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Bürgermeister lehnen Angebot der Bahn, den Zugbetrieb Mitte September aufzunehmen, ab

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Bahnhof
Ab Mitte September rollen die Züge hier wieder rein und raus. © Ilka Trautmann

+ + Update vom 12. August ++
Die Bahn hatte zuletzt kommuniziert, die Züge zum Schuljahresbeginn am 13. September „größtenteils wieder stabil“ über die Hauptstrecke von München über Garmisch-Partenkirchen bis Mittenwald fahren zu lassen. Nun aber wurde bei einem Gespräch zwischen der DB und den Bürgermeistern und dem Landrat des Landkreises klar, dass von Seiten der Deutschen Bahn für die Strecke zwischen Murnau und Garmisch-Partenkirchen bereits eine weitere Streckensperrung mit Schienenersatzverkehr vom 7. Oktober bis 13. November 2022 eingeplant ist. Die Wiederaufnahme des Zugbetriebs auf dieser Strecke wäre somit lediglich für die Dauer von zwei bis drei Wochen möglich. Die Bürgermeister und der Landrat haben die Deutschen Bahn AG nun aufgefordert, die frühzeitige Wiederaufnahme des Zugbetriebs zu unterlassen und stattdessen umgehend mit den Sanierungsarbeiten auf der Bahnstrecke zwischen Murnau und Garmisch-Partenkirchen zu beginnen. Die weiteren Forderungen der Bürgermeister und des Landrats:

- Unabhängig hiervon sind die Schäden an der Strecke Murnau-Oberammergau schnellstmöglich zu beheben und ein sicherer Betrieb zu gewährleisten.

- Die Streckensperrungen in Richtung Außerfern, Reutte/Tirol sowie in Richtung Mittenwald sind aufzuheben, wenn ein sicherer Betrieb gewährleistet werden kann.

- Auf Grundlage der aktuell äußerst negativen Erfahrungen ist umgehend ein effektiver, pünktlicher und adäquater Schienenersatzverkehr, insbesondere im Hinblick auf den Beginn des neuen Schuljahres ab 13. September, zu organisieren.

- Es finden wöchentlich bis auf weiteres Video-Konferenzen zwischen den betroffenen Gemeinden und den zuständigen Stellen der Deutschen Bundesbahn statt.

Erstmeldung vom 10. August:
GAP – Nach der Freigabe durch die Behörden startet die DB in Kürze mit den aufwendigen Reparaturarbeiten an der Eisenbahnstrecke von München in Richtung Garmisch-Partenkirchen. Rund um die Unfallstelle in Burgrain müssen unter anderem rund 700 Meter Schiene sowie 500 Schwellen erneuert werden. Zudem sind neue Oberleitungen sowie Masten nötig. Nach derzeitigem Stand können die Züge zu Schuljahresbeginn am 13. September größtenteils wieder stabil über die Hauptstrecke von München über Garmisch bis Mittenwald fahren.

Zuletzt hatte insbesondere die bundesweite Sonderinspektion von Betonschwellen nach dem Unfall auch auf Streckenabschnitten im Werdenfels zu Langsamfahrstellen und Streckensperrungen geführt. Dazu kamen hitzebedingte Materialschäden an den Schienen, die ad hoc repariert werden mussten. Daher hatte die DB entschieden, die bestehenden Schienenersatzverkehre auf den Strecken Garmisch-Partenkirchen – Pfronten-Steinach, Murnau – Garmisch-Partenkirchen – Mittenwald, Murnau – Oberammergau und Seeshaupt – Kochel beizubehalten, um für die Fahrgäste in der Region ein planbares und möglichst stabiles Angebot zu schaffen. Durch die längerfristige Planung können trotz der derzeit angespannten Lage auf dem Markt Ersatzbusse zuverlässiger organisiert und eingesetzt werden. Dieses Fahrplankonzept gilt zunächst bis Mitte September.

„Die Qualität im Werdenfelsnetz war zuletzt nicht akzeptabel und entspricht in keiner Weise unseren eigenen Ansprüchen. Dafür entschuldigen wir uns bei den Fahrgästen, denen wir in vielen Fällen leider kein gutes Fahrangebot machen konnten“, sagt Klaus-Dieter Josel, Konzernbevollmächtigter der DB in Bayern.

Aus diesem Grund startet die DB zusätzlich zu den notwendigen Reparaturarbeiten ein umfangreiches Investitionsprogramm. Dieses ist gerade in Finalisierung und soll kurzfristig vorgestellt werden. kb

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