Landratsamt verweist auf geltende Vorschrift

Maschkera-Protest in Garmisch-Partenkirchen

Maschkera-Demo
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Zwei junge Garmisch-Partenkirchnerinnen hatten den Protest organisiert.

GAP – Am Sonntag haben in Garmisch-Partenkirchen rund 180 Teilnehmer mit ihren traditionellen Holzmasken auf dem Hinterkopf und vorgeschriebener Mund-Nase-Bedeckung gegen das Verbot des Maschkera-Gehens im Werdenfelser Land demonstriert. Ganz friedlich und coronakonform, wie die Polizei bestätigen konnte.

In diesem Fasching dürfen sie nicht zum Gungln auf die Straße – das bestätigte das Landratsamt ganz aktuell noch einmal, denn pandemiebedingt ist das Faschingstreiben heuer in ganz Bayern untersagt, das betrifft auch das Maschkera-Brauchtum. „Hier wird kein eigens konstruiertes Verbot umgesetzt, sondern lediglich das für den gesamten Freistaat Bayern geltende Recht angewendet“, erklärt Pressesprecher Stefan Scharf das Verbot.

Ein Spaziergang an der frischen Luft ist bei Einhaltung der geltenden Kontaktbeschränkungen nach der 11. BayIfSMV (Paragraf 2 S. 1 Nr. 10 und Paragraf 4 Abs. 1) möglich und das Tragen einer Maschkera-Larve wirkt sich hierbei auch zunächst nicht aus. Wenn aber mehrere dieser „zulässigen Spaziergänger“ aufeinandertreffen oder eine Intention erkennbar ist, dass am Maschkera-Brauchtum auch dieses Jahr festgehalten wird, liegt ein Verstoß gegen die 11. BayIfSMV vor. Zum einen liegt dann ein Verstoß gegen die oben angeführten Paragrafen 2 S. 1 Nr. 10 und 4 Abs. 1 der 11. BayIfSMV vor, denn kurz gesagt ist das Maschkera-Gehen kein triftiger Grund, um das Haus bzw. die Wohnung zu verlassen. Zum anderen handelt es sich beim Maschkera-Gehen um eine kulturelle Veranstaltung, die nach dem derzeit geltenden Paragrafen 5 S. 1 der 11. BayIfSMV unzulässig ist.

Kulturelle Veranstaltungen sind nach der Bekanntmachung des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege wie folgt definiert: „Kulturelle Veranstaltungen sind solche, die planmäßig, zeitlich eingegrenzt und durch einen kulturellen Zweck vom bloßen gemeinsamen Verweilen an einem Ort abgegrenzt, auf einer besonderen Veranlassung beruhen und regelmäßig ein Ablaufprogramm haben.“ Das Maschkera-Gehen, auch in kleinen Gruppen, erfolgt an traditionell bestimmten Tagen und dient dazu, Passanten zu unterhalten. Sobald damit nicht der Spaziergang an der frischen Luft im Vordergrund steht, liegt also kein triftiger Grund im Sinne des Paragrafen 2 der 11. BayIfSMV vor.

In einer Pressemitteilung heißt es weiter: „Der Landkreis Garmisch-Partenkirchen ist stolz auf seine Kultur und sein Brauchtum und auf die viele ehrenamtliche Arbeit, die zum Erhalt der Kultur und des Brauchtums geleistet wird.“ Dennoch: In diesem Jahr ist das Maschkera-Gehen aufgrund der geltenden Einschränkungen und Verbote schlichtweg nicht möglich. Nicht alle Einschränkungen und Verbote sind für jeden nachvollziehbar und mögen für manche auch ungerecht erscheinen. Ganz entscheidend zur Bewältigung der Corona-Pandemie ist es, dass jeder Mensch verantwortlich handelt, nicht nur für sich, sondern auch für seinen Mitmenschen. Nur gemeinsam bekommt eine Gesellschaft eine Pandemie in den Griff. „Und wir alle hoffen, dass uns das gelingt und wir im nächsten Jahr wieder unbeschwert Maschkera-Gehen können“, ergänzt Pressesprecher Stefan Scharf abschließend.  kb

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