Auftrieb auf die Sommerweide

Mittenwald: Schafscheid wird im Herbst entfallen

Viele Besitzer und fleißige Helfer unterstützten Peppi Hornsteiner vergangene Woche beim Schaufauftrieb in Mittenwald.
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Viele Besitzer und fleißige Helfer unterstützten Peppi Hornsteiner vergangene Woche beim Schaufauftrieb in Mittenwald.

Mittenwald – Vor fast einem Jahr geschah das große Unglück im Dammkar, bei dem beinahe 200 Schafe ums Leben kamen. Die traditionelle Veranstaltung mit Prämierung beim Schafscheid am Ende der Almsaison fiel wegen der Tragödie aus. Leider wird es auch in diesem Jahr so sein. Aufgrund der Coronapandemie sehen die Verantwortlichen davon ab.

Seit 28 Jahren für die Schafe im Einsatz: Gemeindehirte Peppi Hornsteiner

Für den Gemeindehirten „Peppi“ Hornsteiner ist es bereits der 28. Almsommer, den er im Auftrag der rund 60 Mittenwalder Bergschafhalter mit den ihm anvertrauten Tieren im Gebiet um die Hochlandhütte verbringt. Seit dem letzten Wochenende hat er gemeinsam mit Almmeister Thomas Frank und den vielen Besitzern und Helfern die 320 Schafe aus dem Kranzberggebiet vom Schafstadl über die Gröbl-Alm hinauf in das Gebiet um die Hochlandhütte gebracht. 50 Mutterschafe mit ihrem Nachwuchs und den einjährigen „Kilbern“ wurden später nachgeführt.

Das Unglück vom letzten Jahr wirkt nach 

Noch immer wirkt bei Hornsteiner das schreckliche Unglück vom 1. Juli 2019 nach. Vor einem Jahr stürzten bei einem Erdrutsch am Predigtstuhl zwischen Hochland- und Dammkarhütte rund 200 Schafe der damals 400 Tiere zählenden Herde in die Tiefe. „In der letzten Woche“, beschreibt der „Zegl“ seinen derzeitigen Gemütszustand, „habe ich deshalb auch etwas schlechter geschlafen als sonst“. 

Während die „Auftreiber“ wieder hinunter ins Tal nach Mittenwald gehen, macht sich der „Peppi“ mit seinem treuen Begleiter, dem Hirtenhund „Luna“, auf den Weg zur Rehbergalm. Dort richtet er sich wieder sein Sommerquartier ein und kontrolliert mit täglichen Besuchen die ihm anvertrauten Tiere. „Wenn meine Frau und meine Kinder Florian (22) und Katharina (20) Zeit haben, kommen sie hoch und unterstützten mich.“ Die Familie bringt bei ihren Besuchen natürlich auch immer genügend Proviant mit.

Schafscheid im Herbst wird entfallen 

„Mitte September ist der Almsommer für unsere Bergschafe wieder zu Ende“, sagt Hornsteiner, „dann geht es zurück auf die Weiden am Schafstadl“. Dort würde im Normalfall beim traditionellen „Schafscheid“ mit der Prämierung und anschließenden Rückgabe der Tiere an ihre Besitzer – heuer sind etliche neue Familienbetriebe mit ihren Schafen dazu gekommen – der Almsommer zu Ende gehen. Aber in Zeiten von Corona ist eben auch in diesem Jahr alles anders. „Wegen der Schutzbestimmungen“, sagt Hornsteiner, „wird es heuer keinen Schafscheid und keine Prämierung der Tiere geben." 

Mit guten Wünschen für den Almsommer 

Als Chef der Mittenwalder Forst- und Weidegenossenschaft ist Peter Reindl froh, dass nach der Tragödie vom Juli 2019 die Herde durch den „Winternachwuchs“ fast wieder die alte Stärke von 400 Tieren erreicht hat. „Jetzt hoffen wir alle, dass unser Hirte Peppi Hornsteiner und die Tiere einen unfallfreien Sommer im Gebirge verbringen“. kun

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