Werbegemeinschaft Garmischer Zentrum will kostenlose Testmöglichkeit bieten

Freitesten mit Tagesticket

Menschengruppe
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Nach Ostern will die Werbegemeinschaft Garmischer Zentrum eine eigene Testoffensive starten. 1. Vorsitzende Michaela Nelhiebel (Mitte) und ihre Mitstreiter können auf die Unterstützung durch Bürgermeisterin Elisabeth Koch (rechts) bauen.
  • vonIlka Trautmann
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GAP - Das große Vorbild ist Tübingen: In einem Modellprojekt dürfen dort Geschäfte und Kultureinrichtungen Kunden einlassen, wenn diese einen negativen Corona-Schnelltest als „Tages­ticket“ vorlegen. Die Werbegemeinschaft Garmischer Zentrum will diesem Beispiel nach Ostern folgen.

Die momentane Lage ist unbefriedigend: In dieser Woche wurde im Landkreis Garmisch-Partenkirchen die 100er-Inzdidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen überschritten, damit greifen strengere Regelungen. Für den Einzelhandel bedeutet dies, dass man sich vorerst vom „Click & Meet“ verabschieden muss. Wird die 100er Marke unterschritten, müssen wieder drei aufeinanderfolgende Tage abgewartet werden. Und wenn dann die Zahlen von RKI und LGL deutlich voneinander abweichen, ist die Verunsicherung groß. Am 25. März zum Beispiel meldete das RKI einen Inzidenz-Wert von 89, während das LGL Bayern auf 122 kommt.

Ein Lichtblick zeichnet sich immerhin ab: Der Freistaat Bayern hat Lockerungen ab 12. April in Aussicht gestellt. Dann soll für den Handel eine Öffnung bis 100 möglich sein; bei einem Wert zwischen 100 und 200 soll das Einkaufen mit Terminvergabe greifen (Click & Meet). Die Öffnung der Außengastronomie mit vorheriger Terminbuchung ebenso von Theatern, Konzerthäusern sowie Kinos, soll bei einer Inzidenz zwischen 50 und 100 mit aktuellem Schnelltest möglich werden.

Die Werbegemeinschaft Garmischer Zentrum will nun einen zusätzlichen Anker werfen und in Eigenregie ein Corona-Testcenter im derzeit leer stehenden Holz-Pavillon von GaPa Tourismus am Richard Strauss Platz eröffnen (eventuell auch in den Räumen der Tourist-Info). Die Genehmigung vom Gesundheits­amt dafür liegt vor. Die Kräfte, die die Tests vornehmen werden, stellt die Werbegemeinschaft. Sie sind entsprechend geschult. Auch die Tests sind bereits bestellt und werden von der Werbegemeinschaft bezahlt.

1. Vorsitzende Michaela Nelhiebel: „Unser Ziel ist es, allen Besuchern und insbesondere potentiellen Kunden einen kostenlosen, am Testtag gültigen Covid19-Schnelltest anzubieten. Damit soll das Einkaufen mit einem negativem Testergebnis ab einer Inzidenz von 100 ermöglicht werden. Und wenn dann noch der Besuch der - so hoffen wir es jedenfalls alle - bald wieder geöffneten Außengastronomie klappt, haben alle gewonnen.“ Werden Personen positiv getestet, werden diese unmittelbar an das Gesundheits­amt gemeldet. Die Tests sind bestellt und auf dem Weg. Nach Ostern soll es voraussichtlich losgehen; die Öffnungszeiten des Testcenters sind von 9.30 Uhr bis 17 Uhr angedacht. „Es ist ein Sprung ins kalte Wasser und dann schauen wir mal, wie weit wir schwimmen können“, sagt Michaela Nelhiebel voller Zuversicht.

Volle Unterstützung für diese Eigeninitiative der Werbegemeinschaft kommt von Bürgermeisterin Elisabeth Koch. Sie ärgert sich in diesem Zusammenhang über die angedachte Modellregelung, die der Freistaat Bayern ab 12. April abhängig von den Inzidenzen vorschlägt. Nach Ostern sollen für drei ausgewählte Städte / Kommunen (die einen besonderen Handlungsbedarf nachweisen müssen) einzelne Bereiche des öffentlichen Lebens geöffnet werden, mit strengen Schutzmaßnahmen, einem Testkonzept und befristet auf 14 Tage. So will man die Umsetzbarkeit von Öffnungsschritten unter Nutzung eines konsequenten Test­regimes untersuchen.

Die Bürgermeisterin von Garmisch-Partenkirchen befürchtet, dass dadurch Städte und Kommunen gegeneinander ausgespielt werden. Die Gemeinden des Blauen Landes rund um Murnau haben sich gemeinsam um eine Teilnahme am Modellprojekt beworben. Für den Markt Garmisch-Partenkirchen sieht die Bürgermeisterin ebenfalls Handlungsbedarf - und viele andere Städte werden dies für sich auch in Anspruch nehmen wollen. Elisabeth Koch fordert statt einer Bewerbungsflut vom Freistaat, dass das Selbstverwaltungsrecht der Kommunen beachtet wird und die Kommunen ermächtigt werden, unter gewissen Spielregeln selbst zu entscheiden, wie man eine solche Testoffensive umsetzen kann. „Wir müssen als Kommune so viel mittragen, da kann man uns doch in dieser Hinsicht auch die Verantwortung übergeben“, erklärte sie beim Pressetermin der Werbegemeinschaft Garmischer Zentrum. tra

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