Vorträge und Praxistraining für die Experten

Lawinensicherheitstage der Heeres- und Polizeibergführer in Mittenwald

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Praxis an der Zugspitze trotz schlecher Witterungsbedingungen: Major Ivo Ludwig untersucht die Kornform und Korngröße einer in einem Schneeblock gebrochenen Schwachschicht.

Mit einer solch hohen Beteiligung hatte man nicht gerechnet: Statt der ursprünglich geschätzten 80 Teilnehmer nahmen an den vom Verband Deutscher Heeresbergführer (VDHBF) sowie dem Verband der Polizeiberg- und Skiführer (VdPBS) organisierten „Lawinensicherheitstagen“ schließlich rund 170 Gäste teil.

Das abwechslungsreiche Programm weckte nicht nur Interesse bei den Vereinsmitgliedern. Vertreter zahlreicher weiterer Ins­titutionen und auch einzelne Alpin-Experten reisten zur zweitägigen Fortbildung nach Mittenwald ins Offizier-Kasino an. Lawinensicherheit ist ein Thema, bei dem selbst erfahrene Bergsteiger und Bergführer nie auslernen können. So wurden am ersten Tag, der den theoretischen Vorträgen vorbehalten war, die Bergführer besonders zur Selbstreflexion angeregt. Dabei stand die Frage im Vordergrund, wie sorgfaltspflichtig die eigene Planung und Durchführung der Touren tatsächlich ist. Insgesamt sieben Experten referierten zu verschiedenen Aspekten. Es wurden Lawinenunfälle analysiert, Haftungsfragen, bzw. juristische Kriterien beleuchtet, neue Erkenntnisse bei der Risikobeurteilung und Veränderungen bei der Erstellung des Lawinenlageberichts erläutert. Unter den Referenten waren u.a. Dr. Christoph Mitterer vom Lawinenwarndienst Tirol und Dr. Thomas Feistl von der Lawinenwarnzentrale sowie Polizeihauptkommissar Walter Schmid und Chris Semmel vom Verband Deutscher Berg- und Skiführer. 

Am nächsten Tag wurden die theoretischen Inhalte trotz heftiger Sturmböen auf der Zugspitze in die Praxis umgesetzt. Die Spezialisten nahmen hier die frischen Triebschneeablagerungen und mögliche bodennahe Schwachschichten unter die Lupe. Dabei zeigte Dr. Thomas Feistl, zusammen mit zahlreichen Polizeibergführern seines Lehrteams, wie man am besten vorgeht. Zwei Ausbilder der Firma PIEPS brachten die Teilnehmer auf den neuesten Stand der Verschüttetensuche. Bei dem schlechten Wetter war die Sta­tion von Herbert Steinmaßl (Firma DYNAFIT) zum Testen verschiedener Ski eine willkommene Abwechslung. Zur Verabschiedung betonten alle Teilnehmer den Erfolg dieser besonders aufschlussreichen Veranstaltung. kb

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