Mittenwaldbahn reist um die Welt – Sonderbriefmarke beim Festakt zum Jubiläum "100 Jahre Mittenwaldbahn" vorgestellt

Diese Sondermarke der Deutschen Post wird auf Briefsendungen bald um die ganze Welt reisen: (v.li.) Dieter Hartig (Präsident der Deutschen Philatelisten), Gerda und Horst Neumann sowie Bürgermeister Adolf Hornsteiner bei der Präsentation. Fotos (2): Thomas Sehr

Nicht umsonst hat die Zahl 100 im großen Weltgeschehen immer wieder eine besonders magische Wirkung und zugleich einen Rückblickcharakter. Die aus zehn Zehnern gebildete Einheit, das „centum“, gab es schon bei Tacitus, die Hundertschaft von jungen ausgewählten Kriegern, den Hundertjährigen Kalender, Rembrandts Radierung „Hundertgüldenblatt“, die Hundert Tage der Herrschaft Napoleons . . . Und nun „100 Jahre Mittenwaldbahn von 1912 bis 2012“.

Die einmalige Ingenieurleistung der ersten vollelektrischen Lokomotive ohne Dampfbetrieb – wegweisend für den Bahnbau, vor allem im Gebirge – und dank einer 100- jährigen Modernisierung und Investition gibt es heute die landschaftlich einmalige und sichere Bahnverbindung zwischen Mittenwald und Inns- bruck. Dieses Jubiläum wurde jetzt im schon teilweise umgebauten Mittenwalder Bahnhof mit vielen geladenen Gästen aus Tirol und dem Werdenfelser Land, mit Ansprachen, mit der Vorstellung des neuen Buches „100 Jahre Mittenwaldbahn“ und mit einem deutschen und Tiroler Sonderpostwertzeichen gefeiert. „Mit der Eröffnung der neuen Bahntrasse bricht eine neue Zeit für uns an“, waren die Begrüßungsworte von Bürgermeister Adolf Hornsteiner. „Jetzt können wir problemlos von Norden nach Süden reisen, und der neue Regionalzug ET 442-Talent 2 wird uns ab Dezember 2013 sicher und bequem zu den Verkehrsadern Europas bringen“, fügte er enthusiastisch hinzu. Für Landrat Harald Kühn ist die Bahnstrecke ein weiterer Baustein im Rahmen der Mittenwalder Ortsentwicklung, und der noch nicht ganz fertige Bahnhof sei schon jetzt eine vorzeigbare Visitenkarte. Auch Hausherr Wolfgang Schwind gratulierte zum Jubiläum und erwähnte, dass der Umbau des Bahnhofs das Beste sei, was er und sein Team jemals gemacht hätten. Günter Denoth, Projektkoordinator und Leiter des Verkehrsarchivs Tirol, stellte dann dem interessierten Publikum das zum Festakt erschienene offizielle Festbuch „100 Jahre Mittenwald zwischen Martinswand und Wetterstein“ vor. Das in Blau gehaltene Hardcover Buch mit dem Titelfoto der 60 Meter hohen und 56 Meter langen Schlossbachbrücke und einer deutschen Wagengarnitur mit österreichischer Lokomotive, zeige die tirolerisch-bayerische Verbundenheit, so Denoth. Herausgeber ist die Railway-Media-Group in Zusammenarbeit mit dem Tiroler Verkehrsarchiv. Das Layout stammt von Mag. Werner Prokop und die Texte von Günter Gernoth, Albert Ditterich, Burkhard Hussl, Helmut Petrovitsch, Claus-Jürgen Schulze und Otto Sprenger. Ebenfalls der Öffentlichkeit erstmals vorgestellt wurden die neuen Sonderbriefmarken „100 Jahre Mittenwaldbahn“. Beide Postwertzeichen zeigen Nostalgiezüge von der österreichischen und der deutschen Seite vor den Ausläufern des Karwendels. Diese für Mittenwald und Tirol so charakteristische Umgebung und die direkte Verbindung durch die Bahn darzustellen, war das Ziel der beiden Grafik-Designer aus Wuppertal, Gerda und Horst Neumann. In roten und grünen Alben aufgehoben, wurden die ersten Drucke von Dieter Hartig, Präsident der Deutschen Philatelisten, an regionale und überregionale Persönlichkeiten überreicht. Kurdirektor Klaus Ronge sprach warme und anerkennende Schlussworte und dankte im Namen der Marktgemeinde allen Institutionen, Vereinen und Mitarbeitern und den am Projekt Beteiligten. Dieser 28. September werde in den Annalen Mittenwalds seinen besonderen Platz finden. Auch in Tirol, so fügte der Seefelder Tourismuschef Markus Graf hinzu, werde dieser moderne Verkehrsweg seine Beachtung haben, der auch die freundschaftliche Verbundenheit zwischen Bayern und Tirol sowie zwischen Mittenwald und dem Seefelder Plateau manifestiert.

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