Mission erfüllt – Deutschland-U20 steigt nach Sieg gegen Norwegen auf

Geschafft! Deutschland jubelt über den Aufstieg. Foto: Thomas Sehr

Es war alles angerichtet. Das letzte Spiel der U20-Weltmeisterschaft der Division I zwischen Deutschland und Norwegen sollte am Samstagabend über den Aufstieg in die Top-Gruppen entscheiden. Die Weißrussen, die nach einem 6:2-Sieg gegen Österreich am Freitagnachmittag noch eine minimale theoretische Chance gehabt hatten, vergeigten diese mit einer 1:2-Niederlage nach Penaltyschießen gegen Slowenien am Samstagnachmittag. Damit sollte für die Weißrussen wie in den vergangenen drei Weltmeisterschaften nur der undankbare zweite Rang bleiben.

Somit war klar, dass einer der beiden Absteiger vom Vorjahr den direkten Wieder aufstieg schaffen würde. Mit einem 4:1-Sieg am Freitag gegen Slowenien hatten sich die Norweger, die bei der vergangenen WM in den USA die Deutschen mit 3:1 geschlagen hatten, alle Chancen auf den direkten Wiederaufstieg offen gelassen. Zuvor hatten sie gegen Großbritannien mit 5:2 gewonnen, gegen Weißrussland mit 2:3 den Kürzeren gezogen und gegen Österreich 5:2 gesiegt. Die Deutsche Mannschaft war mit weißer Weste in das Entscheidungsspiel gegangen. Dem 2:1-Auftaktsieg folgte ein 11:2-Kantersieg gegen Österreich, ein 5:2 gegen Slowenien, das erst in den letzten zehn Minuten sichergestellt wurde und ein 11:1 gegen Großbritannien. Das alles entscheidende Spiel der Weltmeisterschaft war eine an Spannung und Dramatik nicht zu überbietende Partie. Schon im ersten Drittel war den Spieler beider Teams die Nervosität deutlich anzumerken. Jedoch spielten alle Beteiligten von Beginn an auf hohem Niveau mit viel Tempo und die Zuschauer sahen gute Chancen auf beiden Seiten. Den besseren Start erwischten die Gastgeber, die mächtig aufs Gas drückten, doch Sebastian Uvira und Nick Latta scheiterten. Zur Mitte des ersten Drittels wurden die Norweger das erste Mal gefährlich, als Sander Valde an Mathias Niederberger im Deutschen Tor scheiterte. Valde war es auch, der in der zwölften Minute David Elsner entwischte, aber erneut in Niederberger seinen Meister fand. Als Elsner die erste Strafzeit der Parite kassierte, schnürten die Norweger die Deutschen in deren Drittel ein, sie kamen aber nicht zu einem gefährlichen Abschluss. Vier Minuten vor Ende des Drittels klaute Leondard Pföderl einem Norwegischen Verteidiger die Scheibe an der blauen Linie und beendete den Konter mit dem Treffer zum 1:0. Als Kapitän Konrad Abeltshauser am Ende des ersten Drittels eine Bankstrafe kassierte, hatte Tobias Rieder den zweiten deutschen Treffer auf dem Schläger, doch er scheiterten an Norwegens Schlussmann Lars Volden. Michael Haga hatte auf Pass von Olden kurz vor der ersten Drittelpause den Ausgleich auf dem Schläger, doch mit einem verdienten 1:0 für Deutschland ging es in die Pause. Auch das Schussverhältnis sprach mit 12:9 für die Auswahl von Trainer Ernst Höfner. Im zweiten Spielabschnitt stand noch nicht einmal eine Minute auf der Uhr als Andreas Pauli auf 2:0 erhöhte. In Überzahl, Kilian Keller saß draußen, hatte Adrian Danielsen die Chance zum Anschlusstreffer, doch Niederberger ließ sich nicht überwinden. Auf der anderen Seite scheiterte Rieder bei einem Alleingang. Vor der Drittelpause kam die Mannschaft aus Norwegen noch auf 1:2 durch Ole Daniel Setsaas heran, vorausgegangen war ein Wechselfehler der Deutschen. Plötzlich waren die Nordeuropäer wieder im Spiel. Gerade einmal fünf Minuten waren im Schlussdrittel absolviert, als Jonas Knutsen das 2:2 schoss. Mir diesem Ergebnis waren die Deutschen noch aufgestiegen, doch als 61 Sekunden später Mathias Trettenes auf 3:2 stellte, waren die Deutschen Träume plötzlich passé. Doch Kapitän Konrad Abeltshauser stellte mit dem 3:3 neun Minuten später den Ausgleich wieder her. Die folgende doppelte Überzahl, als nacheinander Setaas und Hjelm auf die Strafbank marschierten, nutzte David Elsner zu den Toren vier und fünf für Deutschland. Die Erleichterung war riesig. Stimmen zum Aufstieg Kapitän Konrad Abeltshauser: „Es war ein enges Spiel, alles oder nichts, die Norweger haben auch sehr gut gespielt für mich waren sie unser stärkster Gegner. Für mich war es ein wunderschöner Abschluss, jetzt bin ich, wenn man die U18-Weltmeisterschaften hinzurechnet dreimal auf und zweimal abgestiegen. Es war toll, dass wir hier in Garmisch-Partenkirchen gespielt haben, weil so konnten viele Freunde und Verwandte mich wieder mal auf dem Eis sehen, schließlich habe ich seit drei Jahren nicht mehr zu Hause gespielt.“ tf Stürmer Nick Latta: „Wir haben es nach der 2:0-Führung leider noch einmal spannend gemacht. Nach dem 2:3 habe ich gedacht, dass die Partie noch kippen könnte. Aber wir haben eine super Teamleistung gezeigt und das Spiel doch noch gewonnen. Nach dem 2:0 haben wir einen Gang zurückgeschalten, wichtig, war, dass wir dann aber wieder einen Gang hochschalten konnten. Es war toll, wie uns dann das Publikum nach dem Rückstand nach vorne gepeitscht hat, das hat uns sehr geholfen. Für mich persönlich, war es ein sehr großer Anreiz noch einmal eine Weltmeisterschaft in der Top-Division zu spielen, ich war vor einem Jahr beim Abstieg auch schon dabei.“ Torhüter Mathias Niederberger: „Wir haben stark angefangen aber dann haben wir Konter zugelassen. Die Norweger haben die Tore auch glücklich geschossen. Ich habe nach den Treffern mit meinen Verteidigern gesprochen, dass wir in der eigenen Zone stabiler stehen müssen. Wir sind ein eingespieltes Team und kennen uns schon lange. Ich freue mich sehr über die Auszeichnung als bester Torhüter des Turniers, aber so einen Pokal bekommt man nur, wenn man auch eine tolle Defensive hat. Jakob Köbi Kölliker (Trainer der Deutschen A-Nationalmannschaft): „Es war kein einfaches Turnier für die Mannschaft. Sie hat gegen Norwegen eine tolle Leistung geboten. Seit der Maßnahmen im August hat sich eine tolle Mannschaft entwickelt, das hat man auch schon beim Turnier in der Slowakei in November gesehen, als man auch gegen Norwegen gewinnen konnte. Das war schon ein gutes Omen. Da haben sie sich auch gegen Mannschaften aus der Top-Division sehr gut verkauft. Für die gesamte Nationalmannschaft war der Aufstieg enorm wichtig, nun können sich auch die U20-Spieler wieder mit den besten der besten in der Welt messen, das wird sie noch ein Stück weiter nach vorne bringen. Es ist eine Herausforderung, aber es ist wichtig, dann man gefordert wird.“ Franz Reindl (Sportdirektor DEB): „Der Aufstieg ist enorm wichtig, wir haben nun wieder alle Herren- als auch Damenmannschaften in der höchsten Division.“

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