Mysterienspiel von Felix Mitterer mit kraftvoller Bühnenpräsenz im Gasthof "Schatten"

Aktuell und zwingend: Krach im Hause Gott

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Die Menschen lernen nicht dazu! Jesus (Armin Schlagwein) gibt dennoch die Hoffnung nicht auf – Gottvater (Gerd Lohmeyer) und Satan (Maximilian Pfnür) streiten heftig.

GAP – Gottvater hat die Menschheit satt! Irgendwie ist alles aus dem Ruder gelaufen, die Menschen lernen nicht dazu: Kriege, Korruption, Mord und Totschlag, Terror, Machtgier, Diskriminierung, Unterdrückung. Das Lachen bleibt einem so manches Mal im Halse stecken angesichts der zeitlosen Aktualität des Mysterienspiels „Krach im Hause Gott“ von Felix Mitterer. Denn lustig ist der Stoff keineswegs, im Gegenteil, er macht betroffen und nachdenklich. Auch wenn die Inszenierung durchaus mit heiteren Dialogen gewürzt ist. Regisseur Harald Helfrich bringt das Stück für den Kultursommer Garmisch-Partenkirchen auf die Bühne mitten im Gasthof Schatten. Dort im großen Saal, direkt unter der Lichtkuppel, wurde ein Podest errichtet, auf dem das Schauspiel stattfindet. Gearbeitet wird mit reduzierten Requisiten und sehr pointierten Lichteffekten.

Vater Gott (Gerd Lohmeyer) beruft das jüngste Gericht ein, um darüber zu urteilen, ob die Menschheit ein für alle Mal von der Erde vertilgt werden soll. Mit am Konferenztisch sein Sohn Jesus (Armin Schlagwein als leidenschaftlicher Verteidiger des Menschseins), der Heilige Geist (herrlich blasiert, Peer Göring) sowie der gefallene Engel Satan, den gibt Maximilian Pfnür mit gefährlich diabolischem Charme. Auch er verteidigt die Menschen, wenn auch aus einem anderen Grund als Jesus. Der Teufel reibt sich die Hände: „Warum die Menschheit abschaffen? Läuft doch alles prima!“ Es wird debattiert und verhandelt. Als die Situation zu eskalieren droht, erscheint plötzlich die Muttergottes (Claudia Hinterecker). Wird die Apokalypse abgewendet? Bekommen die Menschen vielleicht doch noch eine letze Chance? Alle Darsteller zeigen eine äußerst kraftvolle Bühnenpräsenz. Untermalt wird die Aufführung von etwas gewöhnungsbedürftigen, sphärisch anmutenden Gesängen dreier Engel in Glitzeroveralls (Corinna Romeikat, Julia Garschhammer, Zwantje Bergmann). Weitere Spieltermine im Gasthof Schatten folgen am 14., 17., 18. und 22. September jeweils um 20 Uhr sowie noch einmal am 21. September um 15.30 Uhr. Karten gibt es auch über den Kreisboten.

Von Lilian Edenhofer 

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