3,5 Mio. Euro Projekt: Zwei Dammbauwerke in der Rainlähne und künstlicher Lawinenauslöser

Lawinenschutz eingeweiht

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Drückten gemeinsam auf das rote Knöpfchen zur Lawinensprengung (v. li.): Roland Kriegsch, Bezirksrat und Bürgermeister Thomas Schwarzenberger (Krün), die Landtagsabgeordneten Martin Bachhuber und Harald Kühn, Bürgermeister Adolf Hornsteiner, Regierungspräsidentin Brigitta Brunner, Landrat Anton Speer, Christian Wanger (Umweltministerium) und Landtagsabgeordneter Florian Streibl.

Mittenwald – In einjähriger Rekordzeit wurden am Karwendel zwischen August 2016 und August 2017 in der Rainlähne zwei Dammbauwerke und danach bis Oktober noch eine künstliche Lawinenauslösung unterhalb des Gerber-Gipfels errichtet. Jetzt wurde das 3,5-Millionen-Projekt – 500 000 Euro entfielen auf die Lawinensprenganlage auf der „Gerberplatte“ – mit einem Festakt am Fuße der Umlenkdämme eingeweiht.

„Ein Jahr früher als geplant“, lobte Behördenleiter Roland Kriegsch vom Wasserwirtschaftsamt (WWA) Weilheim vor zahlreichen Ehrengästen und Besuchern, „dies ist eine logistische Meisterleistung, bei der uns auch der Deutsche Alpenverein mit der Sektion Mittenwald bei der Neuerrichtung der Materialseilbahn geholfen hat“. Für die verhinderte Bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf trat Christian Wanger ans Rednerpult. „Anlass zu diesem Lawinenschutz war die 1999 auf Mittenwald herunter gekommene Staublawine. Die Abmessungen der beiden Dämme (Anm. d. Red.: 312 Meter lang und 25 Meter hoch/140 Meter lang und 13 Meter hoch) wurden per Computersimulation anhand der letzten 150 Jahre Schneefall ermittelt. Diese Schutzwälle sind für die Zukunft gebaut“.

Pflanzten zwei Bäumchen (v. li.): Landrat Anton Speer, Regierungspräsidentin Brigitta Brunner und Bürgermeister Adolf Hornsteiner.

  

Landrat Anton Speer bezeichnete die von seinem Amt in Zusammenarbeit mit dem Katastrophen- und Umweltschutz und von der Marktgemeinde Mittenwald finanziell unterstützte Verbauung als unerlässlich für die Sicherheit der Bevölkerung. „Deshalb haben wir im Januar 2017 auch die Genehmigung zur Errichtung der Sprenganlage erteilt“.

Bürgermeister Adolf Hornsteiner erinnerte an die große Staublawinen von 1907, deren Ausläufer ebenso wie die zweite Lawine 1999 über die Isar hinweg bis in den Ort reichte. „Die Natur ganz besiegen kann der Mensch nicht, deshalb ist Demut angebracht. Diese Demut unserer Bevölkerung hat schon immer die hiesige Kulturlandschaft geprägt“, betonte der Rathauschef, „mein Lob geht an alle an diesem Projekt beteiligten Verantwortlichen“. Nach der kirchlichen Segnung durch den evangelischen Gemeindepfarrer Wolfgag Scheel und dem ehemaligen Militärpfarrer Pater Stemmler wurden noch zwei Informationstafeln enthüllt und drei Latschenkiefern eingepflanzt. Diese stehen symbolisch für die spätere Begrünung und sollen der Verfestigung der beiden riesigen Schutzwälle dienen. „Mittenwald ist dank innovativer Technik“, so der mit Regierungspräsidentin Brigitta Bunner nach Mittenwald gekommene Wanger, „ein gutes Stück sicherer geworden“.

von Wolfgang Kunz

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