Deutliche Mehrheit für das Bürgerbegehren "Rettet unser Kongresshaus"

Das Kongresshaus Garmisch-Partenkirchen bleibt stehen

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Seit diesem Sonntag ist klar, dass das Kongresshaus im Herzen von Garmisch bestehen bleibt und saniert werden soll.

Mit einem deutlichen Ergebnis endete am Sonntag die Abstimmung zum Kongresshaus in Garmisch-Partenkirchen: Für das Bürgerbegehren „Rettet unser Kongresshaus“ und damit für Sanierung und Teilneubau sprachen sich 78 Prozent der Bürger aus – für Abriss und verkleinerten Neubau, wie es der Gemeinderat favorisierte, fanden sich 39, 4 Prozent Zustimmung. Die Wahlbeteiligung war mit 51 Prozent hoch.

Dass das Ergebnis so deutlich für Sanierung und Teilneubau ausfiel, ist gleichzeitig eine Abfuhr an den Gemeinderat, der sich mit 29:1 Stimmen im vergangenen Juli für Abriss und Neubau ausgesprochen hatte. Nur Dr. Christoph Elschenbroich hatte seinerzeit als parteifreier Gemeinderat dagegen gestimmt und später gemeinsam mit Jörg Setzpfand und Klaus Hilleprandt das Bürgerbegehren „Rettet unser Kongresshaus“ initiiert. Das Schicksal des Kongresshauses wurde in den vergangenen Monaten und Wochen emotional diskutiert und stieß bei den Bürgerinnen und Bürger entsprechend auf großes Interesse. Parallel zur Europawahl gaben 10.997 von insgesamt 21.485 Abstimmungsberechtigten ihre Stimme per Briefwahl sowie in den zehn Wahllokalen ab. 7.715 von ihnen (das sind 78,01 Prozent) sprachen sich für das Bürgerbegehren „Rettet unser Kongresshaus“ und damit für Sanierung und Teilneubau aus. 3.208 (das sind 38,19 Prozent) schlossen sich dem Ratsbegehren des Marktgemeinderats für Abriss und Neubau an.

„Ich bedauere sehr, dass sich die Bürgerinnen und Bürger nicht der deutlichen Mehrheitsentscheidung des Marktgemeinderats, sondern der überwiegend emotionalen Argumentation der Bürgerinitiative angeschlossen haben“, sagte 1. Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer zur Abstimmung. Dr. Christoph Elschenbroich von der Initiative „Rettet unser Kongresshaus“, freute sich über das deutliche Ergebnis. „Das zeigt aber auch, welche Diskrepanz zwischen dem Gemeinderatsbeschluss und dem Bürgerwillen besteht.“ Der Marktgemeinderat wird sich nun mit dem Ergebnis des Bürgerentscheids auseinandersetzen. Der Plan des Berliner Architektenbüros Henchion und Reuter kommt aller Wahrscheinlichkeit wieder ins Spiel – allerdings ist auch dem parteifreien Gemeinderat Elschenbroich klar, „dass das Modell angesichts der hohen Kosten dann zurück gestutzt werden muss.“tra

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