Holocaust-Zeitzeuge überlässt dem Schlossmuseum ein Hinterglasbild

Ins Goldene Buch eingetragen

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Max Mannheimer (links) trägt sich im Beisein von Bürgermeister Rolf Beuting in das Goldene Buch der Marktgemeinde Murnau ein.

Murnau – Max Mannheimer ist eine Symbolfigur eines Überlebenden des NS-Regimes. Der heute 95-Jährige überstand die Konzentrationslager Auschwitz und Dachau; ab den 1960er-Jahren war er zum unermüdlichen Zeitzeugen dieser Terrorjahre geworden. Dass Max Mannheimer malt, wusste bislang nur ein kleiner Kreis an Freunden und Bekannten.

Das liegt vor allem daran, dass der rüstige alte Herr seine Werke immer mit dem Künstlernamen „Ben Jakov“ signierte, in Würdigung seines Vaters, Jakob Mannheimer – beteuert Dr. Sandra Uhrig, die Leiterin des Murnauer Schlossmuseums: „Wir sind deshalb besonders stolz darauf, seit wenigen Tagen eines der abstrakten Hinterglasbilder Mannheimers in unserer Dauerausstellung zeigen zu dürfen.“

Das Bild aus den 1980er-Jahren ist eine Leihgabe der „Privatstiftung Schlossmuseum Murnau“; Dr. Brigitte Salmen hatte den Kontakt zu Max Mannheimer geknüpft.

Die Übergabe des Bildes war eigentlich im kleinen Rahmen geplant, aber Max Mannheimer lud dazu mehrere dutzend Weggefährten aus den vergangenen 40 Jahren ein; darunter Schüler der Montessori-Schule in Erding und jede Menge Medienleute. Der Hinterglas-Saal im Museum platzte bald aus allen Nähten und so zog die Gesellschaft in den Vortragssaal um. Dort hatte Murnaus Bürgermeister Rolf Beuting eine Besonderheit vorbereitet: „Es ist für uns eine große Ehre, dass sich eine Persönlichkeit wie Max Mannheimer in das Golden Buch der Marktgemeinde einträgt.“

Die Freude und die Ehre war aber auch auf Mannheimers Seite immens – zum Malen ist er nämlich durch die Inspiration jener Kandinsky-Gemälde gekommen, die Gabriele Münter in den späten 1950er-Jahren der Stadt München übergab. Max Mannheimer: „Wassily Kandinsky ist immer mein Vorbild gewesen, was die Malerei anbelangt. Ich kann meine Freude darüber gar nicht groß genug beschreiben, dass jetzt eines meiner Bilder in dem Ort zu sehen ist, in dem Kandinsky zu Hause war. Im selben Museum, wie die Werke meines Idols.“

Von Günter Bitala

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