Jahresabschlussbericht der Arbeitsagentur Weilheim – Beschäftigungsrückgang betrifft Gastgewerbe und Handel

Kurzarbeit stabilisiert den Arbeitsmarkt im Landkreis Garmisch-Partenkirchen

Zentrale der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg
+
Die Agenturbezirke erfassen die monatlich aktuellen Arbeitslosenzahlen der Regionen und werten die Fakten auch im Jahresrückblick aus.

Region – Die Corona-Pandemie hat deutliche Spuren auf dem regionalen Arbeitsmarkt hinterlassen. Von einem Beschäftigungsrückgang sind bei uns vor allem das Gastgewerbe, der Handel (außer Lebensmittel / Drogerien) und Tourismus- und Freizeiteinrichtungen betroffen.

Im Jahr 2020 haben im Agenturbezirk Weilheim mit seinen fünf Landkreisen insgesamt 12.175 Menschen ihre Beschäftigung verloren. Das sind in absoluten Zahlen 3.326 mehr als im Vergleich zum Vorjahr (8.849 in 2019) und bedeutet eine Steigerung um 37,6 Prozent. Dennoch bleibt der Agenturbezirk Weilheim in der Gesamtsicht und entgegen dem Trend in vielen anderen bayerischen Agenturen bei der Beschäftigung noch stabil. Insgesamt 224.793 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte konnten bis zum Stichtag am 30. Juni erfasst werden, im Vorjahr lag diese Zahl bei 224.374 Personen.

Oliver Wackenhut, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit legt dar, dass „ohne den massiven Einsatz von Kurzarbeit viel mehr Beschäftigungsverhältnisse verloren gegangen wären. In der Spitze waren im Agenturbezirk Weilheim im vergangenen Mai 39.384 Menschen in Kurzarbeit.“ Zum Vergleich: Im Mai 2009, dem Höhepunkt der Wirtschafts- und Finanzkrise, waren 8.284 Personen in Kurzarbeit. Damals gab es vor allem im verarbeitenden Gewerbe Kurzarbeit, jetzt müssen pandemiebedingt eine Vielzahl an Branchen einen Beschäftigungsrückgang vermelden.

Vor allem betroffen sind der Dienstleistungsbereich (z.B. das Gastgewerbe, Tourismus- und Freizeiteinrichtungen) und der Handel (außer Lebensmittel / Drogerien). Es gab aber auch konstante Branchen, etwa die Öffentliche Verwaltung, das Baugewerbe sowie die IT und Kommunikation. Nach einer guten Herbstbelebung dämpfte die zweite Corona-Welle die wirtschaftliche Erholung. Der Aufschwung erleidete zum Ausgang des Jahres einen Rückschlag. Zusammengefasst stellt Wackenhut dennoch fest, dass der regionale Arbeitsmarkt besser durch die Krise gekommen ist, als zu befürchten war. „Alles in allem ein verträglicher Abschluss, nachdem nicht abzusehen war, wie sich das vergangene Jahr entwickeln würde.“

Eine Prognose für das Jahr 2021 bleibt schwierig. Die Zahlen werden vom Infektionsgeschehen abhängen, doch hat der wirtschaftliche Aufschwung ab Sommer 2020 deutlich gemacht, wie schnell sich der Arbeitsmarkt erholen kann. Oliver Wackenhut nimmt die Auswirkungen des erneuten Lockdowns vorweg: „Die Anzeigen für das Kurzarbeitergeld steigen aktuell wieder an. Neben dem konjunkturellen Kurzarbeitergeld spielt jetzt auch das Saison-Kurzarbeitergeld jetzt eine Rolle.“

Die Arbeitslosenquote liegt in Garmisch-Partenkirchen aktuell bei 4,0 Prozent. Ein neuerlicher Einbruch wie im Frühjahr 2020 wird bisher nicht erwartet. Dazu tragen u.a. die staatlichen Stützungsmaßnahmen, die bereits vorhandenen Erfahrungen mit der Corona-Krise und der Beginn der Impfungen bei. tra

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Kommentare