Risiken bewusst machen

Lawinencamp für junge Freerider auf der Zugspitze

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Beim Lawinencamp auf der Zugspitze soll der Respekt vor der Natur und ihren Gefahren mit Spaß vermittelt werden.

Abseits der Piste Skifahren und Snowboarden. Das liegt im Trend, das macht Spaß, das ist cool – finden nicht nur Erwachsene. Auch Kinder und Jugendliche suchen das Abenteuer im Tiefschnee. Doch sind sie sich der Risiken selten bewusst. Daher initiiert der Deutsche Skilehrerverband (DSLV) das Junior Snow Safety Camp.

Am 14. und 15. Dezember werden 10- bis 17-jährige Wintersportler auf der Zugspitze in Lawinenkunde geschult und für Gefahren sensibilisiert. Ein Pilotprojekt. Max Pohl versteht es nur zu gut, wenn Skifahrer und Snowboarder Tiefschnee nicht widerstehen können. Das geht ihm, dem staatlich geprüften Skilehrer und Mitglied im Ausbilderteam des Deutschen Skilehrerverbands (DSLV), ja nicht anders. Aus seiner Erfahrung am Berg weiß er: Auch Kinder und Jugendliche lieben Powdertage, stürzen sich bei Neuschnee einfach hinein in die Hänge, allerdings ohne mögliche Risiken zu kennen. Sie sehen es bei den Erwachsenen – und probieren es selbst. „Wir sind gewissermaßen Multiplikatoren, wir leben es ihnen vor“, sagt Max Pohl (28). „Das bringt Verantwortung mit sich.“ Dieser kommt der DSLV nun nach. Er hat das erste Junior Snow Safety Camp für Skifahrer und Snowboarder im Alter zwischen 10 und 17 Jahren ins Leben gerufen. An den beiden Tagen steht auf der Zugspitze die Aufklärung im Zentrum. Die Initiatoren und ihre Partner wollen bei der Jugend Sensibilität für das Thema Lawinen wecken. Pohl erklärt es so: „Wir möchten den Jugendlichen vermitteln: ,Hey Leute, das, was ihr macht, ist cool. Und so macht ihr es richtig.‘“ Das Thema Lawinen ist umfangreich und komplex. Erfahrung spielt bei der Beurteilung von Situationen am Hang sowie den Konsequenzen eine entscheidende Rolle. „Man lernt nie aus“, sagt Max Pohl. An zwei Tagen vermitteln die DSLV-Profis den jungen Skifahrern und Snowboardern wichtige Grundlagen. Das beginnt bei Informationen zum Skigebiet. 

„Die Jungs und Mädchen sollen wissen, wo sie unterwegs sind.“ Zudem erfahren die Teilnehmer am Junior Snow Safety Camp, welche Sicherheitsausrüstung sie brauchen und wie sie diese nutzen. Sie sehen sich genau an, wie sich eine Schneedecke aufbaut und lernen, wie Lawinen entstehen, welche Rolle Wind, Temperaturen und Sonne spielen. Es geht darum, den Berg zu verstehen, die Mächte der Natur wahrzunehmen und ihnen von Anfang an mit Respekt zu begegnen. Alle Informationen werden dabei kind- und jugendgerecht aufbereitet. Theorie und Praxis am Berg wechseln sich ab. „Die Kids sollen mit Spaß lernen“, sagt Max Pohl. Eine zentrale Botschaft werden er und das DSLV-Team den jungen Wintersportlern mit auf den Weg geben: „Der Wind ist der Baumeister der Lawinen.“ Mit dem Junior Snow Safety Camp legen die Initiatoren und ihre Partner die Basis für ein verantwortungsvolles Verhalten im Schnee. Das Angebot richtet sich an Kinder und Jugendliche, die bereits sicher schwarze Pisten hinunterfahren. Als Skikurs ist es nicht gedacht. „Wir wenden uns an die, die Können und Interesse am Thema mitbringen“, sagt Pohl. Betreut werden sie in Gruppen von maximal acht Teilnehmern von professionellen DSLV-Ski- und Snowboardlehrern. Mehr Infos: www.juniorsnowsafetycamps.de/ kb

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