Kritik vorm Rassen und Jubel im Saal – Gauland: "CSU nicht mehr konservativer Fels in der Brandung"

"Unsere Heimat ist weiß-blau"

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Der Blick in den Saal, in dem Dr. Alexander Gaulans seine Rede hielt.

GAP – Über dem Eingang zum Saal im Rassen hing ein Banner mit der Aufschrift: „Saal der Demokratie und Meinungsfreiheit“. Draußen hielten Demonstranten Schilder in der Hand mit „Das wird uns zu braun hier“, oder „Zeigt Herz und Verstand für ein weltoffenes und buntes GaPa“. Friedlich war die Demo, aber auch im Rassen ging es eher ruhig zu.

Gegen 19.15 Uhr betrat Gauland den Saal und einige Besucher standen auf und klatschten. Begrüßt wurde Dr. Alexander Gauland von Thorsten Probst, AfD-Bezirksvorstand Oberbayern. Er moderierte den Abend auch und war stolz, dass er in einem „Saal voller Mutbürger“ sei.

Gauland sprach mehrere Themen an. Ruhig und mit wenig Emotion vertrat er seine Positionen. Dafür bekam er auch viel Beifall. Insbesondere die Asylpolitik von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ging er scharf an. Unter anderem redete er von „gesellschaftlichen Kräften, die unser Land ruinieren“. Und davon, dass alle, die über die Mittelmeer-Route nach Europa strömen, „wieder nach Afrika zurückgeschickt werden müssen“. Er habe Angst, „dass die deutsche Elite dahin gehe, dass wir unsere deutschen Traditionen verlieren. Wir stellen uns dagegen, und Bayern an vorderster Front.“

AfD-Aussagen im Container entsorgt 

Am Kirchplatz begann um 17 Uhr die friedliche Demo, die von Dorothee Sührig und Sissi Koch organisiert wurde. Die Teilnehmer der Demo waren eingeladen (wir berichteten) „besonders entlarvende Zitate beliebiger AfD-Politiker“ mitzubringen und diese in einem am Kirchplatz aufgestellten Container zu entsorgen. Gesagt, getan. Viele trauten sich vor das Mikrofon, um eine Meinung abzugeben. „Für Mitmenschlichkeit, Toleranz und Frieden sind wir, und wir sind das Volk und das ist unser Land“, hieß es. Josef Eder, der die Choreografie des „Glöckners von Notre Dame“ im Rahmen der Jugendkulturtage GAP zuständig ist, hatte ebenfalls eine Aussage mitgebracht. Im vergangenen Oktober hatte er in Dessau (Sachsen-Anhalt, Anm. d. Red.) das Tanztheater „Das Fremde – so nah“ mit deutschen und syrischen Jugendlichen einstudiert. Ein AfD-Politiker erklärte damals dazu: Das Projekt ziele darauf ab, „Jugendlichen den Sinn für die Differenz zwischen dem Eigenen und dem Fremden abzuerziehen“. „Worte, die man sich schon auf der Zunge zergehen lassen muss“, meinte er. Auch der künstlerische Leiter Harald Helfrich war vor Ort. Er nahm das Mikrofon in die Hand und plädierte, „dass Menschen aufeinander zugehen sollten, statt übereinander zu reden. Denn das machen die Herrschaften da drinnen“, sagte er und blickte auf den Gasthof Zum Rassen.

Kritik am Kirchplatz - Jubel im Rassen

"Doppelte Loyalität geht nicht" 

Im Rassen lauschten die Besucher Gauland , und applaudierten, als es um die Abstimmung der Deutsch-Türken, die in der Bundesrepublik unter dem Schutz des Grundgesetzes leben, über das Verfassungsreferendum von Recep Tayyip Erdogan ging. „69 Prozent davon stimmen für eine Verfassung, die ins finsterste Anatolien gehört. Eine doppelte Loyalität geht nicht, wenn die Werte so verschieden sind.“ Einen großen Applaus bekam Gauland auch nach folgender Aussage: „Der Islam gehört nicht zu Deutschland“. Dieser wurde schon einmal vor den Toren Wiens gestoppt und das wird wieder so sein. Denn, wenn nicht, „werden eure Kinder keine Bayern mehr sein.“ Nach der Rede appellierte auch Probst noch einmal an alle Anwesenden: „Ich weiß, der gesellschaftliche Druck für Sie ist groß, aber das wird sich ändern, wenn die AfD im Bundestag ist.“

Von Alma Jazbec 

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