Mit einem Festgottesdienst wurde nach zwei Jahren Bauzeit die Generalsanierung abgeschlossen

Partenkirchner Gemeindehaus ist eröffnet

Kreuzsegnung
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Bei der Kreuzsegnung.
  • VonMargot Schäfer
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GAP – Dieser 3. Oktober 2021 war schon etwas Besonderes, denn der Tag der Deutschen Einheit fiel zusammen mit dem Erntedank-Sonntag. Für die Christen der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Garmisch-Partenkirchen gab es einen weiteren Grund zu feiern. Sie konnten ihr generalsaniertes Gemeindehaus in der Hindenburgstraße 39 nach zwei Jahren Bauzeit jetzt offiziell neu eröffnen.

In der Johanneskirche hatte der Tag mit einem Festgottesdienst, zelebriert von Pfarrer Martin Dubberke, Dekan Jörg Hammerbacher und Pfarrerin Birgit Schiel, sowie Musik von Georg Philipp Telemann begonnen. Dekanatskantor Wilko Ossoba-Lochner an der Orgel und ein Streich-Trio sorgten für die musikalische Umrahmung. Der Altar war mit Getreidegarben, mit Obst- und Gemüsekörben und einem großen Brotlaib geschmückt. Zusammen mit der Erntekrone auf dem Taufbecken sorgte das für eine stimmungsvolle Atmosphäre.

In Anlehnung an die Lesung über Jesus wundersame Brotvermehrung von Dekan Hammerbacher ging Pfarrer Dubberke in seiner Predigt auf die Gegenwart ein. Sein „Ich freue mich“ kam von Herzen, zeigte von seiner Begeisterung über die errungene Freiheit, die am 3. Oktober gefeiert wird, seine Dankbarkeit für das, was geerntet werden konnte und das neue Gemeindehaus. „Dank ist nicht nur ein Wort, sondern eine Haltung“. Nichts im Leben sei selbstverständlich, aber in der Gemeinschaft könne viel bewegt und erreicht werden.

Nach dem Gottesdienst ging es zum Feiern ins Gemeindehaus. Bis zu einhundert Gäste strömten herbei, froh, nach pandemiebedingten Einschränkungen wieder Geselligkeit erleben zu dürfen. Corona hatte während der Sanierung für Bau-Verzögerung gesorgt. Jetzt steht das Gebäude nicht nur der Kirchengemeinde, sondern mit Bücherei und diversen Räumlichkeiten auch der Allgemeinheit wieder zur Verfügung.

Bereits am Samstag, 2. Oktober, waren Interessierte beim Tag der offenen Tür zu einem Rundgang eingeladen. Im Parterre und Kellergeschoss beeindrucken vor allem die Bücherei-Räume, in der ersten Etage ist der große Saal – in drei kleinere teilbar – mit bodentiefen Fenstern, Gartenbalkon und neuer Küche das Herzstück des Ganzen. Außen besticht statt alter Schindeln die jetzt deutlich gewordene, an den Bauhausstil erinnernde Fassade. „Die Idee der Gemeindehäuser entstand Ende des 19. Jahrhunderts“, erklärte Dekan Jörg Hammerbacher in seinem Grußwort. „Sie war ein Aufbruch aus der damaligen Kirchenkrise“. Auch aktuell erkennt er neue Chancen und bezeichnet den Bau, der dem Zusammenkommen dient, als ein ‚Haus aus lebendigen Steinen‘. Er forderte die Gemeindemitglieder symbolisch auf: „Gehen Sie hinaus, damit andere hereinkommen werden“. Der katholische Pfarrer Josef Konitzer hatte Weihwasser aus Grainau mitgebracht - „Das beste in der Region“, scherzte er - und segnete das Christuskreuz, das ab sofort wieder den großen Saal ziert. Pfarrer Andreas Lackermeier würdigte die unter der Alpspitze gelebte ökumenische Zusammenarbeit und gestand, dass er schon etwas neidisch auf das neue Gemeindehaus blicke.

Da die evangelischen Christen Grainaus zur hiesigen Kirchengemeinde gehören, überbrachte der Bürgermeister des Zugspitzortes, Stephan Märkl (CSU), seine Glückwünsche. Einen Blick zurück warf Architekt Eberhard Steinert: „Viele Jahre wurde an der Planung, an Lösungen gearbeitet, um den 60er-Jahre-Charakter zu erhalten, aber den Standard des 21. Jahrhunderts, eine energetische Komplettsanierung zu erreichen“. Nach Dankesworten von Pfarrer Dubberke und Pfarrerin Uli Wilhelm, die seitens der Kirche die Bauleitung übernommen hatte, für die vielen ehrenamtlichen Helfer, gab‘s Geschenke. Besonders wurde das Mesner-Ehepaar Elisabeth und Andreas Beer für sein übergroßes Engagement gewürdigt. sm

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