Festtag des Gebirgsschützen-Bataillons Werdenfels & 25 Jahre Gebirgsschützen Oberammergau

Menschen in hektischer Zeit einen Halt geben

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Die älteren Gebirgsschützen wurden auf einem Wagen gefahren.

Oberammergau – Das Mädchen aus Augsburg saß in der Lokalbahn, und sah sich unerwartet von unzähligen schneidigen Männern mit Gewehren eingerahmt Die Geschichte geht so: Am vergangenen Sonntag ist die Murnauer Gebirgsschützenkompanie unterwegs zum Bataillonsfest in Oberammergau gewesen. In ihrer Begleitung waren fesche Marketenderinnen und Musiker des Jugendblasorchesters. Zum Ausrücken nehmen die Murnauer häufig die Eisenbahn, aber es kam noch besser. In Kohlgrub ist nämlich die Kompanie des Moorkurortes zugestiegen; ebenfalls mit Marketenderinnen und Blasmusik. So ist es in dem Zug eng geworden. Die junge Augsburgerin staunte mit großen Augen. Wieder daheim im Schwabenländle wird ihr Erlebnis zum Tagesgespräch werden. Wetten?

Es war ein großer Festtag in Oberammergau. Schon um sechs Uhr in der Frühe sind die Leute durch laute Böllerschüsse geweckt worden. Später, zur Frühstückszeit marschierten rund 700 Gebirgsschützen aus dem gesamten Werdenfelser Land durch das Dorf. Jede Kompanie, angeführt von Trommlerzügen und Musikkapellen. Schön – das Trommeln und das Pfeiffen. Ziel der Kompanien: Der Platz vor dem Passionsspielhaus. Dekan Thomas Gröner zelebrierte den Gottesdienst. Die mächtigen Bäume vor dem Theater spendeten bei der morgendlichen Sommerhitze segensreichen Schatten. Die Gebirgschützenkompanie Oberammergau feierte ihr 25. Wiedergründungsjubiläum, und das Gebirgsschützen-Bataillon Werdenfels gibt es jetzt ebenfalls seit einem Vierteljahrhundert.

Menschen in hektischer Zeit einen Halt geben

Bataillonskommandant Hans Jais begrüßte die Ehrengäste und Honoratioren mit Handschlag: Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSIU), die Landtagsabgeordneten Harald Kühn und Martin Bachhuber (beide CSU), den Landtagsabgeordneten Florian Streibl (Freie Wähler), Landrat Anton Speer (Freie Wähler), Gebirgsschützen-Landeshauptmann Karl Steininger und eine Reihe von Bürgermeistern. Der CSU-Abgeordnete Peter Winter kam extra aus dem Spessart angefahren. Der Bundesvorsitzende der Freien Wähler, Hubert Aiwanger kam ein bisserl später. Die Grußworte waren erfreulich kurz. Oberammergaus Vizebürgermeister, Eugen Huber, bedankte sich bei allen Helfern, für die Mitarbeit an diesem gelungenen Tag. Alexander Dobrindt erinnerte die Gebirgsschützen an ihre Aufgabe in heutiger Zeit: Den Menschen in einer immer hektischer werdenden Welt, Halt zu geben. Landrat Anton Speer stellte heraus, dass die Gebirgsschützen zur unverzichtbaren Stütze des gesellschaftlichen Lebens im Landkreis Garmisch-Partenkirchen gehören: „Durch euren ehrenamtlichen Einsatz für Tradition und Brauchtum tragt ihr zum Erhalt unserer bayerischen Heimat bei.“ Den selben Gedanken griff Karl Steininger auf. Der Landeshauptmann hob hervor, dass die Gebirgschützen durch ihr öffentliches Auftreten die Besonderheiten der Bayerischen Lebensart demonstrieren. Bataillonskomandant Hans Jais unterstrich den christlichen Hintergrund: „Wir Gebirgsschützen lassen uns in unserem christlichen Glaubein nicht verbiegen. Wir tragen das christliche Kreuz stolz und aufrecht in unserer Mitte.“

Nach dem Gottesdienst formierte sich der Festzug. Es ging einmal rund um das Passionsspielhaus und weiter vorbei an den mit Lüftlmalereien verzierten Häuser der Dorfstrassen. Vorneweg die Standarte des Gebirgsschützen-Bataillons Werdenfels, die jetzt von den Kameraden aus Obrammergau für ein Jahr zu allen festlichen Anlässen getragen wird. Daneben trug der Fähnrich die Fahne des Bundes der Bayerischen Gebirgsschützen mit dem Bildnis der Muttergottes, der Patrona Bavariae auf weißblau-gerautetem Tuch. Auf den Bürgersteigen standen hunderte von Zusehern, die ihre jeweilige Heimatkompanie mit Applaus und Jubelrufen begrüßten. Dieser Tag war geprägt von echter, selbstbewußter Lebensfreude – wie sie halt zwischen dem Karwendelgebirge und dem Staffelsee zu Hause ist. Günter Bitala

Günter Bitala

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