Neues Feuerwehrhaus auf der langen Bank – kein Ruhmesblatt für die Gemeinde

Murnauer Bürgermeister macht Feuerwehrleute wütend

Feuerwehr
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Das Murnauer Feuerwehrhaus ist für einen modernen Feuerwehrbetrieb nicht mehr geeignet – hat nur noch musealen Wert.
  • VonGünter Bitala
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Murnau – Die Murnauer Feuerwehrler wollen endlich eine verbindliche Antwort! Wann bekommt die Marktgemeinde ein neues Feuerwehrhaus? Auskunft geben könnte Rolf Beuting, aber der ÖDP-Bürgermeister scheut augenscheinlich den Dialog mit den Ehrenamtlichen. Zumindest schwänzte Beuting die Jahreshauptversammlung der Firefighter; aus Termingründen, dabei war ihm das Datum – so wurde kolportiert – seit zwei Monaten bekannt. Vizebürgermeisterin Dr. Julia Stewens vertrat ihn, wollte oder konnte allerdings weder Rede noch Antwort stehen.

Das Murnauer Feuerwehrhaus am Viehmarktplatz – aus dem Jahr 1980 – ist zu klein, zu eng, für einen sicheren Einsatzablauf zu gefährlich. Konkret bedeutet das, wie der stellvertretende Kommandant Michael Winkle erklärt: „Wir haben nur eine Hofeinfahrt. Das heißt, die zu einem Einsatz anfahrenden Helfenden müssen die selbe Zufahrt nehmen, wie die zur gleichen Zeit ausrückenden Löschfahrzeuge. Ähnliches gilt beim Zugang zum Haus. Der ist nur über die großen Garagentore möglich = gefährlicher Begegnungsverkehr der Helfer*innen und der Fahrzeuge!“ Platzmangel im Inneren: Es gibt keinen Lehrsaal, weil der Raum als Umkleide genutzt werden muss, übrigens für alle Geschlechter gleichzeitig.

Kreisbrandrat Johann Eitzenberger bringt es auf den Punkt: „Das Feuerwehrhaus in Murnau ist nur noch aus musealer Sicht heraus zu betrachten. Für die Anforderungen eines modernen Feuerwehrbetriebes ist es nicht mehr geeignet.“

Seit 2008 gibt es Überlegungen, die Situation zu verbessern – es fehlte ein geeignetes Grundstück für ein neues Feuerwehrhaus. Erst seit einem schweren Unfall nach einem Übungsabend, befassen sich Bürgermeister und Gemeinderat intensiver mit einer Standortfrage. Gefunden und laut einem Gutachten für geeignet befunden, wurde der alte Volksfestplatz an der Kellerstraße. Der Gemeinderat der vergangenen Legislaturperiode brachte das Projekt auf den Weg. Auch die Frage nach der Altlastensanierung einer ehemaligen Mülldeponie an dieser Stelle wurde angepackt. Das war der Ist-Stand im vergangenen Herbst.

Dann der Rückschlag: Der neugewählte Gemeinderat dröselte die Standortfrage wieder auf – mit dem Augenmerk, ob sich der angedachte Platz für das Feuerwehrhaus mit der Fortführung der Entlastungsstraße beißt? Ein neues Gutachten wurde in Auftrag gegeben. Ergebnis: Der alte Volksfestplatz ist immer noch für ein Feuerwehrhaus geeignet. Fazit nach monatelanger Verzögerung: Die Standortfrage ist geklärt. Die Finanzierung sowohl des Feuerwehrhauses, als auch der Altlastensanierung ist gesichert. Nach einem – noch nicht bestätigten – Zeitfenster soll sich der Gemeinderat mit dem Thema ‚Feuerwehr‘ Ende Juli befassen. Danach könnte es eigentlich recht zügig gehen: Internationaler Architekten-Wettbewerb und Bauausschreibung, Genehmigungsverfahren, Spatenstich, Einweihung 2026.

Kreisbrandrat Johann Eitzenberger: „Wie die Marktgemeinde Murnau das Thema ihres Feuerwehrhauses behandelt, füllt wahrlich kein Ruhmesblatt.“

Mangels fehlendem Ansprechpartner gab es während der Jahreshauptversammlung weder fundierte Informationen, noch eine Aussprache. Das machte die Feuerwehrleute in ihrer Mehrheit wütend. Zum Ende hin drohte die Stimmung sogar zum Tumult zu kippen, auch weil Vize-Bürgermeisterin Dr. Julia Stewens (Freie Wähler) keine befriedigende Antworten zu geben vermochte. Weder wusste sie, warum Rolf Beuting nicht zur Versammlung gekommen war, noch wollte sie auf den aktuellen Sachstand eingehen: „Reicht eure Fragen schriftlich im Rathaus ein, dann bekommt ihr Antworten!“

Diese Respektlosigkeit, wie es viele im Saal empfanden, brachte das Fass an den Rand des Überlaufens, Michael Montag, der Vorsitzende des FFW-Vereins hatte sichtbar Mühe seine Leute zu beruhigen. Erst der Feuerwehrreferent im Murnauer Gemeinderat, Michael Hosp (CAU), vermochte die Mannschaft einigermaßen zu besänftigen: „Leider gibt es heute auf eure Fragen keine Antworten mehr. Das Thema wird im Juli im Gemeinderat behandelt, kommt dort hin und meldet euch bei der Bürgerfragestunde zu Wort.“ gb

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