Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen und Verkehrsminister Alexander Dobrindt beim Neujahrsempfang

Hochrangiger Besuch in Mittenwald

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Beim Eintrag ins Goldene Buch: Ursula von der Leyen und Alexander Dobrindt. Dahinter die Gastgeber Bürgermeister Adolf Hornsteiner mit Gattin Gabriele und Kommandeur Oberstleutnant Andreas Bockmann mit Ehefrau Christiana.

Mittenwald – Der gemeinsame, schon traditionelle Neujahrsempfang der Marktgemeinde Mittenwald und des Standort­ältesten der Bundeswehr, im Offiziersheim der Mittenwalder Kasernen stand unter einem guten Stern.

Bundesministerin der Verteidigung, Ursula von der Leyen und Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, Alexander Dobrindt, der Einladung gefolgt. Drei gepanzerte, schwarze Wagen brachten die Minister fast termingerecht zum Offiziersheim, wo sie mit warmem Applaus empfangen wurden. Nach kurzem „Frischmachen“ trafen sie sich dann am großen runden Tisch im Teezimmer, um sich ins Goldene Buch der Marktgemeinde und in das des Standorts einzutragen. Begleitet wurden sie dabei von Bürgermeister Adolf Hornsteiner und dem Standortältesten, Oberstleutnant Andreas Bockmann, mit ihren Ehefrauen. Bürgermeister Hornsteiner überreichte beiden Ministern ein nachgestaltetes Violinenholz und ein Buch über den Mittenwalder Geigenbau. Und Alexander Dobrindt zauberte für seine Ministeramtskollegin ein Bild von der „Heiligen Ursula“ aus dem Kloster Ettal hervor.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen freute sich, in Mittenwald zu sein „und hier zu spüren, wie fest verwurzelt die Gebirgsjäger in der Region sind.“ Sie war nicht mit leeren Händen zu den Gebirgsjägern gekommen und kündigte an, „in den nächsten fünf Jahren 33 Millionen Euro für den Standort Mittenwald zu investieren“. Von der Leyen fand darüber hinaus klare Worte zur Flüchtlingskrise. Es werde Zeit, Regeln und Grenzen einzuhalten und die Situation zu stabilisieren. „So etwas wie das Jahr 2015 darf nicht mehr passieren“, erklärte die CDU-Spitzenpolitikerin, denn „der massive Flüchtlingsansturm vor über einem Jahr hat uns an die Grenze unserer Leistungsfähigkeit gebracht“. Nun aber werden die Außengrenzen des europäischen Kontinents wieder effektiv geschützt. Diese Balance gelte es aufrecht zu halten. Angesichts der globalen Herausforderungen müsse man die Demokratie in der BRD „wetterfest machen“, mahnte sie und erteilte gleichzeitig jenen eine Abfuhr, die die Flüchtlingsfrage für einen Rechtsruck in der Republik ausnutzen wollen.

Herausforderungen für Mittenwald

Der gemeinsame Neujahrsempfang in Mittenwald gab nicht nur der Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen die Gelegenheit für ein Grußwort. Im großen Saal sprach auch Oberstleutnant Bockmann sein Willkommensgruß an die ca. 330 geladenen Gästen aus Politik, Bundeswehr, Geistlichkeit, Wirtschaft, Vertretern der Dienststellen aus den USA, Österreich und Frankreich, sowie der Vereine und Organisationen aus dem Isartal.

Die 2016 neu definierten Grundlagen der deutschen Sicherheitspolitik und der sich daraus ergebenden Verantwortung. Für das GebJgBtl 233 gab es nach den Flüchtlingshilfen die Zertifizierung und Vorbereitung auf ihre ab Februar 2017 bis Januar 2018 anstehenden Einsätze in Mali. Auch wurde an der Struktur des Ausbildungszentrums für die Weiterentwicklung der Infanterie gearbeitet. Bockmann betonte die gute Verbindung der Soldaten und ihren Familien mit den drei Isartalgemeinden, bevor er das Rednerpult für Bürgermeister Adolf Hornsteiner freimachte. Den stimmten die deutlichen Worte zur Flüchtlingskrise von Ursula von der Leyen zuversichtlich: „In den vergangenen 12 Monaten ist viel geschehen in der großen Welt - und auch Mittenwald musste sich mit den Probleme der Flüchtlinge auseinandersetzen. Doch“, so Hornsteiner weiter, „die große Politik in Berlin scheint erkannt zu haben, dass man differenzieren muss zwischen den Flüchtlingen, die aus großer Not und Terror ihr Land verlassen und denen, die hier ein wirtschaftlich besseres Leben suchen.“ Die Entwicklung in den USA sieht Hornsteiner mit Sorge. Auch für ihn sei das von einer Beraterin Donald Trumps geprägte Schlagwort von „alternativen Fakten“, bereits jetzt das „Unwort des Jahres“. Laufe denn jetzt auf einmal das Wasser nicht von oben nach unten – sondern umgekehrt, weil man sich an „reellen Tatsachen“ nicht mehr orientiere? fragte er und griff dann zu seiner Zither, um mit einem seiner Lieblingsstücke „Morgen im Karwendel“ die kleine Welt wieder in Ornung zu bringen.

Alexander Dobrindts Begrüßungsworte waren herzlich, aber kurz. Denn er fühle sich neben seiner Kabinettskollegin von der Leyen „mit ihren fundamentalen Bundeswehraufgaben wie ein Ministrant“. Als Bundesminister und Kabinettsmitglied erklärte aber auch er, dass der Standort Mittenwald als Ausbildungszentrum einen Sonderstatus genieße und nicht zur „Dispostion“ gestellt werde.

Von Kornelia Wehmeier

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