Mittenwalder Gebirgsjäger in den Schlagzeilen

Während vor kurzem die Gebirgsjäger mit einem Appell nach Afghanistan verabschiedet wurden (siehe unser Bild), lenken ganz andere Schlagzeilen den Blick auf die Truppe in Mittenwald. Von entwürdigenden Ritualen ist da die Rede.

Die Beschwerde eines ehemaligen Wehrpflichtigen hat den Stein ins Rollen gebracht. Er hat an den Wehrbeauftragten des Bundestags gemeldet, dass Soldaten im Rahmen eines Aufnahmeritus u.a. gezwungen wurden, Alkohol und rohe Leber bis zum Erbrechen zu konsumieren. Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg, der vor knapp 20 Jahren selbst bei den Gebirgsjägern in Mittenwald seinen Wehrdienst absolvierte, ist von den Vorfällen unterrichtet und kündigte im Fernsehen eine Untersuchung an: „Rückhaltlos aufklären, abstellen, Konsequenzen ziehen“, war sein knapper aber unmissverständlicher Kommentar. Schon einmal waren die Mittenwalder Gebirgsjäger in die Schlagzeilen geraten, im Jahr 2006 mit der „Totenkopf-Affäre“. Das Verhalten Einzelner hatte der Truppe damals ein wochenlanges Medien-echo beschert. Die nun bekannt gewordenen Ereignisse, die auf den Sommer 2009 zurückgehen, sollen wiederum nur wenige Soldaten betreffen. Die Ermittlungen laufen, eine schnelle Aufklärung ist auch das Ziel für Kommandeur Fred Siems.

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