Im Laufschritt die Zugspitze hinauf – Am Sonntag fällt in Ehrwald der Startschuss zum Zugspitz-Extremberglauf

Am Sonntag fällt der Startschuss zum Zugspitz-Extremberglauf. Fotos (2): Titus Fischer

Der Countdown läuft. Nur noch vier Tage bis zum Höhepunkt der Berglaufsaison: Am Sonntag, 8. Juli, findet der Zugspitz-Extrem- berglauf statt. Dann werden sich wieder hunderte Läuferinnen und Läufer auf den Weg zum höchsten Punkt Deutschlands machen. Seit 2005 wird das Rennen von Tirol aus gestartet, dabei gilt es 2235 Höhenmeter zu überwinden, in den ersten Jahren ging es von Partenkirchen über das Reintal zur Zugspitze.

Der Weg von der Tiroler Zugspitzregion aber ist noch romantischer als die Premieren- route von Garmisch aus. Jetzt ist die Strecke 17,94 Kilometer lang. Gestartet wird um 9.15 Uhr. „Dadurch haben die Athleten die Möglichkeit sich noch am Morgen anzumelden“, sagt Organisator Peter Krinninger. „Die Erfahrung zeigt, dass sich viele erst kurzfristig anmelden, wenn sie genau wissen, wie das Wetter wird.“ Derzeit ist die Wettervorhersage gut. Nachmeldungen können am Samstagnachmittag von 16 bis 20 Uhr oder am Sonntag von 7 bis 8.30 Uhr im Zugspitzsaal Ehrwald vorgenommen werden. Zu den selben Zeiten erfolgt auch die Startnummernausgabe. Das Gepäck muss bis spätestens 8.55 Uhr abgegeben werden, damit es nach oben ins Ziel transportiert werden kann. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.getgoing.de Vom Start am Martinsplatz in Ehrwald geht es die ersten fünf Kilometer über eine Straße zur Ehrwalder Alm. Von dort führt der Streckenverlauf weiter zur Hochfeldern Alm auf 1723 Meter. Weiter geht es über das Felderer Jöchl bis zum Gatterl, der Grenze zwischen Deutschland und Österreich. Weiter geht es zur 2051 Meter hochgelegenen Knorrhütte. Nach weiteren 500 Höhenmetern befinden sich die Athleten beim Sonnalpin, ehe der finale Höhepunkt ansteht: 1,3 Kilometer mit knapp 400 Meter Höhenunterschied! Einige Passagen sind hier durch fixierte Stahlseile gesichert, hier ist noch einmal höchste Konzentration gefordert, ehe es über die Ziellinie geht. Der Himmel muss in jedem Fall beobachtet werden. Wetterstürze in diesen Höhenlagen sind keine Besonderheit. Eine entsprechende Ausrüstung ist obligatorisch. Die Wildheit und Unzugänglichkeit der Landschaft lässt zudem viele Annehmlichkeiten, wie sie von anderen Läufen bekannt sind, einfach nicht zu. Der Lauf führt durch alle alpinen Vegetationszonen und somit auch in hoch alpine Regionen, die alpine Gefahren und plötzliche Wetterveränderungen mit sich bringen können. Entsprechend dem aktuellen Wetterbericht und der persönlichen Bedürfnisse ist jeder Teilnehmer für ausreichende Be- kleidung für die ganze Strecke selbst verantwortlich (Schuhe nur mit Crossprofil, Mützen und Handschuhe etc.). Die Temperaturen können sehr großen Schwankungen ausgesetzt sein. Auf der Strecke befinden sich ca. 45 Einsatzkräfte der Bergrettung / Bergwacht. Es gibt fünf Verpflegungsstellen auf der Strecke (Ehrwalder Alm, Hochfeldern Alm, Brandjoch, Knorrhütte, Sonnalpin) und eine im Ziel (am Brandjoch nur Getränke, Nähe Knorrhütte nur Festnahrung, an der Knorrhütte läuft Trinkwasser aus einem Brunnen vor der Hütte). Sollte ein zusätzlicher Bedarf an Verpflegung bestehen, muss sich jeder Teilnehmer selbst versorgen. Als Belohnung für ihre Leistung gibt es dann für die Teilnehmer im Ziel die wertvolle und begehrte Finishermedaille. Nordic – Walker/Runner, die im Anschluss an die Läuferinnen und Läufer starten, gehen/laufen in einer gesonderten Wertung bis zum Zugspitzplatt und haben 16,61 Kilometer zurückzulegen, bei einer Höhendifferenz von 1836 Metern. „Darüber hinaus bekommt jeder Teilnehmer einen Einkaufsgutschein in Höhe von zehn Euro für die Outdoor-Firma Raidlight“, sagt Krinninger, „sowie das neue Event-T-Shirt.“ Nach dem Zieleinlauf geht mit der Tiroler Zugspitzbahn ins Tal zur Siegerehrung am Kirchplatz in Ehrwald um 16.30 Uhr. Im Vergleich mit anderen Bergläufen gibt es beim Zugspitz-Extremberglauf deutlich höhere Preisgelder für die besten fünf Frauen und Männer zu gewinnen. Darüber hinaus gibt es viele Sachpreise für die ersten fünf Frauen und Männer in der jeweiligen Altersklasse. Im vergangenen Jahr siegte der Brite Orlando Edwards gewann in 2:04.44,1 Stunden. Um nur eineinhalb Minuten verpasste er damit den Streckenrekord, den sein Landsmann und Freund Martin Ashley Cox 2005 aufgestellt hatte. „Der Lauf führt durch eine beeindruckende Landschaft und ist wirklich sehr anspruchsvoll, vor allem der Schlussanstieg“, freute sich der Sieger nach seiner Premiere. Er war von Cox auf den Lauf aufmerksam gemacht worden. Normalerweise bestreitet er Rennen in den USA und Australien. Den Sieg sicherte sich der 36Jährige auf den letzten Metern. Zunächst sah es danach aus, dass der Südtiroler Hannes Rungger gewinnen würde. Der Mann aus dem Sarntal hatte bei der Hochfellner Alm bereits einen Vorsprung von zweieinhalb Minuten auf Edwards. Dieser lag zu diesem Zeitpunkt eine Minute vor den beiden Österreichern Richard Oberndorfer und Markus Kröll. Titelverteidiger Michael Barz lag nur auf Rang sieben. Rungger konnte seinen Vorsprung bei seiner Premiere weiter steigern und lag beim Gatterl bereits drei Minuten vor den schärfsten Verfolgern. Doch dann holten die Konkurrenten Sekunde um Sekunde auf. Beim Sonnalpin, 1400 Meter vor dem Ziel betrug der Vorsprung des schnellsten Südtiroler Marathonläufers aus dem Jahr 2009, der sich nun auf den Berglauf spezialisiert hat, nur noch 46 Sekunden auf Edwards. Auf Rang drei, rund drei Minuten hinter dem Führenden lag vor dem letzten großen Anstieg, auf dem es 400 Höhenmeter zu überwinden gilt, Barz, der einen Läufer nach dem anderen Läufer überholte. Hier zeigte sich die große Erfahrung, die Barz beim Zugspitz-Extremberglauf hat, denn er hatte in den vergangenen Jahren von Rang eins bis sechs alle Plätze belegt. Ihm dicht auf den Fersen waren der zweifache Österreichische Meister Kröll und Oberndorfer, der vor wenigen Wochen den Osterfelder-Berglauf gewinnen konnte. Rungger musste seinem hohen Anfangstempo Tribut zollen und erreichte am Ende „nur“ Rang fünf. Edwards hatte im Ziel einen Ziel einen Vorsprung von zwei Minuten auf Barz, der fünf Sekunden schneller als 2010 war. Der siebenfache Dolomitenmannsieger Kröll sicherte sich in 2:07:55,5 Stunden Rang drei, 14 Sekunden vor Oberndorfer. Bester Läufer aus der Region war Ben Smolka aus Mittenwald der in 2:30:57,6 auf Rang 21 kam und in seiner Kategorie der über 30Jährigen auf Rang vier kam. Bei den Damen holte sich Petra Summer ihren zweiten Sieg nach 2005, als sie den noch heute gültigen Streckenrekord von 2:28:48,8 Stunden aufgestellt hatte. Nach 2:41.44,9 Stunden war die Österreicherin im Ziel. Auf der Hochfellner Alm war sie noch gemeinsam mit Gerti Ott, die am Ende mit einem Rückstand von fast fünf Minuten auf Rang zwei kam, hinter der Führenden Marie-Luise Heilig-Duventüster gelegen. Ihr Vorsprung betrug zu diesem Zeitpunkt rund 90 Sekunden. Doch schon am Sonnalpin war bei den Damen die Vorentscheidung gefallen. Hier lag die 31-Jährige Summer bereits in Führung vor der Lautracherin Ott und Ann Johansson aus München. In dieser Reihenfolge liefen sie auch im Ziel ein. Schnellster Läuferin aus der Region war Elisabeth Petz aus Ehrwald auf Rang 16. Sie wurde in der Kategorie der über 40-Jährigen Siebte. Laurence Binnington aus Garmisch-Parten- kirchen kam in der Kategorie der über 30-Jährigen auf Rang elf. Bei den Nordic Runnern siegte zum Sechsten Mal Michael Epp. Nach 2:22:23,0 Stunden war der zweifacher Halbmarathon-Weltmeister im Ziel am Sonnalpin angekommen. Zweiter wurde Farl Flanderka aus Binau mit einem Rückstand von über 30 Minuten vor Martin Schmid aus Kirchheim. Bei den Frauen siegte Anne Bronold aus Germering in 3:13:57,6 vor Katrin Pauly aus Landsberg am Lech und Stefanie Schnorr aus Wien. Edna Kubala aus Garmisch-Partenkirchen wurde Siebte. Insgesamt wird das Feld wie in den vergangenen Jahren sehr international sein. „Ich erwarte rund 700 bis 800 Teilnehmer“, sagt Krinninger. „Es sind schon viele Voranmeldungen eingegangen. Neben den Top-Athleten werden auch wieder viele Volksläufer und sportliche Bergwanderer mit am Start sein.“ Der Streckenrekord scheint in Gefahr zu sein, denn Rekordhalter Cox wird am Start sein. David Schneider aus der Schweiz, der derzeit beste deutschsprachige Bergläufer hat sich angemeldet und will den ersten Sieg beim prestigeträchtigen Rennen holen. Mit dabei ist auch der Kenianer Isaac Toroitich Kosgei, der als „Wunderläufer“ bezeichnet wird. „Vor kurzem gewann er einen Berglauf in der Schweiz mit über zehn Minuten Vorsprung auf die Konkurrenz“, weiß Krinninger. Zu den Favoriten gehören auch der Vorjahreszweite Barz sowie der mehrfache polnische Meister Andrezey Dludosch sowie Pavel Brydal aus der Tschechischen Republik. Bei den Damen will Rekordsiegerin Ellen Clemens wieder angreifen. Die Ärztin vom Klinikum Garmisch-Partenkirchen, die für die LG Telis Finanz Regensburg läuft, siegte 2000, 2006 und 2007. 2005 war die mehrfache Berglauf Welt- und Europameisterschaftsteilnehmerin darüber hinaus Zweite geworden.

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