Kommunalwahl 2020

Ergebnisse der Bürgermeister-Stichwahlen im Landkreis Garmisch-Partenkirchen

Die Stichwahlen haben gestern entschieden: Elisabeth Koch (CSU), neue Bürgermeisterin von Garmisch-Partenkirchen, Enrico Corongiu (SPD), neuer Bürgermeister von Mittenwald und Rolf Beuting (ÖDP), als Bürgermeister von Murnau in seinem Amt bestätigt.
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Die Stichwahlen haben gestern entschieden: Elisabeth Koch (CSU), neue Bürgermeisterin von Garmisch-Partenkirchen, Enrico Corongiu (SPD), neuer Bürgermeister von Mittenwald und Rolf Beuting (ÖDP), als Bürgermeister von Murnau in seinem Amt bestätigt, freuen sich über das entgegengebrachte Vertrauen. 

Landkreis GAP – Die große Überraschung der Stichwahlen am Sonntag: Mittenwald. Mit Enrico Corongiu ist nun ein Mann der SPD neuer Bürgermeister der konservativ geprägten Marktgemeinde. In den anderen beiden Kommunen siegten die Favoriten: Elisabeth Koch (CSU) löst die amtierende Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer in Garmisch-Partenkirchen ab und Rolf Beuting (ÖDP) bleibt in Murnau weiterhin in seinem Amt.

Trotz Briefwahl war die Wahlbeteiligung hoch: In Garmisch-Partenkirchen gaben 58,28% der Wahlberechtigten ihre Stimmzettel ab, in Murnau waren es 66,86% und in Mittenwald sogar 71,75%. 

Mittenwald: Enrico Corongiu (SPD) übernimmt das Bürgermeisteramt

Die große Überraschung kam aus Mittenwald: Dort siegte Enrico Coronqiu von der SPD. Mit 52,47 % löste er Adolf Hornsteiner (CSU) ab. Der knapp geschlagene Amtsinhaber gratulierte seinem Nachfolger und versicherte noch am Wahlabend, dass er dem künftigen Bürgermeister sein Wissen zur Verfügung stellen wird, denn es gehe um den Ort. Der Sieger der Stichwahl wurde nach seiner Rückkehr aus dem Rathaus, wo er ebenso wie Adolf Hornsteiner die Stimmenauszählung verfolgte, von seinen Anhängern vor seinem Zuhause erwartet und bei vorgeschriebenem Abstand gefeiert. Drinnen wartete die Familie auf den Sieger des spannenden Wahlabends. Enrico Corongiu freute sich sehr über das Resultat, machte aber auch deutlich, dass er sich der Schwere der Aufgabe bewusst sei: „Ohne Unterstützung wird es nicht gelingen, das Amt auszufüllen“, weiß der künftige Bürgermeister. kun

Garmisch-Partenkirchen: Elisabeth Koch (CSU) ist neue Bürgermeisterin

Der Machtwechsel in Garmisch-Partenkirchen kam weniger überraschend. Bereits bei der Kommunalwahl am 15. März lag Elisabeth Koch (CSU) mit 44,71% weit vor der amtierenden Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer (SPD), die nur 21,74% der Stimmen erhielt. Bei der Stichwahl am Sonntag haben 69,03% der Wähler klar für Elisabeth Koch gestimmt. Im Mai wird sie ihren Dienst als erste Bürgermeisterin antreten, sie übernimmt das Amt in außergewöhnlich schweren Zeiten. Auf unsere Frage, ob sie mit der Wahl zur Bürgermeisterin am Ziel ihrer Wünsche sei, antwortet sie: „Nein, und zwar deshalb nicht, weil in dieses Amt gewählt zu werden, kein Wunschkonzert ist. Aber weder gehe ich unvorbereitet noch naiv in das Amt.“ Als wichtige Aufgabe sieht sie jetzt, Zuversicht zu geben. „Und nach Corona müssen wir anpacken. Der Markt muss jede nur mögliche Stellschraube stellen, die nötig ist, um dann wieder Vollgas geben zu können.“ Die Auswirkungen der Coronakrise werde uns alle lang beschäftigten, ist sich Koch sicher. Als Familienanwältin sei sie mit den alltäglichen Sorgen, die sich jetzt zuspitzen, vertraut, zum Beispiel, wenn Unterhaltsleistungen ausbleiben, wenn Mieten nicht mehr gezahlt werden können. Auch als Tochter eines traditionsreichen Gästehauses sehe sie die schwierige wirtschaftliche Lage, die branchenübergreifend jeden trifft. „Jetzt geht es ans Eingemachte. Wir müssen die vordringlichsten Aufgaben regeln. Ich habe deshalb auf jeglichen Wahlkampf verzichtet und mich mit den anstehenden Herausforderungen vertraut gemacht.“

Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) kommentiert das Ergebnis der Stichwahl mit der ihr üblichen sachlichen Art: „Ich bin eine Frau der leisen Töne und es ist mir offensichtlich nicht gelungen, die Haushaltskonsolidierung, die nur durch eine Reihe unpopulärer Entscheidungen realisiert werden konnte, den Bürgerinnen und Bürgern nahe zu bringen. Aber es ist gut, dass wir diese Rücklagen erarbeitet haben, die eigentlich für notwendige Investitionen gedacht waren – nun aber sicherlich zur Bewältigung der Coronakrise eingesetzt werden müssen.“ Meierhofer verweist darauf, dass sie in den vergangenen sechs Jahren in ihrem Amt viel geschafft habe, aber auch hier habe sie die Bürgerinnen und Bürger offensichtlich nicht davon überzeugen können. „Ich mache meinen Job bis zum Schluss“, versichert sie angesichts der turbulenten Zeiten und verzichtet auf ihren Resturlaub. Ihr Gemeinderatsmandat wird sie nicht antreten, aber im Kreistag will sie sich weiterhin mit Herzblut für die Politik einsetzen. tra

Murnau: Rolf Beuting (ÖDP) im Amt bestätigt

"Ich freue mich sehr über das gute Ergebnis", sagt Rolf Beuting, "ausschlaggebend war sicher, dass es in Murnau keine Wechselstimmung gab." Mit 57,11% wurde er in seinem Amt bestätigt. In seiner neuen Amtszeit muss sich der Bürgermeister den großen Herausforderungen der Coronakrise stellen. "Das Wichtigste ist, in einer solch unübersichtlichen Krise einen kühlen Kopf zu bewahren. Ein kühler Kopf ist der Anfang einer guten Lösungsstrategie", betont Beuting. Der Markt habe bereits Vorkehrungen getroffen und ein Hilfspaket auf den Weg gebracht. Dieses bestehe aus zinslosen Stundungen, um die Liquidität der Unternehmen weiterhin zu gewährleisten. Auch gewerbliche Mieter könnten auf eine Stundung der Miete zählen. "Wir wollen damit eine Vorreiterrolle einnehmen. Die kleinen Händler in der Marktstraße hoffen sicherlich auch, dass die Vermieter ihnen entgegenkommen. Jetzt gilt es, dass sich Vermieter und Mieter zusammen setzten und eine gemeinsame Lösung finden", betont Beuting. Der Markt stehe den Bürgern und Unternehmen nun solidarisch zur Seite und biete jederzeit ein offenes Gespräche an. moc

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