Mädchen schnuppern "Kasernenluft" – "Girls’ Day": Schülerinnen im Panzer, an der Kletterwand und auf dem Schießplatz

Beim „Girls’ Day“ sollen Mädchen an typische Männerberufe herangeführt werden. Die Bundeswehr beteiligt sich daran mit 160 Veranstaltungen in ganz Deutschland. Auch die Gebirgsjäger der Edelweißkaserne in Mittenwald öffneten ihre Pforten. Die Bundeswehr will ihren Frauenanteil bundesweit von momentan knapp neun Prozent (das sind 17000 Soldatinnen) auf 15 Prozent im Truppen- und 50 Prozent im Sanitätsdienst erhöhen. Seit 2003 beteiligt sie sich deshalb am „Girls’ Day“, der jährlich Ende April in ganz Deutschland stattfindet und Mädchen für klassische Männerberufe interessieren soll.

17 Mädchen sind erschienen, alle zwischen 14 und 16 Jahre alt. Auf dem Programm stehen Versuche der Schülerinnen an der Kletterwand, an der sich sonst Soldaten der Gebirgs- und Winterkampfschule auf ihre Einsätze vorbereiten. Oberfeldwebel Dominika Gröbl hilft den Mädchen, die Klettergeschirre anzulegen. Die 27-Jährige gehört seit acht Jahren der Stabsversorgungskompanie an. Sie ist S6-Feldwebel, also für IT und Fernmeldegeräte zuständig. „Gelernt habe ich Fachinformatikerin“, erzählt die junge Frau, „aber ich habe mich in meinem Job gelangweilt. Die Abwechslung vom normalen Berufsalltag im Büro und den vielen Geländeübungen hat mich gereizt. Ich bin schon immer gern in die Berge gegangen und Ski gefahren.“ An der Kletterwand wagen derweil die zwei Mutigsten aus der Gruppe den Aufstieg. Mit Seilen gesichert, die zwei Soldaten fest im Griff haben, arbeiten sie sich langsam an den Trittvorrichtungen nach oben. Gekonnt sieht das bei Steffi Kaiser aus. Die 15-Jährige kommt zügig voran, sie hat schon ein paar Mal an einer Kletterwand trainiert. Von der Halle geht es weiter zur Fahrzeugschau, wo Sanitätsfahrzeuge und Panzer inspiziert werden. Eine Rettungsassistentin, die letztes Jahr in Afghanistan im Einsatz war, erklärt: „Im Einsatz sind wir oft ohne Arzt unterwegs. Dann müssen wir auch Medikamente verabreichen, weshalb wir gefordert sind uns ständig weiterzubilden.“ Damit sie am eigenen Leib spüren, wie anstrengend schon allein das Schleppen der Ausrüstung ist, legt sie den Mädchen eine zwölf Kilogramm schwere Splitterschutzweste aus Titanplatten an, deren Tragen Pflicht ist im Einsatz. Dazu kommt der Sanitätsrucksack, der, je nach Ausstattung, zwischen 15 und 18 Kilo wiegt. Am zwei Kilometer entfernten Schieß-Übungsplatz werden den Mädchen kurz Funktionen und Einsatzbereiche verschiedener Waffen erklärt, bevor sie bei Schießübungen zusehen dürfen.

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