LBV warnt vor Gefahren für Igel & Co.

Mähroboter, Fadenmäher und Freischneider gefährden kleine Tiere im Garten

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Schlafende Igel werden von Mährobotern nicht als Hindernis erkannt und tödlich verletzt.

Bayerns Igel leben gefährlich. Selbst in ihren „Schlafzimmern“, im Garten, sind sie nicht mehr sicher. Ihre übermächtigen Gegner: motorisierte Mähroboter und Fadenmäher. Durch Rasenroboter haben kleine Säugetiere wie Igel, aber auch Blühpflanzen, Insekten, Amphibien und Spinnentiere keine Chance, im Garten zu überleben. Laufen die Mähroboter nachts oder in der Dämmerung, sind die nachtaktiven Igel besonders gefährdet.

„Die meisten Rasenmähroboter erkennen kleine Tiere nicht als Hindernis. Kleine Igel können dabei komplett überrollt und verletzt oder getötet werden, was uns zugesandte Fotos immer wieder beweisen“, erklärt der Vorsitzende der LBV-Regionalgruppe GAP/WM-SOG Hans-Joachim Fünfstück. „Mähroboter sind das Symbol für die Naturzerstörung in deutschen Gärten. Wo sie fahren, gibt es keine Blüten und somit auch keine Insekten und andere Gartentiere mehr“, kritisiert Fünfstück. Eine noch größere Gefahr für Igel stellen Fadenmäher oder Freischneider dar. Unbedachte Mäharbeiten kosten so vielen schlafenden Igeln das Leben. 

Von Jahr zu Jahr erfreuen sich Mähroboter in deutschen Gärten immer größerer Beliebtheit. Ein Test von Rasenmährobotern der „Stiftung Warentest“ zeigt, dass bei der Sicherheit große Mängel bestehen. Von den acht geprüften Geräten bekamen in dieser Kategorie alle Mähroboter lediglich ein „ausreichend“. Die Sicherheitsmängel zweier Rasenroboter waren sogar so gravierend, dass sie komplett durch den Test durchgefallen sind. Getestet wurde die Sicherheit mit Erwachsenen- und Kinder-Prüffüßen sowie Prüfarmen mit Finger­elementen. Ausgestreckte Hände wurden von keinem der geprüften Rasenroboter als Hindernis erkannt. „Ebenso wie der Mähroboter keine Prüfkörperteile erkennt, die unter den Geräterand passen, werden auch kleine Igel, Kröten, Eidechsen oder Insekten nicht als Hindernis erfasst“, so der LBV-Fachmann. Zwar weisen die Bedienungsanleitungen der Hersteller darauf hin, dass das Gerät am besten tagsüber und nicht unbeaufsichtigt arbeiten darf. „Aber genau aus dem Grund, fürs Rasenmähen nicht zuhause sein zu müssen, kauft man sich doch so ein Gerät“, erklärt Fünfstück. „Jedes Jahr sterben hunderte von Igel deutschlandweit durch Verletzungen, verursacht durch motorisierte Gartenwerkzeuge. Und nur aus dem Grund, weil die Tiere zur falschen Zeit am falschen Ort geschlafen haben“, berichtet Fünfstück. Dabei gibt es eine einfache Lösung: „Etwas mehr Mut zur Wildnis im Garten und einfach mal den Mäher im Schuppen stehen lassen. Das bring nicht nur mehr Freizeit, sondern auch mehr Artenvielfalt in den Garten. 

Wer dennoch mähen möchte, sollte vorab unter Hecken und Büschen kontrollieren, ob sich nicht ein Wildtier diesen Ort als Schlafplatz ausgesucht hat“, rät der LBV-Regionalgruppen-Vorsitzende. Um einen besseren Eindruck von der Zahl der verletzten Tiere zu erhalten, bittet der LBV alle Igelfreunde, durch Mähroboter oder Freischneider verletzte Igel per E-Mail an igel@lbv.de zu melden.kb

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