Der große Reformator Martin Luther

„Luther für jedermann“ vom Creme Frech

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Christian Hartelt schlüpft in die Rolle von Martin Luther. Hier als „Junker Jörg“ während seiner Zeit auf der Wartburg.

GAP – Gebeugt steht er da: Der große Reformator Martin Luther. „Sie gehen hart mit mir ins Gericht“, sagt er zu Paul, einem jungen Mann. Er war mit seiner Freundin Magdalena während einer Wanderung in eine Kirche gegangen, um auszuruhen. Das junge Paar, sie Protestantin und er Agnostiker, reflektieren aus heutiger Sicht die Ereignisse um die Reformation 1517 und die Person Luthers. Dabei streiten sie über sein Vermächtnis. Googeln dabei auf dem Tablet.

Das Bühnenstück „Luther für jedermann“ von Andreas M. Bräu hat die Theatergruppe „Creme Frech“ im Rahmen des Ökumenischen Kirchentages Garmisch-Partenkirchen „1517 Aufbruch – 2017 gemeinsam weitergehen“ in der evangelisch-lutherischen Johanneskirche aufgeführt. Bräu hat die Textcollage frei nach dem Stück „Der Fall Luther“ von Karlheinz Komm geschrieben. 

Rund 200 Zuschauer erlebten eine beeindruckende Premiere. Regisseurin Margot Schäfer gelang mit ihrem Ensemble eine spannende aber auch kurzweilige Inszenierung. 30 Creme Frech-Darstellerinnen und Darsteller in aufwendig gestalteten Kostümen, wirkten mit. Schäfer zeigte Martin Luther anhand ausgewählter Szenen als eine „vielschichtige“ Person. Als junger Mönch, der an seinem Glauben gezweifelt und daran fast verzweifelt wäre; wie er im Wittenberger Augustinerkloster das „Prinzip der Gerechtigkeit Gottes“ erkennt. Oder aber sich weigert seine Thesen zu widerrufen. Und inkognito als „Junker Jörg“ auf der Wartburg in Eisenach das Neue Testament ins Deutsche übersetzt. Im Altarraum der Kirche wurde gespielt. Das Bühnenbild: Vier Stühle, ein Tisch und zwölf Würfel. Jede Seite des Würfels hat eine andere Farbe; sie lassen sich leicht verschieben und aufstapeln. Eine „graubraune“-Würfelwand kennzeichnet die Lutherzelle im Augustinerkloster. Die „goldfarbene“ Seite das Verhör Martin Luthers durch Kardinal Thomas Cajetan. Zu Beginn und zum Ende des Stückes bilden die Würfel ein buntes Tor, dass an das Thesentor auf dem Richard-Strauß-Platz erinnert. 

Die ausgewählte Musik zu „Luther für jedermann“ stammt aus dem 16. Jahrhundert. Auf historischen Instrumenten, wie der Laute und dem Dulzian wird gespielt. Auch der Chor unterhält die Zuschauer mit Musikstücken aus der Zeit des berühmten Mannes, der selbst Komponist und Lautenspieler war. Die musikalische Leitung hatte Dekanatskantor Wilko Ossoba. Begeisterter Applaus am Ende für 70 Mitwirkende, die „Luther für jedermann“ möglich machten. „Großartig. Fantastisch“ – sagten einige Zuschauerinnen kurz und knapp. 

Weitere Aufführungen: 14. und 16. Juli – jeweils 19.30 Uhr in der Evang. Johanneskirche Partenkirchen, Hindenburgstraße 39a.


Historisches Markttreiben 

Darf es eine Scheibe Bauernbrot „Eisleben“ sein oder „Wittenberg“ mit Griebenschmalz? „Käthe’s Sanfte Pfanne“ ist auch im Angebot. Das Essen auf dem Historischen Markt erinnert selbstverständlich auch an Martin Luther. Eisleben, der Ort an dem er 1483 geboren und 1546 gestorben ist. Wittenberg, dort schlug er 1517 seine Thesen an die Tür der Schlosskirche. „Mein Herr Käthe“, nannte er wohl des öfteren seine Frau. Der kleine Markt auf dem Gelände der evangelischen Johanneskirche lädt ein in die Zeit des Mittelalters einzutauchen. Oder aber auf das Theaterstück „Luther für jedermann“ von Andreas M. Bräu mit dem Ensemble der Theatergruppe Creme Frech einstimmen. Fenchelsamen, Süßholz, Ringelblumensalbe, Creme mit Rosenwasser, Blaubeeren, Salbei - „Wir haben das, was es damals gab“, sagt lächelnd eine Frau am Apothekerstand. Mit Salbei habe man sich früher die Zähne geputzt und Blaubeeren seien gut für die Verdauung, erzählt sie.

 In mittelalterlichen Gewändern gekleidet, informieren die „Standbetreiberinnen“ vom Inner Wheel Club Garmisch-Partenkirchen, über das, was da auf dem Tisch ausgebreitet ist. Gleich nebenan zeigt Gerty Roscher von den Werdenfelser Künstlern e.V., Bilder von Luther. Der Maler Lukas Cranach d. Ä. fertigte von dem Reformator seinerzeit eine Vielzahl von Portraits an. Das Mittelalter begeistert auch die Werdenfelser Landknechte e.V., die in ihren detailgetreuen Gewändern am Historischen Markt mitwirken. Zwei Frauen von den Schulen für Holz und Gestaltung des Bezirks Oberbayern kann man beim Schnitzen zuschauen. Sie kleiden sich gern mittelalterlich. Sie mögen die Musik von damals und das Handwerk, wie es damals war. Eine spannende Zeit war es, finden sie. Zur Freude der Besucher führt der Kinder- und Jugendzirkus Pfarelli einige Kunststücke vor. Für jeden ist auf dem Historischen Markt etwas dabei.

Historischer Markt 15. und 16. Juli von 15 -19 Uhr auf dem Gelände rund um die evang. Johanneskirche Partenkirchen, Hindenburgstraße 39a.

Von ask

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