Frühgeschichte, Volkskunst und regionales Brauchtum

Museum Werdenfels jetzt mit zusätzlichen Ausstellungs-Räumlichkeiten

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Bei der Eröffnungsfeier der neuen Ausstellungsräumlichenkeiten des Museums Werdenfels: Von rechts: Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer, Rosi Mittermeier, Markus Wasmeier, Günther Wasmeier, Gitti Wasmeier und Landrat Anton Speer.

Museumsleiter Josef Kümmerle war sichtlich gerührt. Nicht nur viele Freunde und Gönner des Museums Werdenfels folgten zahlreich der Einladung in den Gasthof “zum Rassen”, sondern auch viele Prominente aus Politik und Gesellschaft. So fand sich der frühere Top-Skifahrer Markus Wasmeier mit Familie genau so unter den Gästen wie die neuen Ehrenbürger von Garmisch-Partenkirchen Christian Neureuther und Rosi Mittermaier. „Was lange währt, wird endlich gut”, sprach Landrat Anton Speer zur Begrüßung. Und die Betonung lag dabei auf dem Wörtchen „gut”.

Das passt, auch das neue Erscheinungsbild, das die Verantwortlichen dem früheren Werdenfelser Heimatmuseum mit der moderneren Bezeichnung „Museum Werdenfels” verpasst haben. Seit dem Jahre 1973 beherbergt das frühere Kaufmannshaus aus dem 18. Jahrhundert – es überstand als einziges dem großen Marktbrand von 1865 – viele einzigartige Objekte und Zeugnisse der Frühgeschichte, der Volkskunst und des regionalen Brauchtums. Und mit dem nunmehr fertig gestellten zweiten Bauabschnitt hat die Einrichtung einen weiteren, großen Sprung nach vorne gemacht. Denn die bisherigen Ausstellungsräume stießen schon vor Jahren an ihre Grenzen. „Wir mussten zeitgemäße Bedingungen schaffen, weiß auch Landrat Speer und so entstanden seit dem Planungsbeginn im Jahre 2012 gerade Räumlichkeiten für wechselnde Sonderausstellungen, Museumspädagogik, aber auch für Büros, eine Bibliothek und Depots. Rund vier Millionen Euro nahm der Landkreis für die Investition in die Hand, wobei aber auch reichlich Zuschüsse flossen. „Der Altbau wurde mit 560.000 Euro gefördert, weitere 740.000 Euro stammen vom Kulturfonds Bayern, von der Bayerischen Landesstiftung und der Landesstelle für Nichtstaatliche Museen in Bayern”. 

Speers Dank galt weiterhin dem Museumsverein, dem Museumsleiter samt Hausmeister, Mitarbeiter Peter Schwarz und dem Projektleiter Andreas Berndaner. Angetan vom Ergänzungsbauwerk war auch Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer: “Unser Museum als Vorzeigeobjekt vermittelt Kultur, Geschichte und Lebensart und bietet den Blick auf die künstlerische Entwicklung der Region – ohne Kitsch. Dieses spiegelt sich auch in der gelungenen, architektonischen Umsetzung wider”. Auch Architekt Mauritz Lüps – er ging mit seinem Planungsbüro als Sieger des Wettbewerbs hervor – beschrieb das Konzept des Bauwerks. “Wir haben am Gebäude nicht den Schwanz aus dem Kopf gemacht. Vielmehr schwebte uns vor: Aus Alt und Neu muss man einen Stoff nä- hen und die Fäden sollen sichtbar bleiben”. Ins Detail ging dann Kreisbaumeister Alkmar Zenger, der einen „Blick ins Innere“ gewährte: „Allein schon die Brücke ist einzigartig, wir wollen Neugierde wecken, eine gute Präsentation bieten, die Beleuchtung nutzen und auch benutzbare Objekte zeigen”, auch als pädagogische Aufgabe. Ein weiteres Highlight: Den Aufstieg zur Zugspitze virtuell zu erleben. Die neu gestalteten Räumlichkeiten rund um Deutschlands höchsten Gipfel, mit dem alten Gipfelkreuz als Höhepunkt, werden gerade von den Touristen mit Sicherheit viel Aufmerksamkeit erfahren. 33 beteiligte Firmen, vorwiegend aus dem Landkreisgebiet, hatten zudem für die regionale Wertschöpfung ihren Beitrag geleistet. 

Alles lief in der Bauzeit aber nicht ganz perfekt. „Die Umbauphase hat länger gedauert als geplant, wir mussten Mauerwerk stabilisieren und unterfangen, Auflagen des Denkmal- und Brandschutzes erfüllen. Zudem ging ein Schreinerbetrieb in der Bauphase in Konkurs”, vermeldete Zenger. Begeistert von der Qualität des Museums zeigte sich Dr. Alexander Wießmann von der Landesstelle Nichtstaatlicher Museen in Bayern: “Es gibt etwa 1.300 Museen in Bayern, das Museum Werdenfels zähle ich zu den 40 qualitätsvollsten Sammlungen”, lobte Wießmann, der bereits mit dem Vorgänger von Kümmerle, Museumsleiter Andreas Baumann, eine gute Zusammenarbeit pflegte. Zum Schluss beantwortete Christian Neureuther bei einer amüsanten Einlage die vielen kindlichen Fragen von Johanna (11 Jahre) und Xaver Pongratz (9 Jahre). Es ging und das älteste, schwerste, teuerste und größte Ausstellungsobjekt des Museums. Und es ging um den Wert eines Museums und wie man Werte in die Zukunft weiterträgt. Im Museum selbst segneten Pfarrer i. R. Franz Sand und die evangelische Kollegin Ulrike Wilhelm die neuen Räumlichkeiten, ehe sich die Festgäste bei einem Rundgang von der gelungenen neuen Funktionalität überzeugen konnten. mun

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