Gartenkunst und geniales Gesamtkunstwerk

König Ludwig II. liebte Schloss Linderhof

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Linderhof ist mit jährlich fast 450.000 Besuchern das zweitmeistbesuchte Einzelobjekt der Bayerischen Schlösserverwaltung. 

Vor 150 Jahren, am 19. Mai 1869, kaufte König Ludwig II. das Grundstück, auf dem sich Schloss und Park Linderhof heute befinden. „Der Märchenkönig besuchte von allen seinen Schlössern Linderhof am häufigsten. Die Garten- und Parkanlage in Linderhof zählt zu den Musterbeispielen der Gartenkunst des Historismus. Das Schloss mit der bezaubernden weitläufigen Parkanlage gehört zu den weltweit bekannten Wahrzeichen unserer Heimat Bayern“, teilte Finanz- und Heimatminister Füracker aus Anlass des Jahrestags mit.

Die Schwaige „Linderhof“ war einst im Besitz des Klosters Ettal. Nach der Säkularisation 1803 kam sie zunächst in Privatbesitz und wurde 1815 an das Militärgestüt Schwaiganger verkauft, von welchem Ludwig sie 1869 erwarb. Linderhof kannte der König aus seiner Jugend gut, da er das Graswangtal als Kronprinz ab 1860 immer wieder besuchte. Nach dem Erwerb 1869 bewohnte Ludwig II. das von seinem Vater ausgebaute „König Max-Haus“ oder „Königshäuschen“. Passend zum Thema ist in diesem Sommerhalbjahr täglich von 11 bis 18 Uhr die von der Schloss- und Gartenverwaltung Linderhof erarbeitete Ausstellung „Vom Lynder-Hof zum Schloss“ im Königshäuschen zu sehen.

Schloss und Park Linderhof ist eines der vielfältigsten und kunstvollsten Ensembles des 19. Jahrhunderts. Die Planungen begannen im Frühjahr 1868, gebaut wurde erst nach dem Kauf. Seine „Königliche Villa“ konnte König Ludwig II. als einzigen seiner großen Schlossbauten vollenden (1878). Sie ist französisch geprägt. Vorbild ist das kleine, meist in einem Park gelegene „Lustschloss“, wie es im 18. Jahrhundert in Frankreich entstand. Der Park von Schloss Linderhof, einer der qualitätsvollsten seiner Epoche, vereinigt Elemente des französischen Barockgartens und des englischen Landschaftsgartens. Die Parkbauten, wie das Marokkanische Haus und der Maurische Kiosk, stammen teils aus der Orientmode, die auch Ludwig II. pflegte. Teils stammen sie aus der Begeisterung Ludwigs für die Musikdramen Richard Wagners, wie die im Jahr 1990 im Park rekonstruierte Hundinghütte und die im Jahr 2000 im Park rekonstruierte Gurnemanzklause. Das Gebirge ist durch Sichtachsen und kilometerlange Wege, die weit in den Bergwald hinaufführen, in dieses geniale Gesamtkunstwerk einbezogen. kb

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