Lauter verrückte Leute … – Vorbereitungen für das dritte Theaterfestival laufen auf Hochtouren

Der irische Schriftsteller Jonathan Swift (Sepp Gramer) und seine heimliche Geliebte Miss Vanessa (Louise B. Strauss) umgeben sich mit verrückten Leuten. Foto: Bitala

Die Vorbereitungen auf das dritte Murnauer Theaterfestival im Kultur- und Tagungszentrum läuft auf Hochtouren. In der Zeit vom 26. bis 29. April stehen Theateraufführungen, Matineen und Workshops auf dem Spielplan. Es gibt ein Kinderprogramm und Late-Night-Veranstaltungen. Bereits zwei Monate zuvor gibt es am Sonntag, 4. März, die Premiere des Freien Theaters Murnau: „Der letzte Tod des Jonathan Swift“.

„Wenn jemand ewig lebt, klumpt sich die Zeit in seinem Kopf zusammen“ – das beteuert der „Mensch, der ewig lebt“ dem Hausdiener Patrick, und treibt damit den braven Lakaien schier zum Wahnsinn. Ist ja auch verständlich, denn Patrick wohnt nicht nur mit dem Schriftsteller Jonathan Swift und dessen heimlicher Geliebten Miss Vanessa zusammen, sondern auch mit jeder Menge verrückter Leute, die sein Herr zu sich auf den großen irischen Landsitz eingeladen hat, wie einen Riesen und die Menschen von der Fliegenden Insel. Als besonders lästig empfindet Patrick die vielen Liliputaner, die ihm zwischen den Füßen durchwuseln. Jonathan Swift war am 30. November 1667 in Irland geboren worden. Er war als anglikanischer Priester der Dekan der St. Patrick-Gemeinde in Belfast. Berühmt wurde Swift als Satiriker mit dem Buch „Gullivers Reisen“. Der russische Autor Grigori Gorin (1940 - 2000) verarbeitete das nicht unumstrittene Leben Swifts und dessen Romanfiguren zu einem Bühnenstück. Diese in Deutschland äußerst selten inszenierte Tragikomödie steht in diesem Frühjahr im Mittelpunkt des Murnauer Theaterfestivals: „Der letzte Tod des Jonathan Swift“ – nachdem Swift bereits dreimal gestorben war, hat er sich völlig von der Außenwelt zurückgezogen und umgibt sich nur noch mit den Gestalten aus „Gullivers Reisen“. Auf die Bühne des Kultur- und Tagungszentrum gebracht, wird das zeitkritische aber durchaus kurzweilige Stück von den Laiendarstellern des Freien Theater Murnau. Die Regie übernimmt der in Murnau lebende Iraker Samir Yacoob, der sein künstlerisches Handwerk in Mosul, Bagdad und Basra studierte. Im vergangenen Jahr und zum selben Anlass inszenierte Samir Yacoob das österreichische Kultstück „Der Bockerer“. „Das aktuelle Spiel ist eine schöne Fantasiereise und eine Anregung an das Publikum, Anteil an dem Geschehen auf der Bühne zu nehmen, in dem der Zuschauer Situationen des eigenen Lebens wiedererkennen kann. Im Laufe des Stücks wird er vom Unwissenden, Unbekümmerten, Zufriedenen zu einem, der die bittere, aber versteckte Wahrheit hinter der Illusion seines Lebens entdeckt“, sagt er. Die Eckpfeiler des Festivals sind neben der Swift-Eigenproduktion, das Gastspiel der Marburger Waggonhalle und die Wiederaufnahme der Komödie „Willis wilde Weiber“, die Harry Helfrich beim letztjährigen Garmisch-Partenkirchener Kultursommer inszenierte. Der Initiator des Murnauer Theaterfesti- vals, Willi Manske – bekannt aus der BR-Fernsehserie „Dahoam is Dahoam“ – steuert das Drama „Der Tod und das Mädchen“ bei. Weitere Infos sind beim Vorsitzenden des Murnauer Freien Theaters, Michael Karrasch zu erfragen: info@rechtsanwalt-michael-karrasch.de.

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