Gemeinderat Krün beschließt Anpassung

Maut zwischen Klais und Elmau wird erhöht

Der Wanderparkplatz an der Mautstelle in Elmau. Hier muss eine gesonderte Vereinbarung getroffen werden, da der Forstbetrieb Bad Tölz zuständig ist.
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Der Wanderparkplatz an der Mautstelle in Elmau. Hier muss eine gesonderte Vereinbarung getroffen werden, da der Forstbetrieb Bad Tölz zuständig ist.

Krün – Ab Juli wird die Maut zwischen Klais und Elmau erhöht. Auch bei den Parkplätzen soll sich etwas ändern. Der Krüner Bürgermeister Thomas Schwarzenberger erklärt die Hintergründe.

Die Nutzer der Mautstraße von Klais nach Elmau müssen sich ab Juli auf eine moderate Gebührenerhöhung einstellen. Da die Einnahmen der Mautgebühren in den letzten Jahren rückläufig sind, hat der neue Gemeinderat auf seiner letzten Sitzung eine Gebührenanpassung sowie weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Einnahmesituation beschlossen.

Finanzielle Notwendigkeit 

Die Notwendigkeit erklärte Bürgermeister Thomas Schwarzenberger mit den Zahlen. „Die Einnahmen 2019 in Höhe von 125.000 Euro bedeuten eine Mindereinnahme gegenüber dem Vorjahr von 20.000 Euro“. Dies sei auch den erhöhten Kosten des Winterdienstes geschuldet. „Alleine 2019 mussten wir 12.600 Euro aus den Gemeinderücklagen entnehmen“, so der Rathauschef, „bei dieser Entwicklung geraten wir schnell ins Minus, das von den Eigentümern im Verhältnis ihrer Beteiligung ausgeglichen werden müsste“.

Gebührenerhöhung wurde festgelegt

Die Verwaltung schlug dem Gremium deshalb folgende Gebührenerhöhung vor. Für Einzelfahrten sollen PKW und auf Vorschlag von Gemeinderat Franz Ostler zukünftig auch alle Motorräder fünf Euro, Wohnmobile zehn- sowie LKW und Busse 20 Euro zahlen. Urlaubsscheine für Hotelgäste bis sieben Tage Aufenthaltsdauer werden auf 20 Euro und über sieben Tage auf 25 Euro erhöht. Die Gebühr für einen Jahresschein wurde für PKW auf 50 Euro und für Busse auf 80 Euro festgelegt. „Diese Anpassung ist unter dem Gesichtspunkt der Einzahlung von Münzgeld zu betrachten“, erklärte der Rathauschef, „da aber alle Banken die Einzahlung mit einer Gebühr von zwei Prozent belegen, „bringt eine Anpassung der Gebühr auf mit Scheinen zu bezahlende Beträge eine zusätzliche Einsparung“. Unterstützt würde diese Maßnahme durch die Möglichkeit einer bargeldlosen Zahlung per EC-Scheckkarte oder Handy. „Nachdem es seit dem G7-Gipfel an der Mautstation einen Internetanschluss gibt“, betonte Schwarzenberger, „ist die Umsetzung ohne großen Aufwand möglich“. Dabei fallen allerdings Gebühren an.

Mehrtägiges Parken begrenzen

Angesichts der Corona-Pandemie ist diese Maßnahme auch zum Schutz unserer Mitarbeiter dringend zu empfehlen“. Als weitere Maßnahme schlug die Verwaltung vor, die Parkplätze im Bereich der Mautstraße gebührenpflichtig zu machen und die Preise der Straßengebühr anzupassen. „Wegen der Wanderer, die auf Hütten übernachten“, ergänzte Schwarzenberger, „sollte eine mehrtägige Parkgebühr auf vier Tage begrenzt werden, um einen Campingplatzbetrieb zu vermeiden“. Die dafür notwendigen Investitionen zur Beschaffung von Parkautomaten und Beschilderung würden sich nach Auffassung der Gemeinde schnell durch die Gebühren wieder einbringen lassen. „Deshalb schlage ich vor“, so Schwarzenberger, „dass wir diese Maßnahmen kurzfristig bis zum 1. Juli umsetzen“.

Eigene Vereinbarung für Wanderparkplatz Elmau

Für den Wanderparkplatz in Elmau, der dem Forstbetrieb Bad Tölz gehört, muss eine eigene Vereinbarung getroffen werden, weil dieser Platz nicht von der Straßengemeinschaft betrieben und unterhalten wird. Der Gemeinderat genehmigte einstimmig das mit der Straßengemeinschaft abgesprochene Konzept und deren zeitnahe Umsetzung. 

Geschichte der Mautstraße

Die Mautstraße wurde in den 1960er Jahren durch die Straßengemeinschaft Forstbetrieb Bad Tölz (5/9 Eigentum), Schloss Elmau (2/9), Hotel „Das Kranzbach“(1/9)und der mit der Verwaltung beauftragten Gemeinde Krün (1/9)errichtet. Sie führt über Grundstücke, die größtenteils dem Freistaat Bayern und der Gemeinde Krün gehören. Im Rahmen des G7-Gipfels 2015 wurde die Straße ohne Kostenbeteiligung der Straßengemeinschaft für 1,2 Millionen Euro neu asphaltiert und an der Mautstation eine neue Brücke errichtet. „Da mittlerweile alle Beteiligten Minuseinnahmen tragen müssen“, betonte Schwarzenberger nochmals, „ist diese Erhöhung notwendig geworden“.

Wolfgang Kunz

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