Amelie Fried und Ali Mitgutsch geehrt

Verleihung des Oberbayerischen Kulturpreises

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Bei der Verleihung des oberbayerischen Kulturpreises 2019 (v. l.): Laudatorin Dr. Christine Raabe, Preisträgerin Amelie Fried, Bezirkstagspräsident Josef Mederer, Heidi Müller-Mitgutsch, Laudator Jan Weiler.

Die Moderatorin und Schriftstellerin Amelie Fried und der Kinderbuchautor und -illustrator Ali Mitgutsch haben den Oberbayerischen Kulturpreis 2019 erhalten. Bezirkstagspräsident Josef Mederer würdigte die beiden als Persönlichkeiten, „die mit ihrem Werk die Kultur weit über die Grenzen Oberbayerns hinaus bereichern“. So habe sich Fried, die als Fernsehmoderatorin bekannt wurde, auch als Schriftstellerin große Anerkennung erworben. Und Mitgutsch sei mit seinen „Wimmelbüchern“ ein Vorreiter der Kinderbuchliteratur.

 Die Auszeichnung gelte darüber hinaus „auch der Haltung beider Preisträger in der Gesellschaft“. Es sei heute wichtiger denn je, dass Personen des öffentlichen Lebens mit gutem Beispiel vorangingen und sich engagierten. Amelie Fried, 1958 in Ulm geboren,  wurde bekannt als Moderatorin mit Sendungen wie "Live aus dem Alabama". Zuletzt moderierte sie mit Ijoma Mangold die ZDF-Literatursendung „Die Vorleser“. Als Schriftstellerin gelangen ihr viele Bestseller, von denen einige auch verfilmt wurden, so der Roman "Rosannas Tochter". Den Spuren ihrer Familiengeschichte in der NS-Zeit folgt Fried in "Schuhhaus Pallas – wie meine Familie sich gegen die Nazis wehrte" (2008). 

Der Journalist und Buchautor Jan Weiler lobte in seiner Laudatio Frieds erzählerisches Talent, ihren Humor und die Leichtigkeit, mit der sie „viele Menschen auf hohem Niveau unterhält“. Gute Unterhaltung sei bei Fried immer auch ein Transportmittel für relevante Anliegen – so gehe es ihr „um weibliche Selbstwirksamkeit, um die Verlogenheit innerhalb langer Beziehungen, um Emanzipation und immer wieder: um Freiheit“. Als Moderatorin paare sie Talent und Unbefangenheit „mit der hartnäckigen Einhaltung von heute eher altmodisch wirkenden Qualitätsstandards, was die journalistische Vorbereitung auf ein Thema oder die Gesprächsführung angeht“. 

Ali Mitgutsch, Jahrgang 1935, absolvierte eine Ausbildung zum Schriftsetzer. 1959 erschien sein erstes Kinderbilderbuch "Pepes Hut" mit Illustrationen und Texten aus seiner Feder. Der große Erfolg kam, als er 1969 für sein erstes Wimmelbuch "Rundherum in meiner Stadt" den Deutschen Jugendliteraturpreis erhielt. Mit seinen Wimmelbüchern schuf Mitgutsch eine völlig neue Bilderbuch-Gattung mit Doppelseiten ohne Text und Panoramen voller kleiner Alltagsszenen. Die Bücher avancierten zum Klassiker für Kinder: Mittlerweile hat der Autor über 70 verschiedene herausgebracht und acht Millionen Exemplare verkauft. Viele Inspirationen für seine Bilder bekommt der Zeichner durch seine Geburtsstadt München, in der er bis heute lebt. 

Dr. Christine Raabe, Leiterin der Internationalen Jugendbibliothek in München, hob in ihrer Laudatio hervor, dass Mitgutsch als Illustrator auf eine lenkende Blickführung verzichte und dem kindlichen Betrachter damit Gelegenheit gebe, „sich den Kosmos der Bilderzählung selbst (zu) erschließen.“ Er habe mit seiner "Wimmelbuchperspektive" Ende der 60er-Jahre eine zutiefst demokratische Sichtweise in die Bilderbuchillustration gebracht. In seinen Büchern fänden sich „viele Orte seiner Kindheit“ wieder: „der Englische Garten, Bauernhöfe in typisch bayerischem Stil, die Dörfer und Berge.“ Mit seinem künstlerischen Werk habe er „auch seiner Münchner und bayerischen Heimat ein Denkmal gesetzt.“ 

Informationen zum Werk von Amelie Fried und Ali Mitgutsch sowie eine Übersicht früherer Preisträger gibt die Broschüre zum Oberbayerischen Kulturpreis 2019. Die Publikation kann per E-Mail an presse@bezirk-oberbayern.de kostenfrei bestellt werden und ist auch zu finden auf www.bezirk-oberbayern.de  kb

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