Corona-Maßnahmen stoßen bei der Bayerischen Zugspitzbahn auf völliges Unverständnis

Seilbahn-Branche fordert 2G Regeln für den Skisport

Seilbahn
+
Bei der Bayerischen Zugspitzbahn fürchtet man um die Skisaison, die auf der Zugspitze gerade erst begonnen hat.
  • Ilka Trautmann
    VonIlka Trautmann
    schließen

Die verschärften Corona-Maßnahmen in Bayern drängen die bayerischen Seilbahnunternehmen an den Rand des wirtschaftlichen Abgrunds. Die Kritik an 2G plus ist groß und wird als „Lockdown durch die Hintertür“ gewertet.

Die seit 24. November geltende Anordnung der 2G plus-Regelung für Seilbahnen hat für völliges Unverständnis bei den Betreibern gesorgt. Die personellen Voraussetzungen und der logistische Aufwand einer Testung der Gäste sei für die Unternehmen, von denen viele kleinere Familienbetriebe sind, nicht zu stemmen, heißt es in einer Pressemitteilung. Außerdem stünden die Testkapazitäten gar nicht zur Verfügung. Ein wirtschaftlicher Betrieb sei damit nicht mehr möglich. „Bei uns herrscht völliges Unverständnis“ sagt Matthias Stauch, der Präsident des Verbandes Deutscher Seilbahnen (VDS) und Vorstand der Bayerischen Zugspitzbahn Bergbahn AG. „Das ist ein Lockdown durch die Hintertür“, wird Peter Lorenz, der stellvertretende Vorstand des VDS, zitiert. „Aus unserer Sicht sind diese Maßnahmen absolut unverhältnismäßig. Wir fordern von der Politik, Skibetrieb unter 2G-Bedingungen zu ermöglichen und uns damit den österreichischen Nachbarn gleichzustellen. Sonst wäre das wirtschaftlicher und ökologischer Unsinn.“

Entscheidend bei der Pandemiebekämpfung sei an erster Stelle die Impfquote, hier sollten Anreize geschaffen werden und eine 2G-Regelung für den Wintersport / auf den Pisten könnte ein starker Anreiz sein. „Wintersport kann als Motivations-Booster für die Impfung genutzt werden“, ist Matthias Stauch überzeugt. „Eine 2G plus-Regelung bestraft dagegen alle Geimpften.“ Ein bedrohlicher Schatten des absoluten Super-Gaus, nämlich eine Absage der Wintersaison durch einen Lockdown, zeichnet sich nach Sicht der Seilbahnbranche bereits am Horizont ab.

Bereits im vergangenen Jahr wurde der Branche mit häppchenweisen Lockdowns schließlich fast die komplette Wintersaison 2020/21 gestrichen. Wo keine Wintersportler sind, werden beispielsweise auch Gastronomie und Hotellerie extrem leiden. Große Sorge bereitet den Unternehmen auch die Aussicht auf einen erneuten „wilden Zulauf“ in den Skigebieten, wie er vergangene Saison zu beobachten war. Trotz geschlossener Infrastruktur und Pisten wurden viele Regionen von Skitourengehern regelrecht überrannt, ohne Rücksicht auf den Infektions- oder auch den Naturschutz. Hier sei die Lenkungsfunktion und der kontrollierte Ablauf durch geöffnete Seilbahnen und Schlepplifte unbedingt nötig. Der Präsident des Verbandes Deutscher Seilbahnen kritisiert, dass im Sommer der Wahlkampf wichtiger war als die Pandemie: „Wir müssen erneut die Versäumnisse der Politik ausbaden und als Bauernopfer herhalten,“ so Matthias Stauch. Die Seilbahnbetreiber kündigten an, die Auflagen auf ihre Rechtmäßigkeit prüfen zu lassen.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Der entscheidende Piks im Impfzentrum des Landkreises Garmisch-Partenkirchen
Garmisch-Partenkirchen
Der entscheidende Piks im Impfzentrum des Landkreises Garmisch-Partenkirchen
Der entscheidende Piks im Impfzentrum des Landkreises Garmisch-Partenkirchen
»Die Jahre in Garmisch-Partenkirchen werden mir unvergessen bleiben«
Garmisch-Partenkirchen
»Die Jahre in Garmisch-Partenkirchen werden mir unvergessen bleiben«
»Die Jahre in Garmisch-Partenkirchen werden mir unvergessen bleiben«
Der Zugspitz-Postbote
Garmisch-Partenkirchen
Der Zugspitz-Postbote
Der Zugspitz-Postbote
König Ludwig Lauf 2019 in Oberammergau
Garmisch-Partenkirchen
König Ludwig Lauf 2019 in Oberammergau
König Ludwig Lauf 2019 in Oberammergau

Kommentare