Zum wiederholten Mal wurden geschleuste Personen ausgesetzt

Mittenwald: Bundespolizei vermutet kriminelle Schleuserorganisation

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Zum wiederholten Mal wurden geschleuste Personen im Grenzgebiet Leutasch-Mittenwald aufgegrifften, die offensichtlich ausgesetzt worden waren. Die zuständige Bundespolizeiinspektion Rosenheim ermittelt nun in beiden Fällen und vermutet einen Zusammenhang.

Am Donnerstag hat die Bundespolizei in den frühen Morgenstunden nahe des Grenzübergangs Leutasch – Mittenwald drei Personen angetroffen, die wohl kurz zuvor von einem Schleuser abgesetzt worden waren. Erst vergangene Woche hatte es einen vergleichbaren Fall gegeben. Es wird vermutet, dass es sich um eine kriminelle Schleuserorganisation handelt, die Menschen gegen hohe Geldbeträge von Norditalien zur deutschen Grenze bringt.

Gegen vier Uhr morgens stoppten Bundespolizisten die drei Personen, die auf der Staatsstraße kurz vor Mittenwald zu Fuß unterwegs waren. Ausweisen konnten sie sich nicht. Eigenen Angaben zufolge handelt es sich um eine marokkanische und zwei syrische Staatsangehörige. Sie erklärten, dass sie einige Minuten zuvor von ihrem Fahrer unvermittelt aufgefordert worden waren, das Auto zu verlassen. Nachdem sie ausgestiegen waren, fuhr der Pkw rasch davon. Für die Schleusertour von Norditalien nach Deutschland hätten sie pro Person 900 Euro zahlen müssen. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurden die angetroffenen Personen zu einer Aufnahmestelle für Flüchtlinge gebracht. 

Vergangene Woche wurden am frühen Samstagmorgen auf der Staatsstraße 2042 zehn Migranten bei dem Versuch gestoppt, zu Fuß und ohne Ausweisdokumente nach Deutschland einzureisen. Eine Grenzstreife der Bundespolizei beobachtete kurz vor 4 Uhr eine Menschengruppe, unter ihnen drei Kinder, die, aus Österreich kommend, den Grenzübergang Mittenwald-Leutasch zu Fuß passierte. Vermutlich waren die sieben Erwachsenen im Alter zwischen 31 bis 47 und die drei Kinder zwischen zwei und neun Jahren auf unterschiedlichsten Wegen und zu verschiedenen Zeiten nach Italien gelangt. Das letztliche Ziel sollte jedoch Deutschland sein. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wiesen die Bundespolizisten die vierköpfige irakische Familie sowie einen indischen Staatsangehörigen nach Österreich zurück. Eine Irakerin mit ihrem kleinen Sohn sowie zwei Iraner und einen Pakistaner, die allesamt ein Schutzersuchen äußerten, leiteten die Beamten an eine Aufnahmeeinrichtung weiter. 

Die zuständige Bundespolizeiinspektion in Rosenheim hat die weiteren Ermittlungen aufgenommen. Ersten Erkenntnissen zufolge könnte hinter beiden Schleusungsfällen ein und dieselbe Schleuserorganisation stecken.  kb

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