27 Absolventen verabschiedet Staatliche Berufsfachschule für Musikinstrumentenbau

Viel Können und Idealismus

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Rektor Dr. Frederik Habel hatte eine Wette gegen den Metallblasinstrumentenbauer Ludwig Karlstetter verloren.

Mittenwald – In einem feierlichen Rahmen erhielten vor kurzem 27 Absolventen der Staatlichen Berufsfachschule für Musikinstrumentenbau Mittenwald zum Ende ihrer dreijährigen Ausbildung ihre Zeugnisse und je ein spezielles Geigenbau-T-Shirt.

Das Konzert für Violine und Orchester in G-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart, gespielt vom Orchester der Geigenbauschule, war der musikalische Abschluss der Prüflinge, wobei Moritz Barath den Part der Solovioline übernahm und ihn perfekt gekonnt leistete. Der „Cantorix-Chor“ sang von Heinrich Schütz (1585-1672) Prima Parte und den Choral „Zwingt die Saiten in Chytara“ von Johann Sebastian Bach. Das musikalische Ende der Verabschiedungsveranstaltung war dann ein „Bulgar aus Odessa“, ein rhythmisches Musikstück, was zum Mitklatschen aufforderte. Und die Absolventen der Berufsfachschule machten für sich und die vielen Gäste im Saal ein vergnügliches bayerischen Couplet mit „Hoam“ und den Worten: „Hoam soll i gehn, da sollt i bleibn - was soll i nun machn - soll i nun gehn?“ als Zeichen einer schweren Entscheidung, nämlich die Schule zu verlassen. Doch das ist ihnen dann später sicher eingefallen. 

Das Grußwort von Rektor Dr. Frederik Habel war ein kurzer Rückblick über die drei Schuljahre, über die wichtige Rundum-Ausbildung und die Vermittlung von menschlichen und handwerklich-fachlichen Werten. Er verglich die Lehrzeit mit einem siebenstöckigen Hochhaus, angefangen mit dem Erdgeschoss und den materiellen Werten. Der erste Stock bringt Unterhaltung und Spaß, der zweite Stock die seelischen Befindlichkeiten, der Dritte die sozialen Werte, Solidarität und Gerechtigkeit. Im vierten Stock schließlich findet man die geistigen Werte, Wissen und Interesse, im fünften sind die moralischen Werte wie Toleranz, Mitgefühl, Gerechtigkeit. Die sechste Etage zeigt die Ästhetik, Kunst und Musik – und auf der Dachterrasse des siebten Stockes warten Nachsicht, Güte, Verstehen und das „zu sich selbst finden und Sein“. Diese ja fast philosophische Entwicklung, so Habel, führe zu einem menschlich, glaubwürdigen und selbständigen Charakter. Und all diese Attribute wünsche er den 27 Abgängern für ihr weiteres Leben. 

Dann holte er den Metallblasinstrumentenbauer Ludwig Karlstetter auf die Bühne, mit dem er eine Wette über den Bau von zwei Flügelhörnern geschlossen hatte. Er verlor, denn Karlstetter baute erst das eine Instrument, termingerecht und dann auch das zweite Flügelhorn, ebenfalls termingerecht. Habel hatte daran gezweifelt, weil der Bau erheblich aufwendiger sei, als der Bau einer Standardtrompete. Nun haben Rektor und Schüler je ein excellentes Instrument. 

Grußworte sprachen auch Landesinnungsobermeister Walter Nirschl, Prof. Dr. Harald Schachinger und Hubert Märkl der Langmatz-Stiftung. Die Herren gratulierten den Absolventen zur bestandenen Prüfung und den aus „Meisterhand“ gebauten Instrumenten. „Handwerk hat noch immer goldenen Boden“, meinten sie. „Es gehört viel Können und Idealismus dazu, diesen Beruf auszuüben. Für alles, wofür Sie sich entscheiden, Erfolg und Glück für die Zukunft.“

Von Kornelia Wehmeier

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