Christliche Wallfahrtstradition im Ammertal

Leonhardiritt in Unterammergau

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Die schön geschmückten Pferde bieten beim Leonhardiritt in Unterammergau etwas fürs Auge.

Am Sonntag, 27. Oktober, ist Leonhardi in Unterammergau. Ein Feiertag für Einheimische, Bauern, Ross und Reiter. Je nach Witterung rechnen die Veranstalter mit 130 bis 140 Pferden – meist Haflinger und Kaltblüter. Sie kommen aus Garmisch-Partenkirchen, Krün und Mittenwald, aus Rottenbuch, Wildsteig Unterammergau und den Ammertalgemeinden. 

Halbzehn ist alles hergerichtet: Weißblaue Fahnen wehen im Herbstwind. Die letzten Wallfahrer kommen an, finden mit ihren Rössern den richtigen Platz. Das eine oder andere Pferd tänzelt noch nervös umher. Die Reiter kriegen es rasch in den Griff. Kurz vor der Wallfahrt trägt Landrat Anton Speer die Standarte der Leonhardigemeinschaft Unterammergau und Umgebung zu den Vorreitern. Als Vorsitzender des Vereins lässt es sich Speer nicht nehmen, von Kutsche zu Kutsche zu laufen, bei den Reitern und Fuhrleuten vorbeizuschauen. Er begrüßt jeden per Handschlag und persönlichen Worten – man kennt sich seit Jahren. Wenn die Glocken der Pfarrkirche St. Nikolaus zehn Uhr verkünden, zieht die Prozession die Dorfstraße entlang zur Ammerbrücke und über die B 23 zur Abzweigung am Sportplatz. Der Weg führt hinauf zur Kappel-Kirche. 

Der Leonhardiritt in Unterammergau ist eine christliche Wallfahrt. Den Kutschen und Reitern voran marschieren die Musiker der Blaskapellen aus Unterammergau, Oberammergau, Altenau, Ettal und Bad Kohlgrub. Im Gleichschritt blasen sie Choräle, tragen ihre Instrumente und laufen den steilen Anstieg zur Kappel hoch. Danach haben sie sich ihre Brotzeit verdient. Die Honoratioren und Ehrengäste werden kutschiert und winken den rund 4000 Zaungästen am Wegesrand zu. Neben der Kappel-Kirche ist der Altar aufgebaut und nach der Eucharistie schreitet der Priester mit den Ministranten durch die Reihen der Wallfahrer. Mit Weihwasser segnet er die Pferde und ihre Besitzer. gb

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